27.3.14
toskana, teil eins
 
ich versuche, unsere alten bilder ab und zu zu archivieren, damit sie nicht allzu sehr verblassen. es wäre wirklich zu schade. vor allem um diese bilder. einer unserer schönsten und seltsamsten urlaube. ich muss darüber noch einiges aufschreiben. wir haben dort dinge gesehen und erlebt, die ohne weiteres in einen phantastischen film passen würden. die seltsamsten menschen der welt, ausser uns natürlich, leben in diesem landstrich.
 
 
 
 das dorf heisst casesi und befindet sich in der nähe von viareggio. wir konnten von unserer behausung aus das meer sehen. ausserdem hatten wir freien und direkten blick auf puccinis geburtshaus, wie uns fast jeder einheimische stolz zu verstehen gab. ich glaube, man kann es auf diesem photo oben sehen. es ist eins der häuser auf dem gegenüberliegenden hügel.
 
 

das wunderschöne pflanzenwesen neben dem pool. ich weiss leider nicht, um welche pflanze es sich handelt, allerdings würde mir mein wissen eh nichts bringen, denn dieses wesen kann sicher bei unserem klima nicht leben. also lasse ich das anpflanzen hübsch bleiben und erfreue mich lieber an diesem bild mit den üppigen farben. es war natürlich in natura noch üppiger.


wenn man sich das allererste photo anguckt, sieht man einen teil des anwesens, wo wir gewohnt haben. [werbeeinschaltung]kleiner tip - man bekomt solche häuser bei cuendet, die sind die meister bei solchen  dingen[/werbeeinschaltung]. eigentlich wollten meine eltern mit mir damals in die toskana fahren, aber dann ist meine oma schwer krank geworden. wir wollten alle drei zuhause bleiben, aber wenn man den urlaubstermin nicht wahrnimmt und das erst sehr kurzfristig mitteilt, bekommt man nur noch einen winzigen teil des geldes zurück, also hab ich das landhaus bekommen, und m. und ich sind gefahren. naja, sorgen hatte ich schon um meine oma, aber ich hab eh ununterbrochen daheim angerufen und mich erkundigt. trotzdem. es wäre schöner, einen solchen urlaub wirklich unvorbelastet zu erleben.


man sollte definitiv länge als eine woche bleiben. wir waren nur eine woche dort, aber nach der einen Woche beginnt man erst, sich richtig zu entspannen und das langsamere tempo anzunehmen. man beginnt, zu geniessen, aber man braucht so lange. m. hat so viel geschlafen. er war todmüde vom job und die landschaft mit den insektengeräuschen, all dem schwirren und flattern, macht so müde. er hat oft am tag geschlafen und ich habe draussen herumgestöbert. winzige bunte schneckenhäuser und seltsame stachelige kugelige gewächse gesammelt, die ich zuhause zu ketten aufgefädelt habe, als mitbringsel für meine freunde. haben einen riesengrossen glänzenden toten käfer gefunden, den m. wunderschön ..als tischdeko (jawoll..) .. aufgebahrt hat, zusammen mit blüten und glitzernden steinen. ich kann mich noch erinnern, dass wir eine schlangenhaut gefunden haben, die dann die tischdeko perfekt ergänzt hat. es war romantisch und fast zu perfekt, aber ich habe jeden tag blutigere horrorstories geschrieben. es war diese landschaft, die überreife, die leichte verwesung, die schon in der luft lag. es war das glücksgefühl schlechthin. schönheit und grauen. nichts schönes, das einfach nur schön und ohne grauen ist, ist wirklich schön für mich. ein haus wird erst durch seine schatten interessant. und diese landschaft lechzt nach blut.

das man in form von rotwein zu sich nehmen sollte. man sollte nicht das weinchen nehmen, der von monsieur angeboten wird. monsieur war der eigentliche besitzer des hauses, schweizer, ziemlich reich dem anschein nach, lebte mit seiner frau in der nachbarschaft und vermarktete seinen besitz über cuendet. monsieur hatte ein böses weinchen angebaut, das einem das blut gefrieren liess. es war so grauenvoll. und er war so verdammt stolz darauf. wir haben seinen wein angenommen, den er uns gebracht hat und haben einfach coke reingeleert. so ging es. in der nacht waren wir so hellwach, wie wir am tag schläfrig waren. wir waren ewig auf. im olivenhain funkelten hunderte glühwürmchen und das funkeln ging in den himmel über. und da gab es noch den mann, der am hügel über uns gewohnt hat. es war das haus direkt auf der kuppe des hügels und als der dicke vollmond über dem hügel aufging, sah es genau so aus, als würde der mann den mond in seinem vorgarten gefangen halten.  so war das damals... und inmitten der landschaft, umgeben vom funkeln und glitzern, waren wir doch einigermassen zufrieden.

 
 
stimmt.
 
haben wir übrigens nicht geschrieben. es war schon so, als wir daran vorbeikamen. aber es gibt dort jemanden, der eine art seelenverwandter von uns ist. schönes gefühl. schwarze gibt es überall, auf der ganzen welt... hm. dieser container wäre auch ein schönes mitbringsel für die freunde gewesen, fällt mir gerade auf. street art. sozusagen.  im weitesten sinne. sieht irgendwie so aus, als würden wir durch die anden latschen. so überaus gebirgig. aber das täuscht. meine kamera macht manchmal solche dinge. es sind nicht die anden, es ist die toskana!
 
 
 
will be continued, wenn ich wieder ein paar bilder gescannt habe

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