16.11.10


manchmal stelle ich mir vor, dass hinter diesen fenstern geschichten wohnen. und ich glaube, ich möchte sie alle hören. nur ob sie mir jemand erzählen würde, ist eine andere frage. man sieht dort so gut wie nie jemanden. ich mag dieses haus sehr. früher befand sich der knallgelbe briefkasten gleich daneben, es muss ein abenteuer gewesen sein, dort einen brief einzuwerfen. es bestand lebensgefahr.

es gibt keinen gehsteig. die strasse führt direkt vorbei. beim verlassen des hauses am besten erst nach rechts und links sehen, sonst besteht lebensgefahr - man betritt die strasse direkt, einen schritt vom vorzimmer entfernt. schirmständer, schuhe, tür und strasse, der gang zum postkasten wird zum adrenalinschub. der schritt aus der tür, rechts und links absichern, auto abwarten, nach rechts wenden, an der hausmauer entlang zum gelben metallkasten, der in die fahrbahn ragt.

so war es damals, und es ist immer noch gefährlich genug. ich habe zwei möglichkeiten, nach hause zu gehen, wenn ich diesen weg nehme. entweder am bellenden nachbarshund vorbei, der mir oft zu laut und aggressiv ist, oder auf der anderen strassenseite, an der hausmauer entlang und beten, dass mich die autofahrer rechtzeitig sehen. abends und nachts am besten in gelber reflektionsjacke...

Labels: