11.12.10
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sie erinnerte sich daran, als sie den computer nur zum musikhören verwendet hatte. lange her.
ihre anlage war damals gerade verstorben. sie hatte stapelweise cds zum computer hinübergeschleppt und war zwischen den cds kaum noch zu erkennen gewesen. nur ihr haarschopf lugte hervor.
wie ein fort, das sie sich gebaut hatte, und in dem sie sich nacht für nacht verschanzt hatte.
ganz ohne internet. ja, wirklich. sie hatte damals eine bestimmte fähigkeit besessen, die ihr inzwischen fast abhanden gekommen war. die fähigkeit, lang konzentriert zuzuhören. vielleicht sollte sie sich wieder ein fort bauen. wo sie mit ihren gedanken allein war. sie würde das eingangstor zu ihrem fort fest verschliessen, niemanden in ihre gedanken sehen lassen. einmal nicht mit anderen teilen, so wie sie es eigentlich immer machte, wenn sie im internet war. teilen und kommunizieren, stundenlang. sie würde ihren gedankenstrom einmal nicht ins netz richten, sondern nach innen und nur mit sich selbst, natürlich unhörbar, reden. undenkbar für manche, heutzutage. aber so sehr wichtig.

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