7.10.16
hier ist die strasse staubig
vielleicht war da immer dieses glitzern,
 dieses seltsame glitzern in deinen augen,
 wie kristall, der zerspringt
 und der schmerz, den du dabei gefühlt hast, war anfangs schön,
 doch mit der zeit drang dieses glitzern in dein herz
 dann hast du bald bemerkt, dass dein herz in blutige fetzen zerrissen wird
 dieses glitzern, verräterisch und wunderschön,
 ein kristall, ein scharfkantiger zerfetzender diamant
 du sagtest: es muss so sein
 aus schmerz wird schönheit geboren
 reinheit ist immer schmerzhaft
 der spiegel der winterkönigin
 ein splitter drang in dein auge und bohrte sich tief in dein herz

 alles glitzerte, doch deine kristallwelt war bald besudelt von deinem blut
 und deine fleischfetzen hängen überall an den wunderschönen gläsernen toten dingen,
 die du dir geschaffen hast in den langen jahren deiner gefangenschaft

 hier ist die strasse staubig, das auto alt und die musik ist viel zu laut
 irgendwie dachtest du, du könntest dieses gefühl nicht mehr ertragen,
 der ewige staub auf der strasse, die mukke, die dich zum nachdenken zwingt,
 die augen der mitfahrenden, die dich anbrüllen,
 dass du um himmels willen jetzt nicht stehenbleiben darfst
 und ohne nachzudenken steigst du voll aufs gas
 ohne gross nachzudenken
 einfach im jetzt
 und hier und jetzt ist staub auf der strasse
 und die musik ist viel zu laut
 du denkst zu viel, du ruhst zu wenig
 (aber ausruhen können wir uns, wenn wir tot sind)
 du lachst über die strangen dinge im handschuhfach
 kein glitzern für mich, bitteschön.

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