23.7.10
cornwall 2010 - der bericht
also, da bin ich wieder. und ja, genau, ich war weg. und zwar exactement in cornwall. vielleicht könnt ihr euch erinnern..hab euch vor einiger zeit damit zugetextet und damals konnte ich es irgendwie so gar nicht glauben, dass ich endlich mal wieder ans meer komme.

vorige woche war ich noch am meer..bin erst seit ein paar tagen wieder hier und möchte wieder zurück. erstens, weil's sogar besser ist als auf den bildern, und zweites, weil es in cornwall menschliche temperaturen hatte, so gegen 20 grad celsius, was man fast schon als kühl bezeichnen könnte.
die reise war höllisch lang und höllisch stressig. zuerst von graz nach münchen fliegen, dann weiter nach london/heathrow, dort in den schnellzug zum bahnhof paddington und von paddington per zug 5 stunden nach penzance, von dort mit dem taxi 10 min. nach marazion. nach der zugfahrt war ich dermassen erschossen, dass ich von der taxifahrt danach so gut wie gar nix mehr mitbekommen hab. später haben wir dann rausgefunden, dass uns der taxifahrer beinhart über's ohr gehauen hat, die sau. verlangte für die fahrt 16 pfund..kostet normalerweise die hälfte...aber mit völlig übermüdeten touris, die so aussehen, als würden sie gleich wegpennen, kann man's ja machen. war so'n alter kerl mit ner speckigen schirmmütze. also solltet ihr den sehen, wenn ihr mal dort seid, dann haut ihm von uns noch eine rein, ok? oder wir machen es selber und zwar nächstes jahr, weil wir nämlich beschlossen haben, wieder dort hinzufahren. nicht nur, um dem alten die fresse zu polieren, sondern auch, um das bolivianische pub in penzance aufzusuchen, das echt ein teil von bolivien ist, weil der bolivianische botschafter es auf original bolivianischer heimaterde bauen liess, oder wegen dem mörderischen klippenspaziergang, den wir noch zelebrieren müssen (mörderisch deshalb, weil ebbe und flut nicht wirklich berechenbar sind und weil uns wahrscheinlich die flut ins meer spülen wird)...oder auch wegen DON, der möwe, die hinter unserem cottage auf einem dach lebt und bei uns ein und ausging (DON war jeden verdammten tag bei uns..die möwe funtkionierte sogar als wecker..pünktlich um halbsieben war sie da und gackerte vor sich hin wie eine zufriedene henne...nur viel, viel lauter)..oder auch wegen dem nachbarn unseres cottages, dessen cottage smuggler hiess und auf dessen türschild ein dickes fettes hanfblatt gemalt war...oder einfach nur deshalb. einfach nur, weil's dort verdammt gemütlich ist und weil die leute ebenfalls verdammt gemütlich sind.



blick aus dem küchenfenster auf die nachbarschaft. gleich neben uns befindet sich big trevara,
das grössere cottage, das wir irgendwann mal mieten werden, wenn wir alle mitnehmen, die wir
kennen. wir haben little trevara gemietet, ein cottage für max. 4 personen.

 

DON, die allgegenwärtige kultfigur
 


marazion ist eine kleine hafenstadt und ich liebe es, dort ganz früh am morgen auf die strasse zu gehen
und zum hafen runterzumarschieren, aufs meer zu gucken, eine zu rauchen und schon früh am morgen gut drauf zu sein. dort sind die häuser alle schief und alt und aus stein. am frühen morgen hängt noch ein bisschen der nebel über den häusern und die strassenlaternen leuchten noch, in dunklem orange (sieht echt gut aus, nicht so wie unsere gammligen modernen laternen..). einige läden sperren um halbsieben auf und ich war oft unterwegs, um für uns frühstück zu kaufen. irgendwie bin ich so drauf gestanden, dass ich gar nicht wollte, dass m. das macht. freiwillig so früh aufzustehen, im urlaub..das heisst schon was. am coolsten war es sowieso am frühen morgen oder abends. oder nachts. das meer kann ganz schön spukig sein bei nacht. musste ganz oft an the fog denken, und an geister und piraten. dort ist das alles wirklich logisch. auch dass es geister gibt. manchmal leuchtet das meer. seltsame gegend. voll mit geschichten und manche davon sind wirklich unheimlich.

bei tag ist dann alles vergessen, was einem bei nacht so zu denken gegeben hat, dass man lang nicht einschlafen konnte. man sitzt beim frühstück und schaut aufs meer...



hier hab ich mal kurz zum st. michael's mount rüberfotografiert. und natürlich ist DON mit drauf.



DON checkt mal kurz, ob von unserem frühstück noch was über ist. dabei ist das gute tier so voll mit kuchen und toastbrot, dass es kaum mehr fliegen kann.



so sieht der blick von unserer terrasse aus, wenn man nach links fotografiert. rechts ist st. michael's mount, links ist klippe und das weisse haus, zu dem wir nächstes jahr rübergehen müssen. wir müssen, weil wir gesehen haben, dass es andere leute schon gemacht haben. man tastet sich so die klippe lang und hofft, dass das meer noch einige zeit fern bleibt. und irgendwie scheint sich das meer nicht wirklich an den gezeitenkalender zu halten... die terrasse im bild gehört zu big trevara, dem nachbarcottage. wir hatten genau dieselbe. nur waren wir immer draussen, wenn wir daheim waren, und die nachbarn liessen sich nie auf ihrer terrasse sehen (vielleicht, weil wir immer draussen waren...). aber es war gut so. war ne family, übrigens, recht nett. mom, dad, oma, 2 kinder, 2 hunde und alle zusammen einigermasse leise. spätestens um 21 uhr zapfenstreich. absolut in ordnung. wenn dort die vollen radaubrüder residieren, könnte es leicht ungemütlich werden. nur denke ich, dass radaubrüder nicht wirklich nach marazion fahren.:)

ok, mal was anderes, nicht nur diese landschaft immer. wir waren am ersten tag schon mächtig im ort unterwegs, schon mal die läden checken, wo wir die woche über einkaufen würden und die ersten fotos schiessen. und da stiessen wir auf folgendes plakat:


wir standen vor diesem plakat und lachten wie die blöden. erstens, weil es so surreal ist, dass man es gar nicht fassen kann, und zweitens, weil es auch irgendwie so absolut wahnwitzig ist. die royals kommen mal kurz vorbei und gehen einfach so zum michael's mount rüber, als wäre es das normalste der welt, sowas zu machen. es gibt nämlich keinen grund dafür. keine feier, kein jubi...nix! dieses kultplakat musste ich fotografieren..und klarerweise mussten wir die royals angucken gehen!

einigermassen grosser bahnhof für so eine winzige küstenstadt. nicht übel! aber es wirkte immer noch nicht so, als würden da plötzlich promis antanzen. es war alles ziemlich entspannt. wahrscheinlich hatten es auch die einheimischen nicht ganz so gecheckt, dass dieses event real war. aber mit der zeit wurde es immer unruhiger, woran sicher diese leute schuld waren, die plötzlich aus dem rathaus kamen. einige von ihnen in historischer gewandung.







vor dem rathaus hatte der apollo männerchor der stadt marazion flott aufstellung genommen und gab einige launige lieder zum besten. eine nette sache...




kurz war dann mal bullenalarm. ein paar kerle in schwarz checkten alles rundherum ab, im publikum munkelte man von "bomb squad"...aber ich denk, so schlimm wird's nicht gewesen sein. und dann kam mal der scharze jaguar angefahren, und hier sind sie, die royals...im original viel schöner als in der bunten, gell.






der kerl hinter camilla ist der bürgermeister. die kette schlägt irgendwie alles auf dem gebiet silberschmuck. gigantisches teil, und verleiht einem normalen anzug etwas weihe- bzw. würdevolles. man sieht gleich, dass das der bürgermeister ist. ich hab's zwar nachher noch aus der zeitung, aber ich wusste es auch so.

nach diesem event waren wir einigermassen zerstört. es war nämlich verdammt kalt und der wind ging ununterbrochen. in dieser gegend zwar ganz normal, aber für uns festlandratten erstmal etwas, das man verdauen musste. die royals marschierten dann noch zu den sogenannten godolphin steps und von dort aus rüber zum st. michael's mount. wo sie sich wahrscheinlich ihr mittagessen eingeworfen haben. was wir dann ebenfalls machten, wir jedoch ganz bescheiden im cottage, hähä...

die godolphin steps gehören zu diesem haus hier:



das haus ist ein restaurant und heisst godolphin arms. es ist ein eingermassen edles lokal und befindet sich gleich in der nähe des ladens, wo wir unsere fish and chips zu kaufen pflegten. unser lokal war nicht wirklich edel. aber das genialste in marazion. neben ben's cornish kitchen natürlich. beides eher mehr unser ding...aber das teil hier, godolphin arms, hat auch durchaus was. denke mal, es hat irgendeine historische bedeutung für die royals, genauso wie der st. michael's mount, aber welche, ist mir nicht wirklich geläufig. irgendwo war der name queen victoria auf einer hausmauer angetackert. jedenfalls scheint sie in irgendeinem haus hier in der stadt quartier genommen zu haben, oder einmal übernachtet zu haben. aber wo genau das war...keine ahnung. und ob es wahr ist...auch keine ahnung. in frankreich hat ja auch überall napoleon gepennt.

jetzt sehen wir gleich, wo die royals trockenen fusses über das meer gingen...



so sieht das dann bei ebbe aus. im vordergrund die delphinplastik, die zum guten godolphin arms gehört, also in den garten. dahinter der weg, der bei ebbe freigelegt wird. ist ein steinerner pfad, gerade mal breit genug für ein auto. manchmal fahren dort auch autos rüber. klar, dort leben auch leute. ist nicht nur ein historischer ort, sondern unten am ufer gibt's einige häuser, die schon bewohnt sind. hab mal gehört, dass die schulkinder, die dort leben, immer auf heftigen seegang hoffen, weil für sie dann die schule ausfällt. denke mal, die werden am morgen per boot rübergebracht, weil dort noch alles wasser ist, wenn die zur schule müssen.


so, und jetzt bin ich so erschossen, dass ich für diesmal schluss mache. wahrscheinlich gibt's später noch mehr zu berichten. die meisten fotos sind noch nicht mal ausgearbeitet. hab nämlich ne alte kamera mit filmen mitgehabt und die werd ich nächste woche ausarbeiten lassen.


zum abschluss gibt's hier noch einen scone mit strawberry jam und clotted cream, wie es sich gehört. dieses teil hab ich mir gleich nach dem fotografieren reingezogen, es war eine freude...



und clotted cream ist nur halb so wild, wie es sich anhört. so irgendwie zwischen schlagobers und butter. streichfähig. weicher als butter. aber gezuckert. macht voll die fetten fettaugen in den kaffee, übrigens...

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