29.11.10

der erste schnee








wie im wetterbericht vorausgesagt, war es gestern tatsächlich soweit. man bemerkt es sogar, wenn man nicht zum fenster hinaussieht. es wird auf einmal ganz still. es ist immer ein ganz besonderer moment, dieser erste schnee. man freut sich das ganze jahr drauf und wenn es dann soweit ist, möchte man die zeit anhalten. es war gestern für die blaue stunde eigentlich zu früh, aber trotzdem verfärbte sich alles frostig blau. ist keine photoshop-farbe! zuerst dachte ich, es würde reichen, den schnee am nächsten tag zu photographieren. gott sei dank hab ich es gleich gemacht und nicht auf heute gewartet. das blau ist verschwunden, alles ist grau geworden. und der zuckrige schnee von gestern beginnt, sich langsam zu verflüssigen und zu verfärben. bis zum nächsten schneefall, wenn die welt wieder wie verzaubert ist...

28.11.10

der magische laden

heute ist der magische tag schlechthin. nichts weist auf den ersten blick drauf hin. es ist grau draussen. der himmel bewölkt, die dächer angefrostet, und es ist eiskalt. trotzdem fühl ich es ganz genau, dass heute etwas anklopft, das man sonst nur in einem guten miyazaki film oder auf den richtig guten adventmärkten finden kann. eine spur gold, und farben, die im kerzenlicht leuchten, eine spur weihrauch liegt in der luft, und nein, es ist nicht der smog oder hausbrand.
ihr kennt doch sicher den film stimme des herzens oder whisper of the heart von studio ghibli. das mädchen, das einen alten laden auf dem hügel entdeckt und davon so inspiriert wird, dass es beginnt, zu schreiben. in diesem film gibt es bilder, die mir gerade durch den kopf gehen. die heute den ganzen tag immer wieder auftauchen werden. keine ahnung, warum das so ist. ist es die magie kurz vor dem ersten schnee? oder gibt es dinge, die man einfach nur spüren kann, die aber niemals sichtbar werden?

es passieren magische dinge in diesem kleinen, alten laden. dinge, die ich immer mit weihnachten verbunden habe, obwohl in diesem film ja nicht weihnachten ist. aber diese grundstimmung, die fühle ich auch im winter, und eben zu weihnachten. wohl auch diese kindliche freude, die mir nichts und niemand austreiben kann. das erste, was mir in den sinn kommt, wenn mich meine eltern fragen, was ich mir zu weihnachten wünsche, ist immer etwas nostalgisches. ein alter bär, mit abgewetzten pfoten. eine spieluhr, auf der sich figuren im tanz drehen. ein dickes buch randvoll mit märchen. dann beginne ich, alles zu überdenken. bär? spieluhr?
und wünsche mir etwas, das ich immer gebrauchen kann, etwas elektronisches meistens. so war es jedenfalls immer in den letzten jahren. aber warum soll man sich zu weihnachten ausgerechnet was wünschen, das man gebrauchen kann? es ist das magischste fest des jahres. man sollte sich also etwas magisches wünschen. etwas, das man sonst nie bekommt, etwas, das mit dem alltag überhaupt nix zu tun hat.
etwas aus dem magischen laden in whisper of the heart.

der erwachsene wird es wohl achtlos zur seite legen, wird sagen "wieder mal ein nutzloser staubfänger, wieder mal etwas, das nutzlos rumsteht", das innere kind wird es ansehen und diese freude empfinden, die wie licht ist. ich denke, ich weiss genau, wo ich stehe. das innere kind hat wieder mal gewonnen. deshalb werd ich mir diesmal nichts praktisches wünschen. sondern etwas weihnachtliches. etwas, das mein herz berührt. der perfekte weg, um unglücklich zu werden ist der reine weg des verstandes. also wenn man überhaupt nie darauf hört, was das innere kind zu sagen hat. wenn man es beiseiteschiebt wie etwas, das stört. dabei ist es genau diejenige "macht", die einen erdet und mit der vergangenheit verbindet, wie ein innerer schutzengel. ich denke, einer der wichtigsten schutzengel ist man selbst.

ach, ja..wenn man das innere kind nicht sterben lässt, soll es nie schreibblockaden geben. irgendwie logisch. wenn man keine mauer zwischen sich selbst damals und jetzt baut, kann die energie frei fliessen. und eigenartigerweise ist hier wieder eine verbindung zu dem mädchen in whisper of the heart.

27.11.10

der tag der bizarren schatten



als ich heute meine ausbeute sichtete, bemerkte ich, dass sich fast auf jedem photo seltsame schatten befinden. manche von ihnen habe ich erst bemerkt, als ich die bilder am computer betrachtete. diese hier zum beispiel. die bäume werfen so lange schatten, dass ein teil davon auf das weiter weg stehende haus projeziert werden. es sieht so aus, als würden bäume auf der hauswand wachsen, oder als hätten die kinder der schule die mauer bemalt.
der heutige tag soll deshalb dem schatten gewidmet werden. ich habe ein altes buch vom flohmarkt, mit geschichten über schatten. ein guter tag, es wieder zu lesen!

nette busbekanntschaft



dieser nette junge herr ist mir schon beim einsteigen aufgefallen. normalerweise mag ich es nicht so gern, wenn man mich so intensiv mustert, aber diesmal war es in ordnung. er wollte auch einmal nach hinten spazieren, wo ich sass, aber leider wurde er von seinem begleiter streng ermahnt. ich hätte nichts dagegen gehabt, mich von ihm beschnüffeln zu lassen, und ein paar streicheleinheiten hab ich auch immer für vorwitzige junge herren wie ihn übrig.:)

25.11.10

THE SNAIL (REMI GAILLARD)



hier ist es...mein liebstes lieblingsvideo aller zeiten...einfach nur heldenhaft und gross...und nachahmenswert...

23.11.10

Bliss N Eso - Addicted (Official Video Clip)

vogelschwarm



jeden morgen um dieselbe zeit startet ein gigantischer vogelschwarm zu einem rundflug über die dächer. eine zeitlang hört man nur das schnattern, pfeifen und kreischen der vögel. es ist so, als würde man von einer wolke grauer vogelleiber eingehüllt, als wäre man teil dieser morgendlichen versammlung. man möchte mitfliegen können, die dächer von oben sehen, in die dunkelblaue luft des frühen morgens tauchen. für einen bruchteil einer sekunde fühlt man eine seltsame art der traurigkeit, aber es ist so kurz, dass man sie kaum wahrnimmt. erst später, wenn man darüber nachdenkt, weiss man, dass man traurig war.

bleiche pilze



auf einmal waren sie da, in den blumentöpfen auf dem balkon. sie wuchsen über nacht aus der erde und waren überall. die kakteen, mit denen sie die töpfe teilten, nahmen es gelassen hin. sie wussten ja, dass den bleichen, mondsüchtigen kameraden kein langes leben beschieden sein würde. und genauso war es. sie verschwanden, wie sie gekommen waren, über nacht.

22.11.10

kreativweekend mit marit

gerade endet das schönste weekend seit langem, bzw. das schönste verlängerte weekend. die liebe herzkönigin war hier, von freitag bis gerade eben, und man kann durchaus sagen, dass die zeit, die wir hatten, eine verdammt gute war.

im netz waren wir kaum, grad mal kurz in den foren, aber sonst nix mit netz, lieber origami falten und filme gucken, kochen und endlos reden. für besichtigungen war das wetter viel zu beschissen. marit meinte, sie wäre eh nicht wegen irgendwelcher besichtigungstouren hergekommen, sondern, um mich wiederzusehen und damit wir endlich wieder lange gespräche führen können. was beim origami besonders gut geht, es sei denn, man baut gerade was ganz arg schwieriges. zum beispiel diese verdammte schildkröte. das teil hätte uns fast gekillt. eine haben wir geschafft, aber das war's dann. man muss diese wahnwitzige form am schluss nämlich aus dem papier rausziehen, das papier zerreisst, und das war's dann. mann, es gibt sogar figuren wie das häschen oder den goldfisch, die man aufblasen muss. nächstes mal dann.:)
wir haben sterne gefaltet, die wirklich schön wurden. ziemlich gross und bunt und bringen wirklich gute laune, vor allem, wenn es so grau und verregnet ist wie hier (fotos kommen dann bald). das wetter war unglaublich scheisse. vor 2 wochen war noch blauer himmel und schöner spätherbst und nun kündigt sich der winter an, es regnet und was eisiges liegt in der luft. soll diese woche eh zu schneien beginnen. und es ist grau. grauer nebel, grauer himmel, grauer asphalt. machte uns aber nix aus.

das geilste, was wir gekocht haben, war diese hokkaido-kürbissuppe. marit hat das rezept im kopf gehabt, was ich absolut bewundere. viel curry rein, auch karotten sogar banane, apfel, und am schluss dann noch kokosmilch, damit das ganze arg cremig wird. ich hab gefressen, bis ich nur noch rumliegen konnte. aus den kürbissupperesten haben wir am nächsten tag dann eine sauce für spaghetti gebaut, mit tomate und angebratenen tofuwürstchen. das war unglaublich gut. ausserdem hatte es ne wirklich schöne farbe. alles, was wir dieses weekend gemacht haben, war sowieso total bunt. das essen und die origami-figuren vor allem. irgendwann geht eins ins andere über. ob man kocht oder papier faltet, irgendwie macht beides echt viel sinn (und ist bunt).

das nächste treffen findet dann bei marit in berlin statt, oder wir treffen uns in prag, was ja von berlin nicht weit weg ist (von graz umso weiter, aber macht nix, in prag war ich auch schon lang nicht mehr und es steht auf meiner liste ganz weit oben). kann manfred ja auch mal mitkommen. wir könnten in prag ein bisschen ausserhalb wohnen, wenn wir eher ein moderneres (aber sauberes) hotel wollen, oder in der innenstadt, wenn wir uns das morbide ambiente eines vergammelten prager zimmers wünschen, je nachdem. innenstadt ist sicher interessanter, nur muss man putzen, bevor man das zimmer nutzen kann. die preise gehen eh, zumindest war es vor ca. 5 jahren so. kann sich aber geändert haben. aber die hotels sind sicher alle im internet zu finden. klingt interessant, ein kreativweekend in prag. wir haben vor, viel mit draht zu machen. skulpturen und gefässe. aber berlin ist natürlich auch toll. mal sehen, wo wir uns das nächste mal treffen.
aber so viel zeit lassen wir nicht mehr vergehen. solche treffen sollten am besten 2 mal im jahr stattfinden. mindestens.

18.11.10

existenz

ok, seit unser lieber einstmals verschollener und nun wieder irgendwie ins netz geflutschter freund fh mein blog kommentiert, lieg ich mehr unter'm tisch vor lachen als dass ich hier reinposte, das gehört nun geändert. heisst jetzt nicht, dass er nix mehr schreiben darf, immer her mit den kommis und den sonder/wunderbaren pseudonymen, deren er sich im moment bedient, und wenn dann wieder mein blog mit ihm kommuniziert, dann weiss ich, es ist alles gut im staate internet.

jedenfalls, das netz...beginnt, mich ganz erbärmlich anzukotzen. die soz. plattformen gehen mir dermassen auf die ketten, dass ich mich nur noch selbst löschen möchte, jeder traum, dem wir früher nachgelaufen sind wie mondsüchtige, nur dass unser mond ein monitor war, jeder traum scheint vernichtet zu sein, aber sowas von gründlich. es war von anfang an klar, dass sowas passieren musste. wir waren immer der underground und zu anders, die leute, die zwar gute ideen haben, aber nicht die kohle, um sie umzusetzen. und was wäre passiert, wenn wir die kohle gehabt hätten? denkt mal drüber nach. ich meide solche gedanken. ich weiss, was passiert, wenn man auf einmal zuviel kohle in den händen hat.

kleiner rückblick. nicht mal so lang her. ein paar jährchen. damals war ich noch fleissig auf computerkursen, neben der arbeit. den tag über arbeiten, dann ne stunde pause, dann kurse bis in die nacht, dann um 6 uhr raus. egal, ich mochte die viele arbeit. wir hatten so'ne runde gebildet, wir verstanden uns einfach gut und was das schlimme dran war, wir waren idealisten. bis mal einer die folgenschweren worte sagte: wir könnten uns zusammentun und ne firma gründen.
wir waren begeistert dabei, alle von uns, denn der erste auftrag war schon fast an land gezogen. ne ausschreibung, an der wir uns beteiligen wollten. es ging um ein computernetzwerk. ein 2-stöckiges haus vernetzen, für ne computerschule, die grade fertig gebaut wurde, und das einzige, was wirklich daran störend war, war das kleine wörtchen "ausschreibung". damit gingen wir jedoch einigermassen locker um. wir waren eh die besten. mh..vielleicht waren wir das sogar, aber was heisst das schon.
es war alles wie in einem dieser filme, ihr wisst schon, einer der filme, wo man wie angeklebt vor dem fernseher hockt und nicht fassen kann wie geil das alles sein kann. ein film, bei dem man dieses leuchten in den augen hat, sogar als zuseher. weil man auf einmal diese magie spürt. es geht um geschwindigkeit, kohle und spass. vorerst war alles genau so. nach den kursen waren wir immer noch unterwegs, rauf auf die autobahn und zu nem menschen gefahren, der diesen irren grossen computerladen hatte. mann, ich weiss es noch, als wäre es gestern gewesen, als wir das erste mal um diese unzeit ankamen. das haus war schon dunkel, wir läuteten an der tür und der ladenbesitzer guckte sauer vom schlafzimmerfenster runter. hatte schon gepennt. sah uns, begann über das ganze gesicht zu grinsen und meinte: ich koch gleich mal kaffee.
drinnen, im laden..hinterzimmer. die geilste hardware, die ihr euch denken könnt. ich sass auf einem alten sofa, sah mich nur noch um und da war es, das leuchten. das grosse..riesengrosse abenteuer. scheisse. so wollte ich leben, das war es, genau das. leute, ich war zum ersten mal in meinem ganzen leben zufrieden. aber immer war da irgendwie auch sowas wie fieber. glühende wangen, zu schneller herzschlag. gier.
jedenfalls. wir sassen zusammen und stellten die hardware für ein token-ring netzwerk zusammen. die leute wollten das beste. sql server, pipapo, die geilsten teile, und diese verdammten microsoft-lizenzen, die so viel kosten. beamer vom feinsten, netzwerkdrucker. wir hatten also die volle liste. es war einfach nur klasse.
das ganze kostete zusammengerechnet so ca. 65 millionen schilling.

ok, ich sass da, starrte meine docs an und war gelinde gesagt nicht mehr wirklich zurechnungsfähig. ich konnte mir den betrag nicht mal vorstellen. die anderen waren superlocker. ich sass da und dachte, alter. es ist der beste scheissfilm, der jemals gedreht worden ist. damals waren die löhne für netzwerker wahnwitzig hoch, irreal. 1800 schilling pro stunde. krank, wenn man es mit den heutigen löhnen vergleicht, aber es war wirklich so. arbeitszeit wäre von 8 uhr morgens bis 8 uhr abends mit mittagspause (so'n stündchen). und was das beste dran war, dass danach nochmal ein job winkte, genau so wie dieser hier, dieselbe entlohnung. pro job rechnete man 3 monate. alles in allem ein halbes jahr, nach dem halben jahr biste millionär. auch wenn dir das finanzamt die hälfte wegfrisst.

die rückfahrt auf der autobahn war wieder mal so eine sache, die ich nie vergessen werde. mühsam niedergehaltene euphorie, immer wieder sätze wie im film, und die weisen worte: "den champagner machen wir erst auf, wenn wir den job haben". in gedanken hatte jeder schon die pulle schampus offen. wir waren schlicht und ergreifend besoffen. von der situation, dem feeling. es macht süchtig. die gier macht süchtig nach mehr. komischerweise ist es nicht wirklich die gier nach geld. es war was ganz anderes. die gier nach einem ganz wilden leben war es, denke ich. nach einem leben, das sich einfach jeder wünscht, es sei denn, er ist der bodenständigste mensch auf der erde, und ich kenne keinen, der so ist.

die angebote der firmen, also auch unseres, landeten dann beim notar, und es wurde uns gesagt, dass wir in spätestens 3 tagen das ergebnis haben. es dauerte 3 wochen. und irgendwie war mir beim warten schon einiges klar. genau so war es dann auch. zweitbestes angebot. gewonnen hat ne riesenfirma. klar, die leute kaufen zu bedingungen ein, die wir niemals kriegen. denen schmeisst man das zeug nach, und ausserdem sollen ausschreibungen nicht wirklich mit rechten dingen zugehen. sagte m., und der weiss es von seinem job in der werbebranche. die kennen ausschreibungen sehr gut. zweiter war verdammt gut, aber auch verdammt das letzte, was wir brauchen konnten.
das business ist binär. es gibt nur nullen und einsen. LOL

ich bin wie ein rumpelstielzchen rumgesprungen, meine leute waren eher still, und ich hab damals gebrüllt wie verrückt.
wir waren um 5 millionen zu teuer.
meine reaktion: 5 millionen sind peanuts.. so brüllte ich rum. tja.
5 millionen sind peanuts. die magie des geldes. korrumpiert ziemlich schnell.

wisst ihr, ich vermiss jede sekunde von damals. die ganz grosse magie war nicht von geld abhängig. das leuchten, dieser irrsinn, ein leben zu führen, das endlich so ist wie man es möchte. das ganze macht dich so süchtig wie nen junkie. ich fühl es beim schreiben. ich fühl es in jeder faser meiner existenz. dieses ich lebe. die liebe zu diesen ungeheuren maschinen, ihr brüllen, wenn sie nicht genug daten verarbeiten können, weil der mensch zu langsam ist, ihr fressen und schlingen, ihr heulen, wenn sie gefrustet sind, und die stille, in die du fällst, wenn die dich angefixt haben, eine stille wie man sie sich im all vorstellt. und frieden. so nah dran. seither renne ich und renne und kann nicht mehr aufhören zu rennen. und ich verbrenn an meiner gier, am hunger. das kriegst du nie mehr weg.

yeah, es war nicht das geld. aber viel geld kann ganz schön verrückt machen. also denke ich, es ist besser, manches nur zu träumen. und ich kann ganz schön lügen.

so, und jetzt geh ich schlafen. ich glaub, ich werd ganz ganz wild träumen..)

16.11.10



manchmal stelle ich mir vor, dass hinter diesen fenstern geschichten wohnen. und ich glaube, ich möchte sie alle hören. nur ob sie mir jemand erzählen würde, ist eine andere frage. man sieht dort so gut wie nie jemanden. ich mag dieses haus sehr. früher befand sich der knallgelbe briefkasten gleich daneben, es muss ein abenteuer gewesen sein, dort einen brief einzuwerfen. es bestand lebensgefahr.

es gibt keinen gehsteig. die strasse führt direkt vorbei. beim verlassen des hauses am besten erst nach rechts und links sehen, sonst besteht lebensgefahr - man betritt die strasse direkt, einen schritt vom vorzimmer entfernt. schirmständer, schuhe, tür und strasse, der gang zum postkasten wird zum adrenalinschub. der schritt aus der tür, rechts und links absichern, auto abwarten, nach rechts wenden, an der hausmauer entlang zum gelben metallkasten, der in die fahrbahn ragt.

so war es damals, und es ist immer noch gefährlich genug. ich habe zwei möglichkeiten, nach hause zu gehen, wenn ich diesen weg nehme. entweder am bellenden nachbarshund vorbei, der mir oft zu laut und aggressiv ist, oder auf der anderen strassenseite, an der hausmauer entlang und beten, dass mich die autofahrer rechtzeitig sehen. abends und nachts am besten in gelber reflektionsjacke...

das nächste abenteuer beginnt in dem moment, wo du drüber nachdenkst



der himmel ist klar, das blau lädt zu einem spaziergang im himmel ein. ideal für eine heissluftballon-fahrt! die luft prickelt, es könnte einiges zu entdecken geben. neue abenteuer, vielleicht sogar von der speziellen sorte, du weisst schon, unvergessliche dinge, dort oben im himmel, unten auf der erde und überall dazwischen. vielleicht wird es am nachmittag regnen, doch bis dahin sind wir längst wieder zurück. zum fünfuhrtee auf der loggia, aber das ist eine andere geschichte...

gitternetzwerk



ganz hinten, im eck, nebelt es. dort, wo die farben verwaschen sind. du musst genau hinschauen. dort hinten ist ein magischer ort. wenn du wissen willst, worum es geht, frag am besten die bäume. heute spricht alles von der sehnsucht, aufzubrechen. aber mache ich das nicht schon, jeden tag?

13.11.10

remembering last winter...






manchen fällt gerade jetzt das warten auf den ersten schnee schwer. es ist schon richtig kalt und der himmel ist oft grau, fast wie im winter. ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich in den himmel starre, und die ersten schneeflocken erwarte, die heruntersegeln. aber es dauert noch. man kann den ersten schnee riechen, es liegt etwas ganz besonderes in der luft. wir werden es sicher bald erleben. bis dahin möchte ich die wartezeit mit diesen bildern überbrücken. sie stammen von letztem jahr. ich hab sie für mein blog rausgesucht, weil sie mich zum träumen bringen.

Real Life - Send Me An Angel (1983)



gerade gefunden...achziger...also, ich find den song immer noch superschön. nur hatte ich den namen der band vergessen. dachte noch, real life, nie gehört. es ist ein klassiker des synth pop und weckt so manche gute erinnerung bei mir.

11.11.10

wuppdich, da isser wieder

ok, falscher alarm. anscheinend ist seine page nur von fb gefressen worden. ist nicht nur mir aufgefallen, john, ein kumpel, hat's auch gesehen.

ist nicht wirklich mein tag heute. ich werd mich für den rest des tages im bett verstecken. morgen ist alles gut. hoffentlich ist bald morgen.

auf facebook geht ein böser clown um, ich kann seinen fauligen atem riechen!!!!!!!!!
*unters bett hechtet*

jetzt anscheinend für immer

*eine von meinen geliebten/gehassten lungenvernichtern anzündet* ich brauch jetzt eine. und irgendwie bräuchte ich was stärkeres oder besser gesagt was anderes als eine zigarette. ein glas bourbon vielleicht, nur trink ich so gut wie nie und hab deshalb auch nie was im haus.
ok, gleich in medias res. rod hat sich schon wieder gelöscht. und ich sitz hier und lache irgendwie so fertig in mich rein. ich weiss nicht, warum er es gemacht hat. er ist doch vor kurzem erst auf facebook angekommen. dann hatten wir gespräche, auch die anderen der damaligen myspace dark city rats waren da und haben mit ihm geredet, es war relaxed. alles ok. möcht man meinen.

rod sagte zu mir, er wäre in der hölle gewesen und nun kämpft er sich wieder zum licht. sozusagen. mh...aber ob es auf diese weise geht? dass man sich kurz wo niederlässt, die kumpels begrüsst, ihnen das gefühl gibt, jetzt wäre alles ok, und sich dann sang- und klanglos wieder löscht (ja, schon wieder)..dass man wieder beginnt, irgendwohin seine texte reinzuposten, kreativ zu sein...und dann alles hinter ich lässt...das ganze scheint mir eigentlich ein wenig irre zu sein.

ich bin eigentlich viel zu müde für emotionen, aber ich hör grad ein lied in endlosschleife, und das hat mich überhaupt dazu gebracht, hier alles niederzuschreiben. eins der lieblingslieder, die ich in dark city immer höre, wenn ich das spooky kid in mir aufwecken muss, bzw. wenn ich spüre, dass es krank ist, vor sich hinblutet, und wieder mal nichts mehr checkt.


darum werd ich mich nicht hängen lassen..irgendwie denk ich mir halt, ich hab nichts damit zu tun, und es geht mich im prinzip ja auch nichts an..nur sag das jemandem wie meiner seele, die ne spooky kid seele schlechthin ist. ich hab gerade mit cat auf myspace kontakt und kaufe ihr jetzt endlich diese zwei coolen alten living dead dolls ab, tina black und hollow. die beiden passen wirklich perfekt zu meiner sammlung und ich glaub, somit ist dieser tag auch gerettet.
aber...mann...irgendwie hat's mich schon ein kleines bisschen zerstört, das alles. ich glaub, diese selbst-löschug war diesmal für immer. wahrscheinlich treffe ich ihn nie wieder. aber, wie gesagt, ich bin zu müde, um jetzt irgendetwas fühlen zu können.

8.11.10

we have a fast car and baby, we can go anywhere




https://www.polyvore.com/we_have_fast_car_baby/set?id=24746468



gestern, vorm schlafengehen, war ich noch kurz auf polyvore, um die sets der anderen zu begutachten, und da ich noch nicht wirklich müde war, hab ich ein ganz schnelles set gebastelt. und wie bei fast jedem meiner nächtlichen sets ist auch dieses recht unheilvoll. mir gefallen die farben, und die stimmung..könnte aus einem horrorfilm sein.

we have a fast car and baby, we can go anywhere
und wenn wir pech haben, bleibt uns gar nichts anderes übrig.


weekend überlebt und gleich mal in die vollen

kleines update, aber nötig, weil ihr sonst denkt, ich hab gelogen bzw. lüge aus passion. super, ich muss schon wieder lachen. stellt euch den kerl vor..einen blogger, der als lieblingshobby die leute belügt, die seinen blog lesen. wie er daheim sitzt, vor der tastatur, und volle kanne geifert.
nee, also ich nicht. geifern schon, aber ohne lügen.
ich hab euch ja erzählt, dass ich mein photoblog gelöscht hab. weil ich erstens nicht genau wusste, was ich damit machen soll (äh...photos reintun??? oO) und zweitens weil ich mir eh schon wie der freak schlechthin vorkomme. der normale mensch besitzt ein blog, mehr muss wirklich nicht sein, wir sind ja nicht megaloman
*geifer*
nun gutchen, ich hab also mein photoblog wieder wachgeküsst. börks. es lebt wieder und sammelt ab jetzt die bildchen, die ich so schiesse, wenn mir grad fad ist. oder, wenn ich...was sehr sehr selten ist, von einer inspiration heimgesucht werde. es ist supersupersüss...bildhübsches kleines blog...hat neue tapeten bekommen...sieht fast profimässig aus. ganz grosse liebe meinerseits!!
also, ich bin einigermassen happy, obwohl ich heute wieder mal ohne schirm in den regen gekommen bin. was mir inzwischen auch nix mehr ausmacht, sowas ist moi gewöhnt und moi meckert auch nicht rum. hab photographiert..na klar...und ihr wisst jetzt, wo ihr diese bilder findet. solltet ihr sie suchen. hehe...themenwechsel.

hab ein einigermassen brutales weekend hinter mich gebracht. alles begann an diesem samstagmorgen, als ich gut gelaunt (naja, sagen wir ich war einigermassen wohlwollend gestimmt) meine behausung verliess, um mir ein paar stunden büro zu gönnen. und da sah ich dass etwas an unserer tür klebte. es war etwas scheussliches, nämlich ein zettel unseres nachbarn über uns, der uns hyperfreundlich mitteilte, dass an diesem abend noch mächtig gefeiert werden würde. seine b-day-party, und er meinte, es könnte laut werden. wir könnten dann ja vorbeikommen... stimmung sank unter den nullpunkt. mann, war ich sauer. das ist der kerl, der normalerweise sowieso keinen scheiss gibt, ob seine dauerlärmerei jemanden stört oder nicht, und auf einmal dieses süssliche schreiben. jeeez.
das witzige war, dass am abend dort oben alles ganz ruhig war. m. meinte, dass wahrscheinlich niemand zur party gekommen wäre. ich wartete auf die lärmhölle, aber nix kam. das warten allein hat mich dermassen zermürbt, dass ich kaputter war, als wenn der partylärm tatsächlich stattgefunden hätte. am sonntag war wieder alles beim alten. der mann lärmte rum wie immer.
das ganze sieht wie ne verarsche aus, aber dazu ist er nicht fähig. er kündigt krach an und sitzt dann wahrscheinlich friedlich irgendwo rum und liest sein einziges buch. und wir hocken unten in unserer wohnung und haben die fetten ohropax drinnen, aus lauter angst vor dem angekündigten lärm.
wahnsinn. diese welt ist eine einzige klapse.

im büro sind übrigens fast alle krank bis auf emil und moi. sonst husten alle und kriechen am zahnfleisch daher. ich frag mich, wann ich das erste kratzen im hals fühlen werde...

wahre schönheit darf ruhig altern...



dieses doch recht auffallende haus steht in unserer nachbarschaft. es ist ein wunderschönes jugendstilhaus, unschwer zu erkennen, und es ist bewohnt. leider. oder sollte man darüber froh sein? jedenfalls kümmert sich jemand um die erhaltung. ich stelle mir oft vor, wie es sein muss, dort zu wohnen, in einem uralten haus (mit einem kleinen pavillon im garten, und riesigen bäumen rundherum). vor allem hätte man viel platz. und genug inspiration für ein ganzes leben..die geschichten, die ich dort schreiben würde, würden sich allerdings auch nicht wirklich von denen unterscheiden, die ich jetzt schon schreibe. meine geschichten leben in einem haus, das noch grösser ist als dieses hier...

gespensterbäume



allerheiligenwetter und noch dazu ziemlich kalt... eigentlich macht dieses wetter recht müde, manche sogar depressiv, aber ich hab' keine probleme damit, solang mir die photomotive nicht ausgehen. der garten hier ist mein lieblingsmotiv in dieser gegend. das grundstück ist riesengross und das häuschen wohl schon sehr alt. diesmal sind mir diese wunderbaren bäume besonders aufgefallen. ich liebe bäume sowieso über alles und photographiere wahrscheinlich schon zu viele davon. bald ist meine ganze festplatte voll mit photos von bäumen! diese kleineren obstbäume kann ich vom alter her überhaupt nicht einschätzen. mir gefällt, wie ihre äste ohne laub aussehen. in der nacht muss es einfach genial aussehen. diese bäume im licht einer strassenlaterne und man hat den eindruck, als würden lauter gespenster auf der wiese stehen.

7.11.10

jeder baum hat seinen stern



ich vertreibe mir die zeit beim warten auf den bus...

morgendämmerung. die ersten sonnenstrahlen geniessen.



noch ein paar ruhige minuten geniessen, bevor ich ins büro muss. ich liebe diese zeit des tages. obwohl ich dann noch so bettschwer bin, dass ich fast wieder einschlafen könnte. dieser spaziergänger hat seinen hund dann frei laufen lassen, und ich feigling hab mich gleich mal versteckt. war ein grosser hund.:) ich hab den mann erst im winzigen monitor meiner digikamera entdeckt, und er hat mich gar nicht gesehen. ich war ziemlich erschrocken. um diese zeit ist die strasse nämlich immer menschenleer.

...



Du hast stets getan, was man von dir verlangt - niemand hat sich je bedankt
(Und du wusstest nie, warum)
Du warst zuverlässig, hast dich angepasst - doch alle haben dich gehasst
(Und du wusstest nie, warum)
Haben hinter deinem Rücken über dich gelacht - Karriere hast du doch gemacht
(Und du wusstest nie, warum)
Du hast dein Ziel erreicht und jetzt stellst du fest,
dass du trotzdem nicht glücklich bist

Weil es nicht so leicht ist, nur der zu sein, der du als Kind schon werden solltest
Denn was du erreicht hast, ist, so zu sein, wie du als Kind nie werden wolltest ...

Du warst auch mal verliebt, doch das ist lange her - heute liebst du keinen mehr
(Du wüsstest nicht, warum)
Hast dein Gefühl einfach getötet, irgendwann - damit dich nichts verletzen kann

Weil es nicht so leicht ist, nur der zu sein, der du als Kind schon werden solltest
Denn was du erreicht hast, ist, so zu sein, wie du als Kind nie werden wolltest

Nämlich allein, ständig allein
Schrecklich allein, ewig allein

Verdammt dazu, allein zu sein - ein ganzes Leben lang allein
Sieh dich doch um, sieh endlich ein: Du bist allein, du bleibst allein

Allein, allein, allein, allein

Denn was du erreicht hast, ist, so zu sein, wie du als Kind nie werden wolltest



More lyrics: http://www.lyricsmode.com/lyrics/d/die_arzte/

5.11.10

herbstspaziergang















einer der wenigen, wirklich schönen tage. man merkt erst dann, wie sehr man das sonnenlicht braucht, wenn die tage immer grauer und nebliger werden. solche sonnigen herbsttage sind für mich immer wie urlaubstage. sie haben etwas unbeschwertes, poetisches. ich kann mir vorstellen, dass dichter den herbst lieben.