21.2.16
meine oma ist gestern gestorben. sie war 102 jahre alt, also kann man schon sagen, dass man damit rechnen musste. sehr alte menschen sterben, das ist wohl normal. aber trotzdem. man will es einfach nicht wahrhaben. genauso wenig wie man es wahrhaben wollte, dass meine omi seit einigen jahren nur noch bettlägrig war und sich nicht mehr richtig bewegen konnte, eine magensonde hatte, ihr ganzer körper von alterskrebs durchwachsen war und dass sie weder lesen noch fernsehen konnte und nur dalag und meistens die augen zu hatte.

man wusste nicht, ob sie meistens "da war" oder nicht, aber ich glaube, sie hat noch viel mitgekriegt. wenn meine mom ihr etwas vorgesungen hat, hat sie manchmal mitgesungen, und zu weihnachten hatte sie viel freude mit den weihnachtsliedern, die sie total laut mitgesungen hat. sie hat oft medikamente bekommen, die es ihrem gehirn erleichtert haben, noch da zu sein und auf bestimmte dinge zu reagieren. sie hat ja kaum genug nahrung bekommen, dass ihr winziger körper richtig versorgt war. diese sondennahrung ist ja nicht so genial, man bleibt am leben, aber man hat natürlich keine freude mehr am essen, also ist es nur eine lebenserhaltende aktion und sonst gar nichts mehr. sie hatte in der speiseröhre auch krebs und ich glaube das schlucken ist nicht mehr richtig gegangen, also musste die magensonde verwendet werden. schmerzen hatte sie keine. sie hat dauernd medikamente gegen schmerzen bekommen und ich glaube, sie war immer ein kleines bisschen high davon. und jetzt ist das winzige fragile wesen mit dem eisernen überlebenswillen nicht mehr hier. ich bin sicher traurig, aber .. jetzt kommt eine üble klischeephrase  ... es dürfte besser sein für sie. am schluss konnte sie sich nicht mal mehr über die magensonde ernähren. seit mittwoch war sie ganz ohne nahrung. der magen hat nicht mehr funktioniert. sie war einfach zu alt dafür. es hat nichts mehr funktioniert. da hilft der ganze überlebenswillen nichts mehr. sie hat bis zum schluss wasser trinken können und natürlich die medikamente bekommen, aber alles war so schwer für sie, vor allem das atmen. mein vater ist neben ihrem bett gesessen, als sie gestorben ist. war gestern ein brutaler tag. aber wir haben viel geredet, telefoniert und ausserdem waren liebe menschen für mich da.


gerade befinde ich mich mental in venedig, was sicher eigenartig klingt, aber gar nicht mal wirklich ist. ich stolpere in der letzten zeit immer wieder über venedig-inhalte. zuerst eher seltener, dann immer öfter, und jetzt ist es schon fast so, als würde ich in dieser stadt fast schon täglich ein paar stunden spazierengehen. ich lese darüber, schaue mir bilder an, bin auf facebook in vendig-gruppen, und jetzt ist meine arbeitskollegin sandra auch in denselben venedig-gruppen und wir träumen beide von dieser stadt, schauen uns die traumhaften bilder an und haben eine mordsfreude damit. kann gut sein, dass wir mal gemeinsam dorthin fahren. sie war noch nie dort. ich sehr sehr oft, aber es ist lang her. in meiner kindheit war das bzw. als ich eine noch ganz junge jugendliche war mit jeder menge romantik im knopfloch. wir waren jedes jahr mindestens ein mal dort, manchmal auch zweimal. eigenartig... das alles kommt gerade mit riesenschritten zurück in mein leben und ich kann mich nur wundern und freuen und ich fühle mich einfach auf wunderbare weise willkommen geheissen in einer gemütlichen, romantischen und einigermassen bizarr-schwarzhumorigen welt, die ich früher so geliebt habe und es immer noch tue.  mein zuhause, kann man sagen.
und ich freu mich, dass sandra, die sehr nett ist,  diese dinge ebenfalls so mag, auch dinge wie steampunk artwork und bestimmte filme (wir sind ja die extremsten la boum-fans, die man sich denken kann) *g* .. naja, wir sind halt romantiker. soll was schlimmeres geben.:) und wir haben uns angefreundet, was absolut cool ist.


ich fühle mich in der wohnung inzwischen sehr wohl, habe eine putzorgie nach der anderen und schmeiss total viel zeug raus. ich brauch bestimmte dinge einfach nicht mehr. viel ist für die caritas, anderes gehört eh dem manfred und viel wird auch weggeschmissen. ich hab jetzt viel mehr stauraum als früher, aber nicht mehr so viel zeug (und es wird immer weniger), also ist einiges einfach leer. die kästen werden sicher nicht gerammelt voll.


das erkerzimmer ist hauptsächlich für pflanzen, kristalle, meine drahtobjekte und entwürfe gedacht und beginnt schon positiv auf meine psyche zu wirken. ich fühle mich dort immer wohler. eine angenehme wohnung. ich bin sehr gern hier.
 
m. war zum sonntagskaffeechen da und wir haben ewig geredet und meine neue nespressomaschine ausprobiert ... sie funktioniert übrigens wirklich sehr gut. das reden funktioniert auch wieder, gott sei dank. m. hat sich die drahtobjekte angeschaut, die ich ins regal gestellt habe und hat gemeint, dass er schon vergessen hat, wie schön das alles war, was wir gemacht haben. dass diese drahtobjekte schöner sind als manches, was man heutzutage so kaufen kann. und dass es alles andere als mainstreamig war. wir waren verdammt gut. er meinte, wir könnten ja wieder damit anfangen. also langsam und gemütlich. und ich glaube, dass das wirklich funktionieren wird. ich meine, wir sind so anders als die meisten menschen und gehen alles so grundanders an, unsere lebensentwürfe sind von grund auf anders als die der meisten. also warum sollten wir uns dann nicht etwas aus der vergangenheit zurückholen können und diese dinge retten können, die uns so viel bedeuten? die meisten menschen vergessen alles. sie wollen bequem leben. sie wollen sich nicht bemühen und dinge retten, die lang zurückliegen, weil das alles unendlich viel arbeit bedeutet. und soo weit weg ist. und sie kämpfen nicht, nicht um freundschaft und schon gar nicht um die sogenannten "toten dinge". so wollen wir nicht sein. zumindest bemühen wir uns, nicht so zu werden.


im moment schaut alles ganz gut aus. ich laufe regelmässig und bemühe mich, die kundalini-attacken zu überstehen, die die wechseljahre begleiten (leider). bei uns liegt es anscheinend in der familie, dass die wechseljahre verdammt früh einsetzen. meine mom war damals erst 40. bei ihr war der stress in der firma zu viel und diese hinterfotzige atmosphäre in ihrer firma. bei mir dürfte es auch in diese richtung gehen (gottseidank bin ich von dort schon weg und meine neue firma ist schon ok, da hab ich nix zu meckern).

aber es kommt bei mir ja noch dieser brutale nikotin-entzug nach jahrzehntelangem kettenrauchen hinzu. das löst einiges im körper aus, denn es dürfte ja ein ziemlicher schock für den körper gewesen sein. diese wallungen von brutal heisser energie..hitzewallungen sagt man wohl hierzulande dazu...das ist wohl alles, was ich wirklich verabscheue. das muss ich in den griff kriegen. viel wasser hilft sicher. das feuer abtöten. das ist alles, was ich will. kundalini und alles, was damit zusammenhängt, ist abscheulich, ich kann diese energieform auf den tod nicht leiden!!! es bleibt also spannend. *g*

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