13.8.08

desperately seeking susan


der film gehört noch immer zu meinen liebsten. kann mich entfernt dran erinnern, dass ich damals mit paillettenjacke, leggings und ner riesenmasche im haar rumgelaufen bin. hatte ein faible für videotheken @night und hing dort immer rum und schoss polaroids von den strangen leuten, die da reinkamen. und ich machte immer diese riesengrossen pinken kaugummiblasen und liess sie mit einem lauten knall zerplatzen....bin immer allein durch die stadt gestreunt und immer bei nacht. ich hatte freunde, aber ich war irgendwie auf nem einsamkeitstrip. meine freunde ebenfalls. wir waren einsame tiere wie streunekatzen. jeder hatte irgendwas am laufen. jeder bastelte an seiner karriere als künstler. jeder war auf der suche nach magischen momenten. und alle waren nachtvögel. mondsüchtig. bleich. gestylt. sie hatten das bezauberndste lächeln der welt, fällt mir gerade wieder ein. das lächeln von menschen, die gerade alles haben - und sie wussten es nicht. wir wussten es nicht. das "establishment" hätte uns verachtet, für das alles, was wir nicht hatten, doch wir blieben weitgehend vom establishment verschont, es sei denn, irgendein mutiger junger designer suchte mal wieder models für seine hach so hippen kreationen. leichte beute, dachten die dann, die absolventen der modeschulen, die so gut wie nie auf der strasse gewesen waren und nie wirklich kontakt zur szene gehabt hatten..diese leute sind ja leichte beute. sie sind eitel. man bekommt sie gratis.
denkste *lol* ich hab mich damals sogar für fotos, die touristen von mir geschossen haben, bezahlen lassen. zumindest hab ich's versucht.

madonna war sicher ein vorbild. ihre härte hat uns gefallen, sie war smart und schön. wir haben sie ziemlich verehrt, alle von uns. nicht nur die schwulen, aber sie war ne schwulenikone. sie war allein und brauchte keinen. das war gut. genau so überlebt man, wenn man 'n szenekid ist.
nur...wenn wir uns dann alle in irgendeiner verdammt guten nacht mal wieder über'n weg liefen, waren die guten vorsätze schnell vergessen. immer allein, trust no one, protect urself...da galt das dann nicht mehr. irgendwie liebten wir einander und wir bewunderten einander. auf eine unergründliche art und weise liebten wir einander so sehr, unschuldig und ohne was von den anderen zu wollen. bis wir wieder auseinanderdrifteten und jeder seines weges ging.