30.5.16

archangel, archangel ...


ich unterhalte mich gerade mit juliette auf tumblr über die archangelbar. kawazu postet auf facebook das neue gibson comic, "archangel". die archangel allstars gibt es noch. blue silver parkt immer noch vor der tür. und ich bin immer noch der barkeeper. so ist das. ob man will oder nicht - es ist einfach so.


es sind strange days und ich habe gerade das gefühl, dass alles wieder von vorne losgeht. was mich nicht im geringsten wundert. mich wundert in dieser hinsicht gar nichts mehr. ich wollte zuerst nicht mit juli reden. warum denn auch? ich dachte, es gäbe nichts mehr zu sagen. die arch ist seit jahren geschlossen und die türen und fenster sind fest verrammelt. alles im sicheren bereich. nichts wird mehr weh tun, alles ist ein bisschen öd und sicher und man ist keine spur mehr poetisch, man ist eine verdammte null wie man es nie sein wollte und man schüttelt  den kopf, wenn man im spiegel den verliererblick in den augen sieht. ja. so ist das. aber es ist sicher. wenn man türen und fenster verrammelt, damit keiner reinschauen kann. nur kann man auch nicht mehr rausschauen. und all die träume, die wir mal hatten...? sagt es mir. war das nur leeres gerede in unserer virtuellen bar? ehrlich? ich glaube nicht. ich glaube an träume, an wunder und daran, dass nichts vergeht. gar nichts. und damit meine ich nicht nur das gute daran. wir erinnern uns doch auch an das böse, das dort passiert ist. sicher tun wir das. stellen wir uns dem ganzen erneut?


ich hatte mal so viel inhalt. so viel, was gesagt werden musste, so viele geschichten und ideen. so viel freude am nachdenken. so viel leben in mir. so viel feuer und begeisterung. es war spannend, zu leben. und ich habe es mit jeder faser meiner existenz geliebt. und obwohl so viel scheisse dort passiert ist, in unserer kleinen bar am ende des internet, gebe ich sie nicht auf. ich wollte es. verflucht, wie ich es wollte. ich wollte sie mir aus der seele reissen. mit brachialer gewalt. ich wollte alles vergessen und die geschichte der bar ins archiv legen, unter "erledigte files". aber das ist nicht mehr möglich. also werde ich höchstwahrscheinlich wieder eröffnen.


so ist das.



aber wie ich schon juli auf tumblr gesagt habe - ich muss jetzt erstmal mit blue silver rauf auf den highway. zum nachdenken.

21.5.16

regel des lebens, kid. alles geht immer den bach runter.


heute: mein virtuelles leben:

bin gerade dabei, bei facebook mörderisch aufzuräumen. karteileichen entsorgen. wie gut das tut :) big rod ist übrigens schon wieder von fb verschwunden. wie schon mal zuvor. bei ihm weiss man nie, ob er tot ist oder einfach nur ne auszeit nimmt. hoffentlich taucht er in irgendeiner form wieder mal auf. ich mag den riesigen kerl mit all seinen gedichten und dem teilweise erleuchteten gelaber mitten in der nacht.* nur fb ist nix für ihn. aber für wen ist fb schon das richtige?

einige von meinen kontakten sind tot. selbstmord. mh, ich fühl eh nix, weil ich die meisten meiner fb-freunde nicht kenne. also nicht nur karteileichen, sondern auch echte leichen. klingt brutal, ist aber nur ehrlich. wie kann man was bei leuten fühlen, die man im rl wahrscheinlich nicht mal mögen würde??? ich hoffe jedenfalls, dass rod noch lebt und irgendwo in der wüste mit seinem hund rumkrebst und auf outlawmässig macht und sich wegen nix und niemand was scheisst. big rod. irgendwie immer noch sowas von vorbild für mich.

* nachtrag: ich hocke gerade auf FB und plärre rum, wie sehr ich unsere verdammte poetengruppe von myspace vermisse. boondockrod der outlaw, multiplex avenue, das kind von hippies, janky, der pilot und ich, das spooky kid und irgendwie auf unfassbar seltsame weise ihre kleine schwester. alles ist den bach runtergegangen. regel des lebens, kid. alles geht immer den bach runter, also kannst du gleich chillen und den ganzen scheissdreck gediegen ignorieren. da hock ich auf facebook und heul myspace nach. wenn ich auf diaspora bin, werde ich facebook nachheulen. ich bin der größte idiot, den ich kenne.
** noch ein nachtrag: ich werd ab jetzt von facebook eine auszeit nehmen. höchste zeit!!!! es gibt verflucht viel anderes zu tun!
 
 
heute: mein sogenanntes real life:
 
mein drache von evildollz befindet sich gerade ‘in der zustellung’. omg sweet jesus ♥ 40 cm gross, schwarzviolett, hört auf den namen azrael.
 
‘empfänger nicht angetroffen’…aber ich hab gewartet!!!! (und währenddessen weckerln gebacken)…es ist sooooooooo scheisse, wenn du in einem haus mit 3 eingängen lebst … gartenseitig, nicht strassenseitig.   die werfen einen blick aufs türschild und sind weg. müssen dich nicht suchen, wenn sie dich nicht gleich finden. ich hab schon mal bei der post angerufen und mich beschwert, und da kam die ansage, dass ich quasi zu versteckt wohne. yeah… der arme azrael muss im depot pennen. aber ich hol ihn nächste woche ab und das ist freude pur!!!♥
 
 
nachtrag: hab mir an meinem selbstgebackenen weckerl einen kleinen teil eines unteren schneidezahns ausgebissen.
 
 
fuck my real life
 
 

16.5.16

über das verschwinden


tief luft holen....und langsam untertauchen. die augen weit öffnen, keine angst vor dem brennen des salzwassers. das licht färbt die wasserfläche über dir in grün, von dem du oft geträumt hast, funkendes grün, das es auf der erdoberfläche nicht gibt. die luft reicht noch aus, sinke tiefer. langsam verschwindet das funkeln, vereinzelt sickert noch licht zu dir herunter. langsam gewöhnst du dich wieder an schwerelosigkeit, auch deine gedanken werden leichter, weicher. bis du dich auflöst und ganz zu verschwinden scheinst. doch langsam kommst du selbst wieder zum vorschein. was bleibt von dir, wenn alles schwere von dir genommen wird? wer bist du? jede zelle in deinem körper schwingt auf einer frequenz, die musik gleicht. tauch noch tiefer und lass die augen weit offen.
du lässt die luft aus deinen lungen entweichen, myriaden von luftbläschen umgeben deine schwebende gestalt
es ist der beste augenblick, der gleichzeitig ein abschied ist.


der mann liegt auf der wiese vor dem haus und blickt in den himmel. seine haare trocknen langsam im wind. immer wieder blickt er zum meer hinüber, dann wieder zum himmel. als wären dort in den urelementen alle antworten enthalten, die er immer gesucht hat.
weit über ihm taucht ein vogel ins blau, immer weiter, bis er verschwindet, sich aufzulösen scheint.

geht es darum, um's eintauchen, um das verschwinden? schreibt er in sein notitzbuch, das vor ihm im sand liegt. müssen wir uns selbst vergessen, um das wirkliche leben zu finden? müssen wir uns erst auflösen, um ganz zu werden?


ich kannte einmal ein mädchen,
schreibt er weiter, ein mädchen, das irgendwie bescheid wusste. manchmal erzählte sie darüber, über das verschwinden. sie sagte, sie würde es gerade lernen. es wäre eine kunst, die lebenslanges lernen erforderte. wenn sie darüber sprach, lag etwas sonderbares in ihren augen, etwas wildes, ungezähmtes. etwas, was nicht menschlich wirkte. nur ein wildes kind, schreibt er weiter. ein wildes kind, mehr nicht, und mehr wollte sie auch nie sein. er fragt sich, ob sie es inzwischen geschafft hatte, wieder ein stückchen mehr zu verschwinden. um ihrer heimat näher zu sein.

15.5.16

wechselbalg

schneewolken ziehen auf dem himmel dahin,
der himmel wirkt zerrissen,
der wind geht wohl,
und als ich den himmel ansah,
musste ich mich erinnern,
an späte autofahrten mit den eltern,
am rücksitz liegend,
nicht schlafend
der himmel den ich heute sehe
ist der himmel von damals,
nur fehlen die vorüberziehenden wälder,
die dunkle gestalt,
die oftmals aus dem schatten der bäume trat

bin ich der wechselbalg,
der aus dem dunkel der wälder und des winterhimmels stammt
bin ich jemals hier glücklich gewesen
der himmel zieht mich zurück,
ich fühle weit entfernte wälder,
den scharfen kalten wind
meine augen glühen
ich wittere in den wind wie ein wolf

12.5.16

how to survive



gather the darkness within yourself