31.7.10

metamorphosis of my television set at last full moon




endlich darf wieder der wahnsinn ausbrechen, und wie gut, dass der letzte vollmond noch nicht allzulang her ist... es soll ja menschen geben, die sich bei vollmond in werwölfe verwandeln. das hier ist mein fernseher...es ist immer lustig, wenn er mir auf seinen hühnerbeinchen hinterhertrippelt... solange das kabel reicht...wir haben verlängerungskabel...

23.7.10

cornwall 2010 - der bericht

also, da bin ich wieder. und ja, genau, ich war weg. und zwar exactement in cornwall. vielleicht könnt ihr euch erinnern..hab euch vor einiger zeit damit zugetextet und damals konnte ich es irgendwie so gar nicht glauben, dass ich endlich mal wieder ans meer komme.

vorige woche war ich noch am meer..bin erst seit ein paar tagen wieder hier und möchte wieder zurück. erstens, weil's sogar besser ist als auf den bildern, und zweites, weil es in cornwall menschliche temperaturen hatte, so gegen 20 grad celsius, was man fast schon als kühl bezeichnen könnte.
die reise war höllisch lang und höllisch stressig. zuerst von graz nach münchen fliegen, dann weiter nach london/heathrow, dort in den schnellzug zum bahnhof paddington und von paddington per zug 5 stunden nach penzance, von dort mit dem taxi 10 min. nach marazion. nach der zugfahrt war ich dermassen erschossen, dass ich von der taxifahrt danach so gut wie gar nix mehr mitbekommen hab. später haben wir dann rausgefunden, dass uns der taxifahrer beinhart über's ohr gehauen hat, die sau. verlangte für die fahrt 16 pfund..kostet normalerweise die hälfte...aber mit völlig übermüdeten touris, die so aussehen, als würden sie gleich wegpennen, kann man's ja machen. war so'n alter kerl mit ner speckigen schirmmütze. also solltet ihr den sehen, wenn ihr mal dort seid, dann haut ihm von uns noch eine rein, ok? oder wir machen es selber und zwar nächstes jahr, weil wir nämlich beschlossen haben, wieder dort hinzufahren. nicht nur, um dem alten die fresse zu polieren, sondern auch, um das bolivianische pub in penzance aufzusuchen, das echt ein teil von bolivien ist, weil der bolivianische botschafter es auf original bolivianischer heimaterde bauen liess, oder wegen dem mörderischen klippenspaziergang, den wir noch zelebrieren müssen (mörderisch deshalb, weil ebbe und flut nicht wirklich berechenbar sind und weil uns wahrscheinlich die flut ins meer spülen wird)...oder auch wegen DON, der möwe, die hinter unserem cottage auf einem dach lebt und bei uns ein und ausging (DON war jeden verdammten tag bei uns..die möwe funtkionierte sogar als wecker..pünktlich um halbsieben war sie da und gackerte vor sich hin wie eine zufriedene henne...nur viel, viel lauter)..oder auch wegen dem nachbarn unseres cottages, dessen cottage smuggler hiess und auf dessen türschild ein dickes fettes hanfblatt gemalt war...oder einfach nur deshalb. einfach nur, weil's dort verdammt gemütlich ist und weil die leute ebenfalls verdammt gemütlich sind.























blick aus dem küchenfenster auf die nachbarschaft. gleich neben uns befindet sich big trevara,
das grössere cottage, das wir irgendwann mal mieten werden, wenn wir alle mitnehmen, die wir
kennen. wir haben little trevara gemietet, ein cottage für max. 4 personen.




















DON, die allgegenwärtige kultfigur


marazion ist eine kleine hafenstadt und ich liebe es, dort ganz früh am morgen auf die strasse zu gehen und zum hafen runterzumarschieren, aufs meer zu gucken, eine zu rauchen und schon früh am morgen gut drauf zu sein. dort sind die häuser alle schief und alt und aus stein. am frühen morgen hängt noch ein bisschen der nebel über den häusern und die strassenlaternen leuchten noch, in dunklem orange (sieht echt gut aus, nicht so wie unsere gammligen modernen laternen..). einige läden sperren um halbsieben auf und ich war oft unterwegs, um für uns frühstück zu kaufen. irgendwie bin ich so drauf gestanden, dass ich gar nicht wollte, dass m. das macht. freiwillig so früh aufzustehen, im urlaub..das heisst schon was. am coolsten war es sowieso am frühen morgen oder abends. oder nachts. das meer kann ganz schön spukig sein bei nacht. musste ganz oft an the fog denken, und an geister und piraten. dort ist das alles wirklich logisch. auch dass es geister gibt. manchmal leuchtet das meer. seltsame gegend. voll mit geschichten und manche davon sind wirklich unheimlich.

bei tag ist dann alles vergessen, was einem bei nacht so zu denken gegeben hat, dass man lang nicht einschlafen konnte. man sitzt beim frühstück und schaut aufs meer…






















hier hab ich mal kurz zum st. michael's mount rüberfotografiert. und natürlich ist DON mit drauf.






















DON checkt mal kurz, ob von unserem frühstück noch was über ist. dabei ist das gute tier so voll mit kuchen und toastbrot, dass es kaum mehr fliegen kann.




















so sieht der blick von unserer terrasse aus, wenn man nach links fotografiert. rechts ist st. michael's mount, links ist klippe und das weisse haus, zu dem wir nächstes jahr rübergehen müssen. wir müssen, weil wir gesehen haben, dass es andere leute schon gemacht haben. man tastet sich so die klippe lang und hofft, dass das meer noch einige zeit fern bleibt. und irgendwie scheint sich das meer nicht wirklich an den gezeitenkalender zu halten...


die terrasse im bild gehört zu big trevara, dem nachbarcottage. wir hatten genau dieselbe. nur waren wir immer draussen, wenn wir daheim waren, und die nachbarn liessen sich nie auf ihrer terrasse sehen (vielleicht, weil wir immer draussen waren...). aber es war gut so. war ne family, übrigens, recht nett. mom, dad, oma, 2 kinder, 2 hunde und alle zusammen einigermasse leise. spätestens um 21 uhr zapfenstreich. absolut in ordnung. wenn dort die vollen radaubrüder residieren, könnte es leicht ungemütlich werden. nur denke ich, dass radaubrüder nicht wirklich nach marazion fahren.:)

ok, mal was anderes, nicht nur diese landschaft immer. wir waren am ersten tag schon mächtig im ort unterwegs, schon mal die läden checken, wo wir die woche über einkaufen würden und die ersten fotos schiessen. und da stiessen wir auf folgendes plakat:



wir standen vor diesem plakat und lachten wie die blöden. erstens, weil es so surreal ist, dass man es gar nicht fassen kann, und zweitens, weil es auch irgendwie so absolut wahnwitzig ist. die royals kommen mal kurz vorbei und gehen einfach so zum michael's mount rüber, als wäre es das normalste der welt, sowas zu machen. es gibt nämlich keinen grund dafür. keine feier, kein jubi...nix! dieses kultplakat musste ich fotografieren..und klarerweise mussten wir die royals angucken gehen!

einigermassen grosser bahnhof für so eine winzige küstenstadt. nicht übel! aber es wirkte immer noch nicht so, als würden da plötzlich promis antanzen. es war alles ziemlich entspannt.



wahrscheinlich hatten es auch die einheimischen nicht ganz so gecheckt, dass dieses event real war. aber mit der zeit wurde es immer unruhiger, woran sicher diese leute schuld waren, die plötzlich aus dem rathaus kamen. einige von ihnen in historischer gewandung.




















vor dem rathaus hatte der apollo männerchor der stadt marazion flott aufstellung genommen und gab einige launige lieder zum besten. eine nette sache…



















kurz war dann mal bullenalarm. ein paar kerle in schwarz checkten alles rundherum ab, im publikum munkelte man von "bomb squad"...aber ich denk, so schlimm wird's nicht gewesen sein. und dann kam mal der scharze jaguar angefahren, und hier sind sie, die royals...im original viel schöner als in der bunten, gell.



















der kerl hinter camilla ist der bürgermeister. die kette schlägt irgendwie alles auf dem gebiet silberschmuck. gigantisches teil, und verleiht einem normalen anzug etwas weihe- bzw. würdevolles. man sieht gleich, dass das der bürgermeister ist. ich hab's zwar nachher noch aus der zeitung, aber ich wusste es auch so.

nach diesem event waren wir einigermassen zerstört. es war nämlich verdammt kalt und der wind ging ununterbrochen. in dieser gegend zwar ganz normal, aber für uns festlandratten erstmal etwas, das man verdauen musste. die royals marschierten dann noch zu den sogenannten godolphin steps und von dort aus rüber zum st. michael's mount. wo sie sich wahrscheinlich ihr mittagessen eingeworfen haben. was wir dann ebenfalls machten, wir jedoch ganz bescheiden im cottage, hähä...

die godolphin steps gehören zu diesem haus hier:



















das haus ist ein restaurant und heisst godolphin arms. es ist ein eingermassen edles lokal und befindet sich gleich in der nähe des ladens, wo wir unsere fish and chips zu kaufen pflegten. unser lokal war nicht wirklich edel. aber das genialste in marazion. neben ben's cornish kitchen natürlich. beides eher mehr unser ding...aber das teil hier, godolphin arms, hat auch durchaus was. denke mal, es hat irgendeine historische bedeutung für die royals, genauso wie der st. michael's mount, aber welche, ist mir nicht wirklich geläufig. irgendwo war der name queen victoria auf einer hausmauer angetackert.

jedenfalls scheint sie in irgendeinem haus hier in der stadt quartier genommen zu haben, oder einmal übernachtet zu haben. aber wo genau das war...keine ahnung. und ob es wahr ist...auch keine ahnung. in frankreich hat ja auch überall napoleon gepennt.


jetzt sehen wir gleich, wo die royals trockenen fusses über das meer gingen...
















so sieht das dann bei ebbe aus. im vordergrund die delphinplastik, die zum guten godolphin arms gehört, also in den garten. dahinter der weg, der bei ebbe freigelegt wird. ist ein steinerner pfad, gerade mal breit genug für ein Auto.
manchmal fahren dort auch autos rüber. klar, dort leben auch leute. ist nicht nur ein historischer ort, sondern unten am ufer gibt's einige häuser, die schon bewohnt sind.


hab mal gehört, dass die schulkinder, die dort leben, immer auf heftigen seegang hoffen, weil für sie dann die schule ausfällt. denke mal, die werden am morgen per boot rübergebracht, weil dort noch alles wasser ist, wenn die zur schule müssen.


so, und jetzt bin ich so erschossen, dass ich für diesmal schluss mache. wahrscheinlich gibt's später noch mehr zu berichten. die meisten fotos sind noch nicht mal ausgearbeitet. hab nämlich ne alte kamera mit filmen mitgehabt und die werd ich nächste woche ausarbeiten lassen.


zum abschluss gibt's hier noch einen scone mit strawberry jam und clotted cream, wie es sich gehört. dieses teil hab ich mir gleich nach dem fotografieren reingezogen, es war eine freude…


und clotted cream ist nur halb so wild, wie es sich anhört. so irgendwie zwischen schlagobers und butter. streichfähig. weicher als butter. aber gezuckert. macht voll die fetten fettaugen in den kaffee, übrigens...

20.7.10

es war finster und merkwürdig still



es war september, als ein mann sein schiff auf die sandbank einer insel treiben liess und es dort festmachte. möglicherweise war es sogar schon oktober und vielleicht auch nur eine landzunge, die weit ins meer hinausragte. auf jeden fall aber war es recht finster und merkwürdig windstill...

eine küstengeschichte, die auch in den bergen passiert sein könnte. die geschichte eines sonderlings. oder sind eher die leute im ort sonderbar?
jedenfalls eine episode um einen irritierenden einzelgänger und vor allem eine faszinierende bilderwelt.

es war finster und merkwürdig still.
eine küstengeschichte
erzählt und gezeichnet von einar turkowski
erschienen im atlantis-verlag

turkowski ist einer, der die küste und die seefahrt liebt, ein erfinder sonderbarer maschinen und nautischer geräte.
einer, der die menschen versteht und sie mit leisem lächeln auf die schippe nimmt, grad so wie einer, der sich selbst in ihnen erkennt und manchmal gestehen muss: das war wohl nicht so gut. und immer ist da der humor, der schalk, der ihn am kragen packt, wenn er gerade beginnt, sich über die lieben mitmenschen und sich selbst zu ärgern. er versteht: ärgern bringt uns nicht wirklich weiter, aber mit humor, vor allem, wenn er schwarz ist, könnten wir schon was draus machen, aus unserem leben, und wenn dann noch diese fantasie dazukommt, und das erzählerische können, das ihm zweifellos in die wiege gelegt wurde, dann ist ja alles halb so schlimm.

4.7.10

godspeed, my friend

es ist erst einige tage her und es fühlt sich an, als wären es schon wochen.
die verbindung zu einem menschen ist abgerissen, ganz plötzlich, der mensch ist fort. man weiss nicht, wohin er gegangen ist, niemand weiss genaues. auf einmal war er weg.

wer war er?
für viele ein held, was er jedoch konstant ignorierte. vielleicht hätte er es akzeptieren sollen. die liebe, die man ihm entgegenbrachte, war echt. nun, da er gegangen war, versuchten alle, ihr gebrochenes herz durch unsinnige aktivitäten zu kurieren. einige suchten wie verlassene kinder alle orte ab, an denen er jemals gewesen war. sie hofften, ein zeichen seiner präsenz zu finden, doch jeder versuch endete in einer sackgasse. und mit jedem versuch wurde das innere frieren schmerzhafter, bis sie irgendwann realisierten, dass die welt durch den verlust eines solchen menschen nie wieder dieselbe sein würde. die welt wird kälter und kleiner. es ist so, als wäre zuerst dieses weite offene land gewesen, das danach von einem stacheldrahtzaun durchzogen wird. wieder mal den blick auf den weiten horizont versperrt, und man vermisst den freien blick in die weite mehr als alles andere.
die welt wird wieder neu definiert, alles verschiebt sich, alles ist im wandel. neue wunden. neue mauern. wieder mal etwas, womit man nicht gerechnet hätte. und womit man irgendwie klarkommen musste.
jeder auf seine art.

manche setzten sich in einen stillen winkel und betranken sich. dachten an ihn. versuchten, ihren schmerz durch trotz zu bekämpfen. doch es brachte nichts.
das schwarze loch, das in ihre seelen gerissen war, wurde dadurch nicht kleiner. jeden tag wuchs es, jeden tag erinnerte es sie daran, was sie verloren hatten. nicht nur einen mann, sondern ein ganzes universum.

einige, und zu denen gehöre auch ich, versuchen, den schmerz zu einem teil ihres universums zu machen und damit zu leben, ihn zu akzeptieren und zu ertragen. darüber zu schreiben, was im moment noch viel mehr weh tut, als die gefühle zu verdrängen oder zu betäuben. dieser schmerz ist rauh und wie eine offene wunde, aus der blut fliesst. doch ich will nicht, dass sich diese wunde entzündet und gift ausströmt. ich möchte den scharfen schmerz fühlen, der mir die tränen in die augen treibt. kein vergifteter gedanke darf hier gedacht werden. keine bitterkeit, keine vorwürfe. nichts von alldem hat hier platz. es passt nicht zu ihm, nicht zu uns.
der schmerz ist scharf und schneidend wie der herbstwind, der dir tränen in die augen treibt.
und wieder muss ich an ihn denken.
frische kalte luft, eine breite strasse, endlos. das gefühl der freiheit. was für ein mensch.

ein freiheitskämpfer, sagte vor einigen tagen einer zu mir, der es wissen musste.
wenn man einen solchen menschen verliert, verliert man einen teil seiner stärke.
wir sind alle stark, doch in manchen momenten dürfen wir einfach nur klein und traurig sein.

godspeed you, boon dock rod!

Graffiti - A short film about courage



thanx an mischka für's posten dieses genialen clips auf meiner myspace wall. wieder mal typisch mischka..so schön, dass es weh tut.