11.8.10

mauern

wenn ich einfach nur nett sein will oder etwas in mir freilegen möchte, was von dieser unglaublich hohen barriere umgeben ist..vielleicht dieses etwas, das einfach nur glücklich in der natur vor sich hinleben möchte und niemandem etwas böses will, kommt so eine gigantische welle von schmerz auf mich zu, dass mir die luft wegbleibt. ich krümme mich vor schmerzen. und dann sehe ich mich nach schutz um, der nicht da ist. bis ich wieder diese mauern finde, hinter die ich mich flüchten kann. diese mauern, die man hasst, aber ohne die man unmöglich leben kann. aber es ist der reine selbstschutz. deshalb find ich manches an psychotherapie einigermassen mies. es scheint so, als würde man versuchen, mauern einzureissen und weiss oft nicht, das diese mauern kunstvoll im laufe des lebens aufgebaut wurden, um das wesen dahinter zu schützen. vielleicht sollte man diese mauern nicht so sehr hassen, sondern schätzen lernen. es war viel arbeit, sie zu errichten. sie niederzureissen würde auf lange sicht gesehen sicher noch mehr krank machen. niemand lebt schmerzfrei. der gescheite mensch sorgt vor und baut sich ein schloss mit dicken mauern. hauptsache ist, dass man dahinter genug platz hat.

8.8.10

herbstwind



I

der wind macht heute geräusche wie ein unheimliches grosses graues tier. der himmel bezieht sich rasch, silbrig, ein wechselspiel zwischen blau und eisgrau, dazwischen immer das glitzern. silbern. von unbeschreiblicher fast wahnwitziger schönheit.
das graue tier heult den rest des sommers an.
es hebt die tatzen und kratzt die späte sommerbläue vom himmel.


II

eine in schwarz gekleidete gestalt mit tief in die stirn gezogener kapuze sprüht gerade etwas auf eine hausmauer. vor ihr im gras liegen spraydosen und eine vielzahl kleinerer gegenstände.
ein bild...ist es ein bild? bei genauerem betrachten fällt auf, dass es irgendetwas anderes ist, aber es ist auch ein bild. ein code, eine versteckte nachricht, es ist schwer zu sagen.
die person in schwarz hantiert mit spraydosen in allen erdenklichen grössen sowie mit feinsten schablonen. zierlich und verwirrend nimmt etwas gestalt an, wie eine mathematische formel, die gerade erst erdacht, zum ersten mal geschrieben wird. einiges wird übermalt, anderes überschrieben, schicht um schicht wird das mauerwerk bedeckt mit etwas, das einer schillernden membran gleicht, dann materieller wird, wie um sich zu setzen, langsam mit der wand zu verschmelzen und die wand auf unbegreifliche weise zu zersetzen.
alles geschieht in völliger stille. ab und zu leises klackern, wenn die spraydosen geschüttelt werden, wie murmeln, die aneinander stossen. wenn das bild fertig ist, werden bestimmte dinge für immer anders sein. einige werden die botschaft lesen können, doch es werden wie immer wenige sein. sie werden ausreichen. die anderen existieren weiter, ohne dem bild beachtung zu schenken. vielleicht sehen sie auch nur das graue mauerwerk einer hausmauer.


III

ein kind lehnt sich lachend aus dem fenster. seine haare werden vom herbstwind zerzaust. es sieht den fremden mann unten an der hausmauer stehen. „willst du zu uns?“
eine seltsame freude liegt auf den zügen des kindes, das plötzlich greisenhaft alt erscheint, so als hätte es bereits in jungen jahren alles gesehen, was es zu sehen gilt. der mann betrachtet das greisenhafte kind, lächelt zu ihm herauf und winkt einen freundlichen gruß. dann zwinkert er ihm zu, als gälte es einem geheimen verbündeten ein zeichen zu senden. das kind zwinkert zurück und lacht. der mann stimmt in das fröhliche kinder-greisen-lachen ein.
eine windböe trägt die beiden stimmen über die hügel davon.



IV
„nimm mich mit“, sagt das kind
das geheime mal steht auf seiner stirn wie ein klarer stern
„bald“, sagt der mann. „bewahre du inzwischen das sternklare licht“

5.8.10

have a nice day...

da ich fauler sack noch immer nicht dazu gekommen bin, den film abzugeben, kann ich diesmal nicht so wie geplant neue cornwall-bilder reinstellen. was schlecht ist. bin unzufrieden mit mir selbst.
neuigkeiten gibt es nicht allzu viele, dafür aber sind sie allesamt mies.

erstens - bei meinem dad ist diabetes diagnostiziert worden und er befindet sich gerade im krankenhaus. ist aber recht gut drauf und meint, es wäre eh das beste, weil man ja auch nicht mit ner unentdeckten krankheit leben möchte, die andere krankheiten zur folge hat. wie bluthochdruck, der wiederum den augendruck hochtreibt, was wiederum sehr übel ist, da dad den grünen star hat, der zwar unter kontrolle ist, aber trotzdem nicht zu unterschätzen ist. langer satz. jedenfalls kommt dad in 2 tagen wieder aus dem krankenhaus, und diabetes ist ja auch nicht wirklich so wahnwitzig schlimm, wenn man sich auskennt bzw. auch zum arzt geht.

zweitens - in der steiermark werden wahrscheinlich ab herbst exotische tiere verboten. was verdammt scheisse ist, da ich vorhatte, mir ein spinnentier zuzulegen. aber mal sehen, beschlossen ist noch nix (ich hab die info auch nur aus dem radio, in der zeitung stand nix drüber).

drittens - in der firma werden wir ab ende august 2 grosskunden weniger haben. was sehr, sehr übel für uns ist. von der konkurrenz abgeworben. und dagegen kann man nicht mal was sagen, weil wir genauso arbeiten. jedenfalls...neue kunden aquirieren, chefchen, weil wir sonst aus der scheisse nicht mehr rauskommen.

das war bisher mein tag. 3 super miese neuigkeiten. und trotzdem bin ich eigenartigerweise nicht mal so schlecht drauf. hat eh keinen sinn. einfach atmen und weitermachen...