1.5.12
0018
überall ist nacht
es wäre schön, ein notizbuch mit schwarzem einband zu besitzen, in leder, etwas brüchig, nach keller riechend, und in dieses buch einen unablässigen strom nächtlicher gedanken einzutragen, wie ein stück seele, das man aushaucht, ein stück feines weisses leinen, das vom bluthusten schwarz verfärbt ist. das nach weihrauch riecht und auch nach tränen.
die zeit gerinnt, verfestigt sich, wenn wir den schwarzen strom unserer gedanken ausatmen
sie verflüssigt sich, wird zum wilden strom, der uns ertränkt, wenn wir verstummen
überall ist nacht
gerade jetzt

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