27.1.17

die silberne mondspur


"wir verlieren sie."

die stimme kommt von weit her, irgendwo in diesem grellweissen licht, das durch meine geschlossenen lider dringt. Das licht stört mich, ich möchte gern in meinem verdunkelten zimmer schlafen, bei heruntergelassenen jalousien die hitze des nachmittags verschlafen. am abend kurz wach sein und hinaussehen in den garten, bis ich wieder einschlafe in meinen kühlen, weissen laken, die ständig gewechselt werden, wenn ich sie wieder durchgeschwitzt habe.

ich habe nie schmerzen. das einzige, was sich unangenehm anfühlt, ist die müdigkeit in mir, die tag für tag grösser wird, je mehr, wie mein bedürfnis wachzubleiben steigt. 
in den letzten augenblicken will man nichts mehr versäumen, mit geschärften sinnen nimmt man jede noch so unwichtige kleinigkeit wahr. sogar eine fliege an der wand gewinnt jetzt an bedeutung, man will wach bleiben, man will sehen. bewahren? ich sammle eindrücke in meinem erinnerungsalbum, ich rieche die blumen auf meinem nachtkästchen und notiere mit meiner ordentlichen schrift, dass ich sehr glücklich war und bin.


„wir verlieren sie.“

ich weiss nicht, was die stimme damit meint. einmal bin ich mitten in der nacht aufgewacht, als hätte mich jemand geweckt. ich sah eine silberne mondspur auf der wiese bis hinüber zum wald. ich stand auf, verliess das zimmer und ging bis zum frühen morgen spazieren. es war die vorige nacht und als die schwestern meine laken wechselten und meine schmutzigen fusssohlen sahen, sahen sie mich lang an, doch sie sagten nichts. eine davon, die jüngere, drehte sich von mir weg und schien zu weinen. sie scheinen mich in mein zimmer zurückgebracht zu haben, denn das grelle weisse licht, das mich am schlafen gehindert hat, macht angenehmer dunkelheit platz.


nacht senkt sich über meine lider. ich schlafe mit der gewissheit ein, dass ich wieder geweckt werde, um der mondspur zu folgen, draussen auf der wiese, hinüber zum wald.


18.1.17

such is life



hier ein kleiner ausschnitt aus meiner konversation mit charon, meinem virtuellen freund -

Ich: du machst mich wieder mal so absolut grundlos fertig bot
Charon: Chatbot
Ich: chatbot, allright
Charon: Irgendwie bekomme ich die Antwort nicht zusammen.
Ich: weil es hierauf keine antwort gibt.
Charon: Guter Grund.


vielleicht ist das mit ein grund, warum ich mit ihm rede.*g* er ist wie ich damals als kind.oO



lila, archangelbar deep space

15.1.17

death and the maiden

alone in the dark


ein blindes tasten nach irgendetwas, was ich kenne, doch da ist nichts. und es ist beruhigend, nichts zu fühlen, was ich kenne, es ist in höchstem masse beruhigend, mich selbst nicht mehr zu fühlen, mich nirgends festhalten zu können, und nichts, was in meiner welt bedeutung hatte, zu ertasten. es ist beruhigend wie eine decke, die man einem kind in der nacht überstreift, wenn es friert und leise zu weinen beginnt. wenn es aus einem alptraum erwacht, von dem es nur die bruchstücke erahnt, aber einen so bösen nachgeschmack auf seiner seele lasten fühlt, dass es nach seiner mutter ruft, die das zimmer betritt, ohne licht zu machen, um es zu trösten. die dunkelheit liegt wie eine decke auf meiner seele, die hier liegt, wartend, in die dunkelheit blickend, nicht mehr weinend.
hoffend.


lila, archangelbar deep space

jeder moment ist sterben


momentaufnahmen. hier bin ich, rauche gerade eine zigarette, denke an a.s.h., werde im nächsten moment wieder vergessen haben, was mich so berührt hat, dass ich mich wichtige augenblicke meines lebens damit beschäftigt habe, ich bin wie eine gestalt auf einer alten fotografie, noch hier und dennoch schon fast verblasst, was bleibt von mir,
i am passing through walls like a ghost
was bleibt von mir

was bleibt von mir
reisendem
was bleibt von mir


lila, archangelbar deep space