30.12.18

stimmung: endlich wieder mal chillig und gut aufgelegt, was in der 
letzten zeit eher selten war. troll hunter, mein film für alle fälle, 
läuft im hintergrund. neben mir: riesentasse kaffee und nussi, mein bär, 
der sich vor den monitor geschnallt hat, weil troll hunter läuft.




zum abschluss des jahres darf ich zusammenfassend feststellen, dass 2018 das wohl beschissenste jahr aller zeiten war, mit den negativ-highlights copyright-gesetz, zensur auf tumblr und hämorroiden - jawoll, im sommer, aber erstens bloggt man nicht wirklich gern über solche dinge...warum wohl LOL und zweitens hab ich sie weggekriegt. also den einen. es war nur einer. verdauungsprobs. derbe verdauungsprobs waren dran schuld. geht schnell sowas. *kalten schweiss von der stirn wischt* klostergeist h.-salbe kaufen und loslegen, aber bitte nicht nur aussen, haha, wie soll ich das beschreiben? GAR NICHT!!! solltet ihr sowas mal kriegen - und fast jeder mensch kriegt irgendwann in seinem leben sowas, dann kauft euch diese salbe. hat bei mir super gewirkt. und schwarze zugsalbe, falls noch als zugabe eiterfurunkel entstehen. blöd zum auftragen, aber man kommt schon selbst drauf, wie man das am besten macht. :) nach ein paar wochen ist der spuk vorbei, denn das zeug verpisst sich, wenn ihr dagegen ankämpft. ich war nie beim arzt, denn mir war das ganze saupeinlich. hab alles in der onlineapotheke bestellt und die behandlung beinhart durchgezogen. und es war genau richtig. hab nicht damit gerechnet, dass das dann auch wirklich weggeht, denn ich war der festen überzeugung, dass diese sache immer ärger und ärger wird, bis man operieren lassen muss, aber in meiner verzweiflung hab ich einfach mal alles versucht. es war wie immer ein sommer, der es in sich hatte. vor einiger zeit war ja dieses ameisen-prob in meiner wohnung, weil die biester sich durch den fliesenkitt im bad gefressen haben. bis ich da draufgekommen bin, wo die herkamen, haben die schon meine küche überflutet. ameisen-tsunami, auch wieder mal im sommer. das ganze ist auch glimpflich ausgegangen. ganz einfach mit silikonkautschuk die fliesen neu verfugt. schluss mit lustig für diese verdammte ameisen-bande. jeder sommer ist irgendwie scheisse. so ist es wirklich, man kann es nicht schön reden. ich möchte einmal einen sommer erleben, der chillig abläuft. 


kaum hatte ich mein spezial-problem des sommers im griff, war eh schon wieder herbst und halloween, das sich dieses mal eher unbemerkt an mir vorbeigeschlichen hat. was mir im nachhinein betrachtet wirklich leid tut, denn halloween ist ja mein tag und ich lebe für diesen tag. dieses mal war nix zu fühlen, ich hatte null freude daran und ich hab diese nacht auch verpennt. war in stainach bei den eltern und war dauermüde. andreas packerl war aber das highlight, eh klar. die frau weiss absolut, wie ich ticke. sie hat mir ne living dead doll ersteigert, die mir so gut gefällt, nämlich die sweet tooth in schwarz weiss. ich hab ihr auch eine LDD geschickt und zwar regan vom exorzist. und einen chuckie, aber er war einigermassen abgefuckt. hab ihn damals von living crazies ersteigert, saugünstig, und ich wusste schon, dass er keine accessoires dabei hatte, aber er war in einem schlechten zustand. die haare im pumuckl-style. sah aber irgendwie auf eine seltsame art und weise richtig gut aus. hab andrea damals das foto geschickt und sie hat sich in den kerl total verknallt. darum hab ich ihn noch in ihr packerl reingetan. glaube, andrea war zufrieden mit mir lol. ich werd auch nächstes jahr dazu beitragen, dass ihre sammlung wächst und gedeiht. :)  und ich gelobe feierlich, dass ich in zukunft jedes halloween schätzen und feiern werde, egal, wie alt oder krank oder beschissen drauf ich in zukunft auch sein werde. 

mein dad ist dieses jahr 2 x operiert worden, beide augen (grauer star), alles ist gut gegangen und er kann jetzt auch wieder ohne brille lesen. man muss ich vor dieser op echt nicht fürchten, es tut überhaupt nicht weh. und es zahlt sich richtig aus. vor allem, wenn man wie mein dad ein vielleser ist. als ich zu weihnachten daheim war, konnte er schon perfekt lesen und er kann auch wieder autofahren, was er zwar wegen seines alters so gut wie kaum mehr macht, aber er könnte wieder fahren. meine mom fährt immer und er sitzt daneben und fährt gedanklich mit. denke, er bremst und gibt gas, alles mental, und er ist tierisch nervös und zieht ihr manchmal den letzten nerv. obwohl sie so gut fährt, dass sie paris-dakar locker drauf hätte.


m. kommt heute zum zocken vorbei. ich hab ja seit sommer eine playstation und wir haben gerade -mit unterbrechungen- resident evil biohazard in arbeit (genialst!!), nachher wird es wohl call of chtulhu sein, das ich zu weihnachten von meinen eltern bekommen habe. erwarte mir einiges von dem spiel. ich bin schon gespannt auf dieses seltsame küstendorf und auf die degenerierten bewohner. solche dinge liebe ich. sind auch immer diese dinge gewesen, über die ich am liebsten lese. wir spielen übrigens immer abwechselnd. einer spielt und der andere hockt daneben und sondert heitere bis superkluge kommentare ab. natürlich spielen wir wie immer extremst langsam. grund dafür ist: ich kauf bei medimops ab und zu einen packen wimmelbild-spiele ein und diese dinger machen so süchtig, dass wir sie dann einfach oft dazwischenschieben. wir sind offiziell wimmelbild-spiele-süchtig geworden. redemption cemetery, grim facade, dark tales und wie die alle heissen. wir treffen uns immer am sonntag zum zocken und meistens spielen wir dann 1 wimmelbildspiel ganz durch. klarer vorteil für mich: keine motion sickness! m. kriegt die erst gar nicht. keine migräne, keine motion-sickness. der mann weiss gar nicht, wie gut er es diesbezüglich hat. bzw. jetzt schon, weil ich es ihm des öfteren mitteile.


tja und ein weihnachtsgeschenk musste ich mir natürlich auch noch selbst machen (sowieso). dass es in richtung horror dolls geht, kann man sich vorstellen. voriges jahr war es rain (die living dead doll). dieses jahr sind es 2 dolls, die ich mir ersteigert habe, und zwar eine bleeding edge doll (olivia o' lantern) und eine living dead doll (frozen charlotte). aber es ist nicht die frozen charlotte resurrection, die heute jeder kauft, weil sie so in ist. es ist das original. die doll kann man ohne weiteres als holy grail bezeichnen und sie war auch mächtig teuer. nur hatte ich sie von living crazies, die wieder mal ihren namen geändert hat und jetzt retrowickededen heisst. soll heissen, dass ich sie mir leisten konnte. porto war übrigens für eine doll gratis, kleiner service des hauses. solche dinge machen das ganze dann wirklich nett. ich wird die dolls mal durchzählen, glaube ich hab über 100 LDDs, was herzlich wenig ist, wenn man bedenkt, dass ich bereits über 15 jahre sammle. aber ich habe diesbezüglich sicher noch einiges vor. auch den kauf von 2 vitrinenschränken, die einigermassen düster sein sollten. meine dolls sollen stilgemäss und staubfrei residieren. schwarzes bücherregal sieht zwar auch ok aus, aber vitrine ist besser!


alsdann, happy end of 2018 (verpiss dich!!) und prosit 2019 - hoffen wir, dass dieses jahr uns alle weniger mit scheisse bewirft. wünsche euch, die ihr das alles im ernst gelesen habt, alles gute, viel gesundheit und dass wir uns alle mal zusammenfinden, um einen zu heben. wie auch immer. aber einen heben müssen wir. auch wenn wir nur vor unserem eigenen monitor hocken und den anderen zuprosten.

28.12.18

wir reflektieren wieder mal über das böse ... und über buntnesseln


ich frage mich, ob der, der so viel oder zu viel empfindet, soweit geläutert ist, dass er eine erweiterte wahrnehmung besitzt, oder ob er nicht doch damit gestraft ist. aber wahrscheinlich schwarzweiss-malerei, wie so oft, es stimmt, das leben ist in grautönen, anti-leben hätte ich in allen schattierungen von grellweiss empfunden, wobei schattierung dann ja auch zur farce wird.
mh...anti..wie sieht es aus..anti-leben? ein riesenscheinwerfer und eine grosse leinwand.
oder noch besser ne bühne in weiss, und dann kommt showtime und der kerl, der dann da rauskommt, ist nicht lucifer, sondern du selbst. der scheinwerfer strahlt dich so brutal an, dass du genau sichtbar wirst. antileben ist sichtbarkeit, darum ist es so gefährlich und schmerzhaft. sichtbarkeit heisst, dass du dich nicht wie gewohnt in dir selbst verstecken kannst, weil normalerweise kannst du immer fliehen und dich in wohltuende schatten flüchten, doch diesmal eben nicht. das macht mich irre zornig. das ziel meiner reise ist unsichtbarkeit!
unsichtbarkeit ist so angenehm...unendlich.
anti hat für mich das ende zum inhalt.
meide weiss, rebell
denn nur der punkt auf weisser fläche
spricht von deiner gegenwart
sozusagen.

nachtwesen...
gott, wenn ich jetzt raussehen könnte, könnte ich die nacht in vollen zügen geniessen, aber ratet mal - ich kann es nicht, weil: diese buntnesseln, die ich in meinem wahn angepflanzt hab, jetzt solche dimensionen erreicht haben, dass man nicht mehr raussehen kann, es sei denn, man stellt sich auf einen sessel. nachtwesen, immer hindern dich nesselpflanzen daran, die nacht zu sehen. erst anti, dann buntnesseln. *lol*
irgendwann entführ ich euch auf meinen lieblingsfriedhof bei nacht, und dann müssen wir über ne mauer klettern, oh yeah.
ich werde diesen ganzen archangel-ordner hier ganz einfach auf den friedhof verschieben für heute nacht. cut-paste.
oh, hallo, auch hier?
ja, irgendwer hat mich verschoben.
dann lass uns schnell eine flasche rotwein köpfen, in windeseile photos machen, dann noch schnell ein wenig in ner gruft sitzen und reden, den mond ganz speedig bewundern, weil wir gleich wieder ins netz verschoben werden.
im eilzugstempo war ich mit euch am friedhof, leute, und es hat echt gut getan.
oops, wir haben anti dort gelassen. na, ob der so froh darüber sein wird? ich wage es zu bezweifeln.
kennt wer tollkirschenkerzen? die dunkelroten? riechen toll giftig.

11.12.18

just dark ... nothing



irgendwo raschelt einwickelpapier
irgendwo blinkt ein augenpaar
ein aufziehbares spielzeug fährt immer im kreis
irgendwo im hintergrund
klackert es und bunte kaugummis rollen über den boden
kannst du kaugummiblasen machen?
ich meine die echt grossen
dann könntest du's hier weit bringen
eine hand mit orangen nägeln greift nach der tür
somewhere in the dark....nothing

eine pinkfarbene kaugummiblase zerplatzt.



9.12.18

sorgenkind







du kind meiner sorgen
weder fleisch noch fisch
mein schmerz lässt dich wachsen
ich töte dich



7.12.18

amorph

es hassen dich viele, wenn du beginnst, auf egoistische weise vor dich hinzuleben, ohne ihnen auch nur eine chance zu geben, dich in ihr netzwerk einzugliedern.
sie hassen dich, wenn du dich nicht als öffentliche person kreuzigst. die du geworden bist, als du in dieses biotop der vernetzten parasiten eingetreten bist. niemand ist eine insel, so sagte mal eine unsagbar hässliche kreatur zu mir, du wirst schon sehen, wie schnell du uns unterliegst und dann ein teil von dem bist, was wir sind, eine gigantische amorphe masse und glaub mir, dein inseldasein muss enden, du MUSST dich zum wohl aller auflösen.

und ich dachte gerade, dass es für die aufgefädelten würmer kein wohl mehr gibt, sie sind als nahrung gedacht, sie werden ausgeschlürft wie austern, sie denken vielleicht noch, es wäre ein opfer fürs grosse ganze, doch was dieses geniale grosse ganze sein soll, das wissen sie nicht und sind dennoch bereit, sich dafür zu opfern.

was soll das grosse ganze sein? man sagt, es wäre die gesellschaft. das system. was steckt dahinter? steckt überhaupt irgendetwas dahinter?

irgendetwas ist faul hier. die gesellschaft der homunculi mit ihren dauergrienenden maskengesichtern. sie sind doch zu blöd, irgendwer muss doch diesen grossen plan ausgeheckt haben, wie man menschen dauerhaft schachmatt setzt. oder ist das alles nur die folge von unfassbarer dämlichkeit? manchmal erkenne ich ein muster dahinter und ich seh es nur ganz kurz, doch es wird  mir speiübel, wenn ich die linien dahinter sehe. fäden, linien, die sich zu etwas zusammenfügen, das mein geist nicht wahrhaben will.

und doch muss er. er wird müssen. weil er ein hacker in der matrix ist.
und das ganze wird noch verdammt weh tun.

4.12.18

die totenschnecke


die totenschnecke die schnecke ist anders als die anderen. optisch und auch von der art her. beinah unheimlich ist ihre grösse.
doppelt so gross wie die anderen wasserschnecken im aquarium, mit ausgeprägt dicken fühlern und einem robusten grauen leib. die anderen verschwinden neben ihr. das haus der schnecke unterscheidet sich farblich von allen anderen häusern. während die anderen kleineren schneckenhäuser verschiedene muster aufweisen, ist ihres braun. ein schönes braun, wie cognac oder helles nougat. die schnecke sieht so anders aus als die anderen und gehört dennoch zur selben art.
sie stammt aus einem ganz normalen schneckengelege.

immer dann, wenn ein fisch stirbt und ich ihn nicht rechtzeitig aus dem aquarium entferne, trifft man die schnecke auf dem toten körper sitzend an und sie frisst ein stück des toten fisches. man kann sicher sein, dass sie zur stelle ist, wenn es im aquarium einen todesfall gibt. ich nenne sie darum die totenschnecke. vielleicht wächst sie ja noch weiter. wenn ja, wäre sie eindeutig ein fall für's guiness buch der rekorde.


1.12.18

otis-die harte welcomezeit

willkommensparty anlässlich der ankunft von otis und cindy


in dark city brennen schon die ersten feuer, äh, feuerwerke, drüben wird schon gefeiert und mit köpfen gekegelt,denn es ist welcomepartytime für otis driftwood und seine freundin cindy, die heute in einer grossen kiste angeliefert wurden und otis ist relativ genervt von den hula-tänzen und der grossen, stündlich abgehaltenen lesung aus seiner autobiografie, die seit kurzem hier rumschwirrt, dem 10-bändigen mammutwerk "wie ich es geschafft habe, eine milliarde menschen unter die erde zu bringen - leidensweg eines serienmörders" und otis murmelt dann immer: "eine milliarde war zu wenig", während ihm cindy luft zufächelt, die von ihm ungeduldig wieder weggefächelt wird.


nun findet sich otis in einem obskuren café wieder, das ihm einigermassen ruhig vorkam, doch dass er da reingegangen ist, war ein grosser fehler, denn auf der theke liegt das 10-bändige mammutwerk aus seiner feder und er sieht den barkeeper mit seinen tentakeln emsig darin blättern. als der barkeeper otis und cindy sieht, überzieht ein breites, glückliches lächeln sein gesicht....
er schnippt mit seinen tentakeln und aus allen winkeln der bar strömen sie zusammen, musikanten mit breiten sombreros, sie stellen sich zu einer langen ordentlichen reihe auf und die ersten mariacchiklänge erfüllen das lokal. die musik ist unsagbar laut.
der barkeeper flippt hinter der bar so richtig aus, er shakt "living dead"-cocktails für otis und seine freundin und auch für sich selbst, stellt das bier für die band bereit und blättert im 10-bändigen mammutwerk aus otis' feder - alles gleichzeitig...

 "hier sind auch bilder drin", kreischt er begeistert. "hast du deine opfer nachher noch fotografiert? du bist so ARG, du ...". otis wird merklich blasser. inzwischen ist er von der band umringt worden, sie grinsen breit und wackeln im gleichtakt hin und her.
cindy ist dazu übergegangen ihr makeup aufzufrischen, sie schmiert eine dicke lage lippenstift auf ihre lippen, wobei sie grosszügig danebenmalt. der barkeeper ist so nett, ihr einen kleinen taschenspiegel zu halten, sie braucht aber keinen, sagt sie kokett, sie ist weltmeisterin beim auftragen von makeup. otis nickt bestätigend und zeigt auf sein schwarzes battlefieldmakeup. "gott, könnt ihr das makeup allen von uns machen?", kommt vom barkeeper." das ist alles so aufregend!"


otis denkt sehnsüchtig an dark city, wie leise es dort war, beinah wie am friedhof, verglichen mit dieser bande hier. er hängt sich an den tresen und sieht grimmig zu, wie cindy die ersten barbesucher zu schminken beginnt.
"und nachher gibt es einen otis-lookalike-contest", hört er noch den barkeeper kreischen, dann beginnt er zu trinken wie noch nie in seinem leben.



hier einige infos über meinen neuen freund otis driftwood:

Otis is the most depraved and violent member of the Firefly family. He is a sadist who makes the freaks for Captain Spaulding's museum from the victims that he kills. On two occasions in both films, he wore his victims skin as a costume and often fights with Spaulding for control of the family. Although Otis is albino and clean shaven in the first film, Rob didn't think it would fit the style and realism of the sequel, which also saw Otis coming across as less manic and more calculating than he did earlier. In the second film Otis sports a beard, giving him more of a rugged and feral appearance… 
Although the family member whose actions are the most monstrous, Otis is not a biological member of the Firefly family at all. Gloria "Mama" Firefly adopted him, but not legally. In the song "Pussy Liquor", the lyrics suggest that Otis' biological father's name is Tim. He is named after the Groucho Marx character in the film A Night at the Opera. He and Baby have a combative relationship and spend much of the sequel screaming at each other during the family's road trip of murder and fleeing from Sheriff Wydell. 

After narrowly escaping death at the hands of Sheriff Wydell, Otis was killed along with "Baby" and Capt. Spaulding in a shootout on a deserted highway. A roadblock was set for their capture, and they were shot to death by Sheriff's deputies. Rather than surrender, the surviving Firefly clan drove speeding towards the roadblock with their guns blazing in one final act of defiance, and Otis is the first to be shot dead. 





archangel bar, café paradox
sowas passiert, wenn meine neuen living dead dolls endlich bei mir landen …
otis driftwood and cindy the cheerleader … an mein herz, meine kleinen bösen freunde!!

24.11.18

grausige zugfahrt

die geräusche des zuges, schleifen auf schienen
der mond brüllt mich an wie ein hungriges tier
quietschendes metall und zischende funken
ach vor dieser zugfahrt grauset es mir

das leere abteil gähnt schwarz mir entgegen
lichtlose höhle, ein schatten darin
der krötige koffer flegelt derb und bedrohlich
über dem flatternden schatten dahin

kalter nachtwind bauscht vorhang und kleidung
die heizung auf hochdampf und doch friert man ein
der mond brüllt und kreischt mit tausenden stimmen
der schaffner schleicht durch die gänge allein

in der lok sinkt der zugführer blutlos zu boden
durch die gänge schleicht der schaffner-vampir
den mond verbirgt ein blutroter schleier
ach vor dieser zugfahrt grauset es mir

der sinistre schaffner pocht diskret an mein abteil
er kommt herein und lächelt so fein:
er knipst ein löchlein in meinen fahrschein
und zwei ganz kleine in mein hälselein



kleine erinnerung an die wilden zugfahrten bei nacht, nebel, wind und wetter, die füsse am gegenüberliegenden sitz (auf einer zeitung, natürlich, natürlich...), die sisters of mercy voll aufgedreht im walkman, ein kaffeechen oder eine dose bier oder was man auch immer lustiges mithatte in der hand und alle fenster im abteil weit offen, um den mond hereinzulassen...
der vorhang bauschte sich, man war allein mit sich und dem mond und der mukke und manchmal konnte man nicht umhin, das ouija-board herauszunehmen und eine keine runde mit den geistern zu plaudern. wilde nächte. ich zehre heute noch davon :)

18.11.18

das feeling, wenn du resident evil biohazard endlich magst und beginnst dich beim zocken wohlzufühlen und wenn dich dann motion sickness innerhalb von minuten dermassen zerstört, dass du einfach nur betest, dass du nicht kotzen musst, weil dein kumpel gerade neben dir sitzt

dieses feeling hab ich gerade :(

violent violet


du hast die ewigkeit aufgegeben
und nun strahlt dein licht


vielleicht noch nicht zu spät, nie zu spät, das gefühl wieder zu erwecken, das wir damals hatten, als wir frierend in dieser unglaublich kalten bar zusammen sassen, imuhar, juliette und ich, und immer wieder muss ich daran denken, ich muss eure hand erhaschen und sie halten, mir ist kalt, ich erfriere, wo verdammt seid ihr!!!!!!!!!!
wir waren beschäftigt, viel ist passiert, drüben brodelt das volle leben…versteht ihr?
*mixt sich wieder mal einen model inside und starrt die wand an, wünscht sich eins von julis bildern drauf, seufzt* das volle leben. es ist auch gut so, aber…es übertönt so manches, das in der stille besser aufgehoben wäre. vielleicht denkt ihr genauso wie ich.

ich muss euch jetzt was hier lassen. *geht zur bar und mixt etwas neues zusammen, es flirrt über der theke und violette lichter tanzen auf den wänden.* shine denkt an eine völlig irrsinnige discokugel und beginnt, albern vor sich hinzukichern.* leute, ich hab von archangel geträumt. und es war eine bar in einer real existierenden stadt. wir hatten kaum gäste, wisst ihr. *lacht noch alberner.* wir waren ehrlich gesagt nur drei. es liegt wahrscheinlich daran, dass die leute die kälte nicht vertragen. weicheier.
soll ich den drink weichei nennen? denkt er noch und richtet inzwischen blaubeermuffins für die beiden auf einem teller her. ihr müsst zuerst eine unterlage zu euch nehmen, sonst haut euch der alk völlig zusammen. ich weiss das, ich hab dauernd gekostet. noch alberner als er kann man nicht mehr lachen. untermalt von einem unglaublichen song, der sich etienne nennt, werkt er hinter der bar und fühlt sich endlich wieder zufrieden. gott, die typen da draussen, die eben geschockt hier durch die fenster glotzten, hättet ihr mal sehen sollen, aber für die sieht es sowieso so aus, als hätte die bar geschlossen. für manche ist die bar eben immer geschlossen. er blickt den proleten indigniert nach und giesst sich gleich noch ein glas von dem neuen cocktail ein. wie soll das teil nun heissen?…

violent violet

der soll immer dann getrunken werden, wenn man dieses scheissleben wieder mal nicht verkraftet.
*wankt eben stockbesoffen, abgefüllt mit violent violet bis zur halskrause, durch die gassen rüber zur kirche, die mitten in der nacht noch offen hat, überlegt, sich kurz noch messwein zu klauen, verwirft den gedanken wegen seiner momentanen verfassung und zündet statt dessen rote grabkerzen vor dem altar an. denkt wieder an die irre discokugel und lacht in der leeren kirche schallend, verlässt lachend den raum*

15.11.18

The Numbers of the Beast

660
Approximate number of the Beast
DCLXVI
Roman numeral of the Beast
666.0000
Number of the High Precision Beast
0.666
Number of the Millibeast
/666
Beast Common Denominator
1010011010
Binary of the Beast
Beast1-666
Area code of the Beast
00666
Postcode of the Beast
1-900-666-0666
Live Beasts! One-on-one pacts! Call Now! Only $6.66/minute.
Over 18 only please.
$665.95
Retail price of the Beast
$699.25
Price of the Beast plus sales tax
$769.95
Price of the Beast with all accessories and replacement soul
$656.66
Target price of the Beast
Route 666
Way of the Beast
666F
Oven temperature for roast Beast
666mg
Recommended Minimum Daily Requirement of Beast
Netscape 6.66
BetaBrowser of the Beast
i66686
CPU of the Beast
666I
BMW of the Beast
668
Next-door neighbour of the Beast


more numbers of the beast: https://www.fzu.cz/~sipr/documents/beast.html


14.11.18

Killing Joke - (1985) - Love Like Blood







Artist: Killing Joke
Album: Night Time
Release Date: 1985
Label: EG Records



11.11.18

gesprengter asphalt

die frau, die schwarzen rauch ausatmet
steht mitten im weg auf dem gehsteig vor dir
scheint so als würde sie ihre seele ausatmen
steht einfach nur da mit den augen richtung himmel
füllen sich grad mit regenwasser, die augen
wie schalen, ihren ausdruck kannst du dir denken
feine risse denkst du
erst feine risse dann grobe risse
wie der asphalt den ein grashalm sprengt


jeder mensch muss priester sein wenn du plötzlich da bist
weil da wo du bist gott nicht ist
aber gott muss sein
er muss sein!
wenn du da bist, ist gott weit weg
und ich kenne keinen, der die völlige abwesenheit gottes ertragen könnte
jeder fühlt gott auf die eine oder andere art und es ist so verdammt scheisse und gemein, darüber auch noch zu diskutieren, ob es wirklich gott ist das man gerade fühlt, wenn man fühlt.
sich selbst, den baum neben dir, das mitgefühl für ein missbrauchtes kind, die qual, wenn man gefolterte sieht
es ist so verdammt gemein und unfair, wenn man dann noch darüber theorien anstellt, ob es gott ist was man gerade fühlt
unfair denen gegenüber, die fühlen
unfair denen gegenüber, die gerade leiden oder leben
warum verstehen die menschen nicht, wie verdammt gemein sie sich verhalten?
dass sie theorien aufstellen, wie formeln, für das,  was man da gerade in sich trägt.
(also, gott...ich würde ja eher sinn dazu sagen...oder vielleicht eher leben...oder was auch immer)
bis es beinah peinlich wird, von gott zu reden, man könnte ja für hinterwäldlerisch oder dumm gehalten werden

warum? frage ich? warum ist es mit einem mal so verdammt schwer geworden, das auszudrücken, was man als kind so locker über die lippen gebracht hat? weil leute, die man nicht mal richtig kennt, dann lachen und mit dem finger auf einen zeigen könnten? weil man verarscht werden könnte oder für einen religiösen spinner gehalten werden könnte, einen fanatiker, einen, der voll daneben steht.
wie würde ein kind sagen? wenn es über eine wiese läuft, gerade keine sorgen hat, nicht geschlagen wurde, nicht unterdrückt. einfach nur ein kind, dem es gerade verdammt genial geht? das vielleicht nen drachen nachschleppt, der dann in den blauen himmel fliegt, und dem es nachsieht und dieses kind, das dann dieses seltsame gefühl hat, ein glücksgefühl, das wie eine riesenwelle über ihm zusammenschlägt, das rasende herzklopfen, die augen, wild und glückselig, was hat das kind in seinem herzen in diesem augenblick? etwas, das es als erwachsener mit theorien und formeln zerstören wird. aber ich frage euch, ist es nicht das wichtigste, das man fühlen kann? ist es nicht der grund, wofür man überhaupt lebt?
dem kind ist gott ein begriff. es weiss genau, was gott ist, ganz genau.

es gibt leute, die sich allen ernstes einbilden, dieses wissen der kinder nicht zu brauchen.
leute, die es anscheinend jetzt viel besser wissen. nur warum finde ich sie so erbärmlich? so klein.
dabei sagen manche, kinder wären klein.
es ist seltsam in dieser zeit. man darf einfach alles, alles ist erlaubt und sogar erwünscht.
satanist zu sein, z.b., ist durchaus respektabel, und niemand regt sich darüber noch gross auf, man lässt ihn einfach in ruhe, oder? "glaubensfreiheit", oder? jeder macht das aus seinem leben, was er will. denkste. nur stellt euch die situation vor, wenn da einer kommt und erzählt, dass er an gott glaubt. die reaktion? zynismus. verachtung. manchmal sogar hass. ach, du armes kleines menschlein, wie winzig bist du, du wurm.
und du betest sogar. was für ein verlierer. was für ein armes schwein.
ich hasse satanismus. er kotzt mich mega an. warum? weil er menschen daran hindert, miteinander friedlich zu leben.
das ist alles. und ich denke, das ist ein argument, das wohl verstanden wird.
dass ich nicht mal das, was ich so hasse, verarschen oder vor anderen leuten schlecht machen würde, ganz einfach, weil ich denke, dass diese menschen ihren weg einfach gehen sollen, wie sie wollen, ist für mich ehrensache. ich würd's nicht so machen, aber das ist meine sache allein und ich würd's denen nicht ans bein binden.


schmerzensbringer

ich hasse es, andere zu verletzen. vielleicht tue ich es, aber ich versuche, mich im zusammenleben mit anderen so gut zu beherrschen, dass sie mich nicht als störfaktor empfinden. es ist eine art lernprozess. man lernt, andere in ruhe zu lassen, einfach nur leben zu lassen, auch wenn man sie nicht versteht oder akzeptiert. meine einstellung dazu ist, dass ich dasselbe dann auch von anderen verlangen kann, zumindest von menschen, die ihre 5 sinne noch beisammen haben.
ich kenne leute, die andere bewusst verletzen, je schwerer, je besser. leute, die ihren latenten sadismus hier ausleben, als wären sie elefanten im porzellanladen. alles menschen, die sagen: warum denn nicht? ich kann es, also tue ich es.
komische einstellung. ich kann es, also mache ich es.
ich kann auch einiges. ich kann quälen. ich kann so quälen, dass rundherum alles vor schmerzen brüllt. jeder kann das.
vor allem kreative leute.
ich kann so verdammt viel. ich kann schwächere zerstören. ich kann tiere quälen. ich kann leute so diskriminieren, dass sie kaputtgehen. ich kann über alles lachen, was anders aussieht oder anders denkt als ich. ich kann kranke verachten für ihre schwäche. ich kann hinterfotzig sein und mir kleine giftige intrigen ausdenken. fallen stellen, in die andere reinplumpsen, und mich diebisch über ihre naivität freuen. das alles kann ich. das sind meine talente, die ich habe. seht ihr, wie genial ich bin? einfach klasse. nur warum freu ich mich nicht drüber? das sollte ich doch, oder? ich kann ja so viel. warum stell ich mich nicht über andere, wo ich doch diese verdammt unheimlich tollen talente hab, um die mich garantiert alle beneiden, denn diese talente, liebe nächtliche mitleser, befähigen mich doch, mich gross und fett als meister hinzustellen und zu sagen: ich bin besser als ihr. ich kann jeden fertigmachen. ich bin nicht blöd, mir fallen viele gemeinheiten ein, grausamkeiten, intrigen,
kleine sticheleien hier, gedankengift dort....

und dann würde ich mal leute bewusst fertigmachen. nicht so, wie wir es im alltag immer machen. ihr kennt das ja alle. man hat manchmal das gefühl, sich wehren zu müssen, weil man von leuten fertiggemacht wird, im büro, im bus, im supermarkt. also wehrt man sich. wie ist das gefühl eigentlich, wenn man sich erfolgreich gewehrt hat? wenn man schneller als der andere war, wenn man der sieger war? wie siegt man denn eigentlich? indem man auf ein absolut primitives und unwürdiges niveau runtersteigt und ich sage euch, jeder sieg war erbärmlich. lieber verlieren als so zu siegen. schämen war noch ein hilfsausdruck. zumindest bei mir.
ich hab mich immer als aggressiver kretin geoutet, der sich gerade nicht im griff hat. wie hätte ich mich an einem solchen sieg erfreuen können? klar, man hat mich eine zeitlang in ruhe gelassen, aber das, was sich dann in mir abgespielt hat, war schlimmer als jede form der verarschung oder diskriminierung von aussen.
ich frag mich einfach, wie es geschehen kann, dass man leute bewusst verletzt. was in einem menschen vorgeht, dass er etwas dermassen dummes und primitives überhaupt versucht. ich frag mich, ob die leute es wegen einer bestimmten geisteshaltung tun, also, ob eine philosophie dahintersteckt. jemanden aus vollster überzeugung fertigmachen. oder ob die leute anders gepolt sind als ich. vielleicht ist es das, ich weiss es einfach nicht, aber ich würde es gern verstehen.


ich meine, wie kann einer allen ernstes sagen: ich kann es, also tue ich es?
für mich ist das die grauenvollste einstellung, die es gibt.
was würde ich aus der welt um mich machen, wenn ich genau das täte, was ich kann?
das sonderbare daran ist, dass ich manche gefragt habe, warum sie es tun und dass sie mir keine logische antwort geben konnten. sie meinten einfach, sie würden es machen. es wäre für sie natürlich. sie würden nur ihrer natur folgen. hat hitler auch gemacht. nur seiner natur gefolgt. war auch nicht gerade das wahre.
nur hitler ... ne völlig verrückte scheisshausratte, wenn ihr mich fragt. verrückter als 'n crackhead. der konnte nicht anders. jetzt nehm ich mal an, dass nur verrückte ihrer natur folgen. sie sagen, sie können nicht anders. das ist doch eigentlich irre. weil jeder anders kann, der fähig ist, sich zu beherrschen. und selbstbeherrschung sollte noch immer als eine der vornehmsten eigenschaften des menschen sein. der mensch sollte sich selbst besiegen. damit er nicht eines tages von sich
behaupten muss: ich konnte ja nicht anders...und damit nicht leute wie ich daherkommen und sagen:
du hast sie nicht mehr alle.
leute bewusst verletzen?
für mich ein zeichen von wahnsinn.
ab in die klapse....


wie ein halm, der den asphalt sprengt
ist ein mensch, der nicht schweigend zusieht, kawazu.
ich stelle mir das "böse" wie diese erstickende aspaltdecke vor,
genauso massiv und dennoch fragil, wenn man den richtigen winkel erwischt,
um die aspaltdecke zu sprengen.
wenn genügend grashalme clever genug sind und zum licht hinaufwollen,
weil der asphalt ihre sicht auf die welt behindert,
dann zerbricht dieses hässliche grau in tausend stücke und existiert nur noch
als staub in verkommenen ecken,
und sogar diese ecken müsste man säubern, man müsste gerade dort kehren und aufwischen,
denn dieser staub könnte gefährlich werden. man atmet ihn zu leicht ein und er vergiftet den geist.
vielleicht ist sogar der staub gefährlicher als die asphaltdecke selbst.
er ist unauffälliger.

Der Schmetterling und der Jadevogel

Das einsam gelegene Haus auf dem Hügel machte den Eindruck einer chinesischen Gaststätte. Obwohl es spät am Tage war, hatte man darauf verzichtet, die Lampen anzuzünden. Auf der mit Ornamenten reich beschnitzten Eingangstür befand sich das gemalte Bild eines prächtigen roten Schmetterlings, dessen Flügel mit goldenen Ornamenten reich verziert waren. Die Tür war nicht verschlossen.

Der Weg herauf war lang gewesen. Sie war allein gekommen und wartete schon lange. Fröstelnd im Luftzug, müde, viel zu müde, um wieder aufzustehen und den Raum zu verlassen, obwohl sie es wollte, mit jeder Minute mehr, immer verzweifelter wünschend, einfach aufstehen zu können, den Raum zu verlassen, dann das Haus, auf die Strasse zu treten und dann nur noch zu laufen. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, das Haus zu betreten, doch sie war glücklich gewesen, als sie es getan hatte, so glücklich wie noch nie in ihrem Leben. So glücklich, dass ihr Herz wie ein kleiner Jadevogel war, der zum ersten Mal in seinem Leben davon träumte, zu fliegen und nie wieder landen zu müssen.

Sie konnte nicht mehr aufstehen. Sie war so müde, dass ihre Knochen wie aus Glas schienen und jeden Moment zu zerbrechen drohten. Sie wollte nichts mehr essen. Der süssliche Geruch von Tod und Verwesung, den sie kaum wahrgenommen hatte, als sie gekommen war, war inzwischen so stark, dass ihr Magen krampfte. Von den leeren Gängen schien ein Sog auszugehen, der sie ins Zentrum des Hauses zog, die Lampions schwankten im Luftzug, die Minuten verstrichen langsam wie zähflüssiger Teer.

Warum blieb sie hier?
Der leuchtend rote Schmetterling sass vor ihr auf der Tischplatte und starrte sie mit seinen Alienaugen an. Ekel überkam sie, eine Welle von Übelkeit, sie dachte an die Rote Pest und begann zu würgen.  Der Schmetterling schlug träge mit den Flügeln und der Geruch von verwestem Fleisch wurde stärker. Mit halbgeschlossenen Augen sah sie die seltsam verschlungenen Ornamente auf seinen Flügeln, die hypnotisch auf und zuklappten. Sie hielt ihm einen Finger hin und er kletterte hinauf. Es war mehr Schmerz, als sie gedacht hatte. Niemals hatte sie gedacht, dass es einen Schmerz wie diesen gab, er war wie der Schmetterling: vollkommen. 
Sie verlor binnen Sekundenbruchteilen ihren Verstand, es wurde schwarz und still um sie, ihr Bewusstsein schwand. Als sie sterbend vornüber sackte, mit dem Kopf auf den gefalteten Händen der Tischplatte ruhend, floss das Leben aus ihr heraus wie Blut aus einer offenen Wunde. Die verschlungenen Ornamente auf den Flügeln des rubinroten Schmetterlings wuchsen und bildeten neue Verzweigungen, DNA-Doppelhelixstränge, die sich zart und lieblich wie feinste Verzierungen über die Haut der Flügel zogen. Er zuckte im Rhythmus ihres sterbenden Herzens und sass dann still.
Die Lampions schwankten im Luftzug, der Schmetterling schlug noch einmal mit den Flügeln und erstarrte. Der Himmel überzog sich mit Grauviolett, die Abenddämmerung war hereingebrochen.
In der stillen Nacht begann der Jadevogel zu singen.
Der Schmetterling hingegen starb und zerfiel zu Asche.
 
Alles ringsumher versank in Nebel. Die Wände des Hauses wurden durchsichtig und begannen, sich aufzulösen. Für einen Moment schimmerten die Mauern wie von innen beleuchtetes rotes Glas. Dann war das Haus verschwunden, als wäre es von der Nacht verschluckt worden. Mondlicht beleuchtete den kahlen Hügel, auf dem sich nichts befand ausser den schlanken Stämmen einiger windzerraufter Fichten.

Als der Mond unterging und das erste Licht des Morgens über den Hügel kroch und den Stämmen der Fichten lange Schatten verlieh, fiel das Licht des ersten Tages auf die Mauern eines grossen Gebäudes, das den Eindruck einer chinesischen Gaststätte erweckte.
Auf der reich beschnitzten Eingangstür befand sich das gemalte Bild eines grün schillernden Vogels, der einen Zweig mit rubinroten Beeren im Schnabel trug.

6.11.18

Rob Coffinshaker OFFICIAL: "Whispers Through the Black Veil"







Rob Coffinshaker - "Whispers Through the Black Veil" (Rob Coffinshaker)
from the compilation LP "Whispers Through the Black Veil" released on Wyrd War 2014.



5.11.18

gesänge der traurigkeit


vergiftetes herz

im botanischen garten fokussieren sich glutrote brenngläser
in der mitte wächst ein phönix auf einem steinernen podest
pirouettenschlagende pfauen begleiten dich auf verschlungenen arabeskenpfaden
aus algenbegrünten becken und bassins greifen nixenhände
die mit glitzernden schuppen bedeckt sind
eine hält dir einen ring entgegen
nimmst du ihn so gehörst du auf ewig ihr und musst ertrinken
wasserleichen von jünglingen treiben langsam den flusslauf hinab
deine augen folgen ihren trägen bewegungen durch wirbel und lichte wogen
am ende der reise nagen kleine meeresfische das zarte fleisch von ihrem gebein
der schrei des pfaus lässt grüne und blaue eisblumen auf dem asphalt wachsen
die alsbald zerrinnen zu marmorierten briefbögen,
auf denen du die handschrift eines alten freundes wiederzuerkennen glaubst
komm in den pavillon heisst es da
und wir werden unser wiedersehen feiern wie es bei uns der brauch ist
in den lichtlosen gefilden
du missachtest die einladung, denn er ist längst von uns gegangen
gestorben in einem fernen land voll alter magie und totenerweckung
du setzt deinen weg fort hinein in den sommerabend
während er leise aus dem pavillon tritt und dir mit leeren augenhöhlen nachblickt
ein lächeln hebt euer beider mundwinkel wissend dass ihr euch durchschaut
doch freunde werdet ihr sein bis über das ende der zeit
der himmel umarmt die erde an manchen tagen
die gefahr ist am grössten die schönheit dringt giftig in dein herz
verwese, flüsterst du deinem alten freund ins geisterhafte ohr
dann will ich an deinem grab weinen wie aus einem brunnen
er lächelt sachte und lässt einen strauss trockener nelken an deinem grabmal zurück
verwese flüstert der tag dem himmel zu
dann will ich dich beweinen wie die beiden brüder es taten
und um dich trauern wie ein geliebter
es ist so, dass bestimmte tage wie marzipan sind
süss am gaumen und bitter im herzen
der himmel färbt sich violett am ende aller tage

27.10.18

exklusive wortschöpfung

ich musste sehr lang (zu lang eventuell) lachen, als ich dieses wunderschöne wortgebilde sah:


exklusiver bademantelgang



denke mir, man darf da mit nem alten frotteebademantel gar nicht rein, es muss schon was von karl sein. mit meinem quietschigen kurzbademantel mit den rot-orange-gelben querstreifen würde ich mich sehr schnell am parkplatz vor diesem edlen etablissement wiederfinden, von rausschmeissern am kragen gepackt und entsorgt und selbstverständlich bei strömendem regen. aber darum geht es heute nicht. es geht um diese abartige schönheit, die in diesem gebilde enthalten ist. in meiner vitrine der wundersamen wörter darf es ganz weit vorne stehen.


20.10.18

ET


du fährst und fährst und irgendwann bemerkst du, dass du entweder zu weit gefahren bist oder zu schnell. auf jeden fall hat sich die welt um dich gründlich verändert. etwas silbernes schimmert am himmel. du fasst es ins auge und kannst nur noch erkennen, wie es ganz plötzlich in einem v-winkel nach rückwärts rast und so schnell verschwindet, dass du an deiner wahrnehmung zweifelst. ruhig blut, sagst du zu dir, es gibt sie nicht. es kann sie gar nicht geben. oder?

zur beruhigung machst du nen zwischenstopp und trinkst eine tasse schwarzen kaffee, der dich noch mehr aufregt, aber das bemerkst du in deiner aufregung gar nicht. du wendest dich zur kellnerin, einer mürrischen alten frau mit einer schirmmütze. und ehe du dich versiehst, hast du ihr die ganze story schon brühwarm erzählt. ihre reaktion ist ungewöhnlich. sie legt dir die hand auf die stirn und befühlt die gegend um dein drittes auge. ihre hand ist unangenehm kalt und fühlt sich schuppig an, sie ist auch relativ grau, genauso wie das gesicht der frau - diese eindrücke hattest du immer der fahlen beleuchtung zugeschrieben.

"was glauben sie , wo sie hier sind?" zwitschert sie, es klingt metallisch, so als würde eine maschine versuchen, die menschliche sprache zu imitieren. du siehst den schriftzug crashsite café auf ihrer schirmmütze....und dann ihre worte, wie eine singende säge: "willkommen am extraterrestrial highway. hier sind sie der alien. denn wissen sie, diese gegend hier..." jetzt klingt sie fast ein bisschen gelangweilt... "diese gegend hier wurde von uns schon lange übernommen."


16.10.18

feenverein


hier tagt der verein österreichischer und deutscher feen,
elfen und düsterelfen (drow ausgenommen)
zeit nach vereinbarung
statuten einsehbar, wie üblich per
hexenboard unter zuhilfenahme unserer beeideten medien abrufbar

12.10.18

der egerländer



DER EGERLÄNDER

ist ein Gebäckstück (Gepäckstück?!?) der ganz besonderen Sorte. Er hat anscheinend die Menschen hier tief berührt, was nicht allzuoft geschieht, denn der österr. Menschenschlag ist normalerweise schroff und unzugänglich. Und dennoch vermochte der Egerländer den Weg zu diesen harten Herzen zu finden.
Die Optik des Egerländers:
An eine Pizza gemahnend, dennoch von kleinerem Durchmesser, weist der optimale Egerländer eine Kreisform auf, die ihresgleichen  selten findet. Leicht und locker gestaltet, in froher Unbeschwertheit vor uns auf dem Teller liegend, verbreitet der Egerländer sein typisches beinah böhmisches Flair. Die Grundlage des Backwerks aus Germteig gestaltet, nett anzusehen, lässt den Gaumen vor freudiger Erwartung beben. Doch ist dies schon alles, was der Egerländer uns zu bieten vermag?

Beileibe nicht. Denn nun beginnt erst die Entdeckungsreise des Auges und es wird wohlgefällig auf Mohn und Topfen (Quark) und auch auf einem nicht unbeträchtlichen Anteil an Powidl (Zwetschgen- bzw. Pflaumenmus) ruhen, beinah schon meditativ - ekstatisch.
Ein Mandala aus Teig ..... Viel liesse sich noch sagen...viel.....

MANN IST DER ÜPPIG. Ich lieg gerade unterm Küchentisch und sammle die letzten Krümel auf, für morgen...


Wer etwas vom Leib des Egerländer verschwendet, wird nicht alt. Geschieht ihm auch recht.


9.10.18

Henry an Le Shayne



Henry an Le Shayne....Kurzbotschaft....


Fuck, Le Shayne! In diesem Zug ist es so heiss wie in einem Hochofen, oder eher einem bleiernen, glühenden Sarg. Habe beschlossen, für die Dauer dieser Fahrt meine Sonnenbrille nicht abzusetzen.
Hier im Speisewagen, der übrigens Kellner-los (also als unsinniges Anhängsel) im rollenden Backofentross mitläuft, wird Coolness höchst geschätzt. Coolness, sonnenbebrillte Lässigkeit, aus der Menschenverachtung spricht (nein, nicht spricht, sondern eher flüstert...es ist zu heiss, um sprechen – oder brüllen, was alle, alle wollen – zu können). Fuck, schon wieder fuck, Le Shayne... ich rauche Kette, bin overactive, irgendwie, sollte mich der müden (?) Lässigkeit hier angleichen. Doch mit gespannten Sinnen verfolge ich aus den Augenwinkeln jede Bewegung meiner sonnenbebrillten Mitreisenden, die ihrerseits jede meiner Bewegungen wahrnehmen, um sie kritisch zu analysieren und als Aktennotiz in einem der unzähligen, sinnlosen Ordner in ihrem überladenen, gepeinigten Gehirn abzulegen. Kameraaugen, Le Shayne, sind nur gut für geübte Fotografen, wie Ihr einer seid.
Diese hier knipsen, ähnlich den Japanern, die wir vor kurzem sahen, Fassadenbildchen: Zuckergussbildchen, unscharf sogar, die sie in ihrem prall gefüllten Aktenordner horten – ja, sie stopfen immer mehr von diesen picksüssen Zuckergusslügenbildchen hinein, obwohl es der Ordner nicht mehr aushält – er droht, zu platzen.... Le Shayne, wenn er nun platzt? (Ein Tunnel, gerade jetzt – es wird Nacht...)

Auf die Ebene meiner sehr geschätzten Computer übertragen:
Wir erstellen einen neuen Ordner.
Wir benennen ihn, manche falsch, manche richtig.
Vorsicht bei der Benennung – höchste Vorsicht!!
Einige nennen den neuen Ordner „Realität“ und werden ihn nie leeren, weil sie glauben, ihn zu brauchen. Andere benennen ihn mit „Illusion“. Sie werden ihr Leben lang versuchen, ihn zu löschen und ihr System reinzuhalten.

Dass wir den neuen Ordner erstellen, liegt wohl in unserer Natur. Er wird bei unserer Ankunft auf dieser recht chaotischen, unordentlichen Welt gleich mitgeliefert. Natürlich stellt sich auch hier die Frage, ob wir ihn selbst erstellen oder eher die anderen, aber es ist wohl müssig, darüber zu reflektieren.

Lost paradise, Le Shayne.... Im Höllenzug, eingekeilt zwischen Menschen und heissem Metall, schwärme ich von erfrischend kühlen Auen und der Freude, die man empfindet, wenn man Menschen trifft.


Am 13.7. des Jahres 1998,
kurz nach dem Hallstatt-Treffen
und noch dazu mein Geburtstag fuck yeah :(

4.10.18

Ein rasches Wort an LeShayne... (logbuch)



Ein rasches Wort an LeShayne…


Manchmal, leShayne, tut es weh, zu leben, sagte Henry, der Silberne Surfer. Es tut weh, wenn du deine Bahn nicht mehr findest, auf einer Insel des Chaos andockst und literweise Blut heulst, innen natürlich, und Blut kotzt.

Wenn du Aggression spürst und Hass, aber nicht mehr destruktiv sein kannst. Der Weg wirkt dann wie ein schmaler, silberner Faden, dem du mit der Lupe folgen musst, der durch Fleischbrocken und Verwesung führt. Wenn die Zeit der Lügen vorbei ist, leShayne, beginnt die Zeit der Schmerzen.
(-Was wäre, wenn auch der Schmerz nur Lüge wäre?-)
Aye, Menschen sind Inseln. Lasst uns die Inseln der Kannibalen umfahren, leShayne, und die ruhigen ansteuern. Auch, wenn auf den Kannibaleninseln grössere Palmen stehen und verheissungsvollere Buchten glitzern, wahrhaft verheissungsvoll sind die Inseln, an denen das Meer sich tosend bricht. Inseln, die den Stürmen trotzen. Von scharfen Felsen umgeben, jedoch mit einer kleinen, sicheren Einfahrt zum Hafen, wo es...windstill ist.
Fühlt Ihr dort noch Schmerzen, leShayne? Schmerzen sind Lügen – sagte ich doch.


Logbuch des Silver Surfer (grins)

Bahne mir mühselig mit meinem schwerfälligen, klobigen, ehemals silbernen Board den Weg durch blubbernde Leichenteile, die an meiner Kleidung und an meinem ehemals schimmernden (silbernen) Haar (korrekterweise an den Seiten ausgeschoren, den Iro aufgestellt – selbstverständlich!) klebenbleiben. Leichenteile und Allmüll kleben wie mit Uhu befestigt an mir, dem Board und auch an meinem Computer, den ich kindischerweise immer mit mir führe. Klatsch. Wieder trifft ein Stück Leiche meinen Monitor, diesmal ist es eine Hand, was mich nachdenklich stimmt. Touch-Screen, leShayne. Wie auf der guten, alten Mutter Erde, als wir noch wandelten, nicht flogen. Ah was, fliegen! Fliege ich gerade, leShayne, oder was?! Ich robbe vorwärts, wirke wieder einmal wie einer dieser obskuren Fans, die bei einem Monsterkonzert in die erste Reihe müssen. Aggressiv trete ich zwei fette Teile von meinem Board, auf dem der Schimmelpilz fröhliche Urständ‘ feiert, entdecke ein Seil (der Weg!!) und knote es mir um die Taille. Mit einem Ruck hole ich es ein und ich sage dir – das World Trade Center in der Fresse zu haben ist auch kein Kinderspiel! Wer macht das Scheissseil an einem Hochhaus fest?!
Normalerweise müsste der Weg silbern sein, aber fuck leShayne bin ich es im Moment?
Ich fühle mich gerade, als hätte ich einen Alcor-Tank ausgesoffen. Du weißt schon – mit Medikamenten versetzter flüssiger Stickstoff mit ner Leiche drin.



Am widerwärtigen 1.9.1998
im EuroNight ‚Amadeus‘....
Ich war allein im Abteil und es war spät....Das Neonlicht schien wie aus tausend kalten Sonnen und blendete mich.


2.10.18

Hallstatt



::Für ‚Judas‘ Frederic leShayne::

Hallstatt

Ich habe geträumt,
ich schleppte meinen
schmerzenden Leib
meine zerfetzte Seele
an einen Ort der Stille,
um mein wahres Selbst wiederzufinden.

Doch das Wasser des Sees
war kochendes Blut
und der Boden
auf dem ich schritt
atmete Verwesung
Die Bäume reckten ihre
schwarzen Krallen
in den Abgrund des Himmels,
der die Welt eisern umspannte
und am Grunde des Sees
tobte ein Geschöpf des Chaos.
‚Ein grosses Kind, das Fliegen tötet‘,
dringt an mein Ohr.
Ein Freund? Ein Fremder?
-Ich möchte so gern
tot sein
gerade jetzt-


gott war ich als kid morbid :)
so viel ärger als jetzt
more to come lol
(klingt echt wie ne drohung)


(der text ist 20 jahre her... dieser leShayne war damals übrigens ein brieffreund von mir. ein "gnostischer wanderer auf dunklem pfad" (manche sachen vergisst man nie - und ich weiss bis heute nicht, was das verdammt noch mal wirklich sein soll :)) und gefühlte 100.000 jahre älter als ich. also genau das, was man als kid braucht, wenn man sich eh so ca. NULL auskennt (also noch eine kleine spur weniger als heute). war kein freund übrigens. ich glaub, das müsste ich gar nicht dazuschreiben... scheisse waren die meetings. gott waren die scheisse. ich hab dann irgendwann mal genug gehabt von dem müll und hab mich vertschüsst. ich glaub inzwischen wirklich, dass die meisten leute einfach nur scheisse sind. lebenserfahrung. ein paar echte juwelen findet man (andrea z.B. und m.), aber die meisten leute? fall für die tonne.

30.9.18

fading light







wasteland. langsam sollten wir heimgehen. 
aber wir zögern den augenblick hinaus. 
den augenblick des abschieds, die rückkehr in unsere welt. 
ja wirklich? irgendetwas fühlt sich falsch dabei an. 
ich denke, wir verlassen unsere welt und kehren in die fremde zurück.





29.9.18



in der letzten zeit suche ich wieder vermehrt dunkle orte auf. als wäre diese dunkelheit nötig, um überhaupt nachdenken zu können. um die gedanken zu klären... so als würdest du die welt durch einen dunklen kristall betrachten, in allen facetten eines düsteren regenbogens. es ist der ort, an dem meine träume auf mich warten. ich nenne diesen ort dark city. nur die wesen, die mir ähnlich sind, finden dann noch zu mir. es ist eine art heimat. sicher und geborgen … fern von lärm und grellen lichtern. dunkelheit und stille. hier finde ich alles, was ich brauche.



25.9.18

gefässe ohne inhalt


es gab doch tatsächlich zeiten, die es im grunde gar nicht gab. zeiten ohne irgendeine nennenswerte beschäftigung, zeiten, die vergangen wie etwas vergeht, das hohl und nichtssagend und ohne inhalt ist, und sie war das gefäss, das diese nichtssagende und hohle leere enthielt, von zeit zu zeit. ein gefäss, das nichts enthält, ist wohl eine paradoxe angelegenheit. es steht herum und ist einfach nur da, doch der eigentliche zweck des gefässes wird nicht erfüllt. und so misst man das gefäss dann an seinem aussehen. denn es ist ja leer, der eigentliche sinn des gefässes, das beinhalten, wird nicht erfüllt. so kam es dann, dass man gefässe nach ihrem aussehen beurteilte. entspricht es der allgemein akzeptierten norm der ästhetik? geht es sogar darüber hinaus? oder ist es auch äusserlich nichtssagend und öde? dann muss das gefäss ganz weit weg gestellt werden, am besten gleich weggeworfen. es beleidigt das auge. und sinn hat es noch dazu keinen.

und so kam es dann also, dass menschen einander nur noch nach ihrer äusserlichen form zu beurteilen begannen. manche fragen sich noch immer, wie es dazu kam. sie verstehen nicht, dass der sinnn eines gefässes das bergen von inhalt ist. sobald das gefäss diese bedingung nicht mehr erfüllt, gelten andere masstäbe.


jeder für sich, und doch für alle. es ist ganz einfach. man fülle das gefäss bis zum rand und man soll nicht ruhen noch rasten, bis wirklich das ganze gefäss gefüllt ist. man soll suchen und vielleicht sogar unter schmerzen suchen – zu viel leere ringsumher – eine suche wird unter garantie nicht einfach und der suchende wird phasen des schmerzes und der schwäche erleben. dann einmal, ganz plötzlich, wird man eine veränderung bei sich wahrnehmen, die ungeheuer gross ist. man sieht ganz urplötzlich in andere hinein und man sucht nach dem sinn dieses gefässes, man sucht den inhalt und das optische tritt zurück, denn es ist nicht mehr das hauptkriterium beim beurteilen von anderen. und so kommt es dann, dass menschen die grösste evolution selbst erzeugen, eine evolution, die nur dem menschen selbst möglich ist, kein tier gleicht ihm jetzt noch. er sieht an verzierungen und farben und ornamenten vorbei, er beachtet sie nicht. er sieht etwas, das besser ist. wahrscheinlich wird er dann von sich behaupten, dass er gerade glücklich ist und worte werden fallen, die er zuletzt als kind verwendet hat. worte, die ihm endlich wieder gerecht werden, nach denen er gesucht hat, die ganze zeit lang.

ich breche eine lanze für den menschen. er ist tatsächlich schön. wenn er sich selbst eine chance gibt und seine schönheit nicht hinter falschem tand versteckt.


ich sehe meine grossmutter, sie ist 94 jahre alt. manchmal, wenn wir ins gespräch vertieft sind, geschieht etwas, das so wunderbar ist. sie ist eine alte frau und dennoch wieder nicht. denn sie spricht davon, wie es ist, die nase in den frühlingswind zu recken und zu schnuppern und von den ersten veilchen, die unter den hecken geblüht haben und die sie mit ihren freundinnen gepflückt hat. und plötzlich ist er da, der wind, der vom rhein her weht. ich sehe den grossen, breiten fluss und meine grossmutter als junges mädchen, ich sehe, dass die müdigkeit ihren blick völlig verlässt, und sie nimmt mich mit, ich bin wahrhaftig dort mit ihr, ich bin ein spiegel und mehr noch, ein anderes gefäss, das diesen inhalt in sich aufnimmt und birgt. wer könnte wirklich behaupten, dass andere kriterien als diese gelten sollen? wer misst diesen menschen an seinem alter, an den falten, die er im gesicht trägt? wer versteigt sich dazu, zu behaupten, ein alter mensch hätte seine schönheit verloren? weil seine haut gealtert ist? weil sein körper der natur unterworfen ist? ein teil hingegen ist nicht der natur unterworfen. das, was den menschen erst zum menschen macht. genau dorthin führt mich meine suche. es ist ein weg voller mühsal und doch, wie reich wird man beschenkt. den menschen, sich selbst eingeschlossen, nicht als parasiten oder krebsgeschwür zu sehen, ist ein teil davon.

23.9.18

Thomas Mann für Archangel


Seltsame Orte gibt es, seltsame Gehirne, seltsame Regionen des Geistes, hoch und ärmlich. An den Peripherien der Großstädte, dort, wo die Laternen spärlicher werden und die Gendarmen zu zweien gehen, muß man in den Häusern emporsteigen, bis es nicht mehr weiter geht, bis in schräge Dachkammern, wo junge, bleiche Genies, Verbrecher des Traumes, mit verschränkten Armen vor sich hinbrüten, bis in billig und bedeutungsvoll geschmückte Ateliers, wo einsame, empörte Künstler, hungrig und stolz, im Zigarettenqualm mit letzten und wüsten Idealen ringen.

Hier ist das Ende, das Eis, die Reinheit und das Nichts. Hier gilt kein Vertrag, kein Zugeständnis, keine Nachsicht, kein Maß und kein Wert. Hier ist die Luft so dünn und keusch, daß die Miasmen des Lebens nicht mehr gedeihen. Hier herrscht der Trotz, die äußerste Konsequenz, das verzweifelt thronende Ich, die Freiheit, der Wahnsinn und der Tod...


ArchangelBar - Intro


19.9.18

chamber of isis

die nacht steht im widerspruch zum lebendigen menschen hier ist kein platz für das lebende, atmende nur das tote am menschen darf hier sein und lebende, die sich dem tod angenähert haben, immer mehr... den atem unterdrücken, das herz zum stillstand bringen langsam...immer mehr bis du als totes ding vom mondlicht süss berührt den atem der ewigkeit ausströmst kein wort wirst du mehr äussern kein gedanke verglüht hinter deiner stirn zu asche still gleitet ein dunkler schleier zu boden und die welt, sie strahlt, sie leuchtet und spiegelt sich nicht in deinen augen


archangel bar, chamber of isis

18.9.18



"Die gerade Linie ist gottlos und unmoralisch."



Friedensreich Hundertwasser, Verschimmelungs-Manifest




17.9.18

der grüne bauer


heut ist in der zeitung gestanden, dass es strengstens verboten ist, schnaps oder tee mit thujen zu brennen bzw. zu brauen. in klammer wurde "grüne fee" dazu geschrieben. also irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand diese krude vorstufe von absinth überhaupt runterbringt. das muss so bitter wie galle sein. ausserdem würd ich das nicht wirklich als grüne fee bezeichnen, eher als brüner bauer. aber stellt euch den thujon-gehalt vor - der muss tödlich sein.
wenn wir uns mal vernichten wollen, dann brennen wir uns den grünen bauer.
früher hat man auch engelstrompeten-bier gebraut...also was die leute sich so hinter die binde kippen, ist grausam.

und noch ne nachricht, die einigermassen bizarr ist: bei uns in graz hat ein student alle seine sachen aus dem fenster geworfen und wild rumgebrüllt. was auffällig war, war die tatsache, dass alle sachen anscheinend in schwarz-weiss waren.
auch das alte fernsehgerät. dabei hat er geschrien: schwarz und weiss vertragen sich nicht miteinander!! laut meiner kollegin hat die polizei drei strassen gesperrt. der kerl ist jetzt in der nervenklinik...
den artikel werd ich mal scannen - ich hab ihn kopiert - und dann stell ich ihn hier rein.
es ist so strange..in meiner story spookland hat einer genau dasselbe gemacht *lol*


archangel bar, café paradox


14.9.18

neverending

the neverending bar


wie es bei lokalen nun mal so üblich ist...man wächst mit der zeit, aber das alte will man auch wieder nicht aufgeben. man ist gewöhnt an den ort, wo alles begann, vielleicht ist es eine art von liebe. es wird daher ab heute auf diese art laufen:
dies hier ist und bleibt archangel, die erste. soll heissen, es ist eine winzige bar irgendwo in
einer sehr dunklen stadt, mit einem mysteriösen barkeeper, der direkt aus den schatten der nacht zu kommen scheint, mit gästen, die ebenso wie er die stille der nacht lieben. da die bar so klein ist und viele leute auch quartier wünschten, gab es bald die zweite bar inclusive hotel, ein paar strassen entfernt von hier, unweit zu erreichen. ein schillernder ort voller schillernder seelen. anders als hier, doch faszinierend und voller neuer und spannender eindrücke.

doch hier ist und bleibt der ursprung und bestimmte geheimnisse werden diesen ort niemals verlassen.
und so bleibt auch shine, und lehnt an der bar, lächelt euch zu, wenn ihr hereinkommt, so wie heute...
manchmal legt er für euch auf, wie ihr wollt, ihr könnt tanzen oder einfach nur zuhören, ein altes gefühl steigt empor...es wird wohl liebe sein.
a strange kind of love
und er hört zu, ganz genau tut er das,
so wie immer.

hier ist es dunkler als drüben im hotel, wo es lichter gibt, bälle und viele parties. es ist hier so dunkel, dass man manchmal kaum die hand vor augen sieht. diese gasse hier ist nur von gaslaternen erleuchtet...manche fürchten die dunkelheit noch mehr als den tod. sie werden diese gegend meiden.*g*
vor der bar brennen zwei fackeln, zur rechten und zur linken des eingangs.
in den hohen gotischen spitzbogenfenstern leuchten kleine öllämpchen in düsterem rot.
das innere der bar ist von aussen nicht zu erkennen... erst, wenn man das tor öffnet, wird man sie sehen, die besucher in den nischen und um die bar versammelt, die schrift an der wand, in kaltem blau

remember

archangel in 2006...ein gutes neues jahr allen besuchern und freunden, den unsterblichen seelen und den engeln, den verlorenen kindern und denen, die wir lieben.
peace


archangel bar, silvester 2006




es hätte so weitergehen sollen. genau so. die alte bar, die alten geheimnisse. ununterbrochen denken, philosophieren, so unendlich viele fehler, doch die wahrheit, so selten sie sein mag, klar wie ein kristall, man muss um solche dinge kämpfen, versteht ihr denn nicht, dass wir verlernt haben zu kämpfen, wir haben schon verloren, als wir begonnen haben und mein herz zerbricht daran

9.9.18

höllenaquarium



in einer ecke des lokals steht ein aquarium. es ist dunkelgrün und rötlich beleuchtet und scheint düster vor sich hinzuglosen. manchmal gehen gäste dorthin und scheinen irgendetwas hineinzuwerfen, nur was genau, das kann man nicht erkennen.
die vegetation ist üppig wie ein unterwasser-urwald und wuchert oben aus dem aquarium heraus,
einige pflanzen tragen grosse, exotische blütenkelche, die betäubend duften.
die fische im aquarium sind nur als schatten zu erkennen, sie sind gigantisch gross. im rötlichen licht
scheinen manchmal nadelspitze zähne auf und sie geben geräusche von sich, ähnlich wie singen.
ihr gesang unterscheidet sich jedoch von dem der wale, er ist anders als alles, was man je gehört hat.
es sind hohe kalte töne, die den anwesenden schauer über den rücken laufen lassen, und doch
liegt schönheit darin. es sind töne, die erinnerungen bringen - ob man sich jedoch wirklich erinnern will, ist eine andere sache. aber man muss - wenn man sie hört.
über dem aquarium hängt ein schild in blutroter gotischer schrift:
das höllenaquarium
die fische ernähren sich von bösen gedanken und träumen, vom bösen selbst.
sie stammen aus einer urwelt fern von hier und ähneln gigantischen piranhas.
mit ihren scharfen zähnen zerfetzen sie alles in sekundenbruchteilen.
ihre wut leuchtet wie glut aus ihren augen.
füttert sie.
sie fressen immer.

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es gibt ein uraltes fischweibchen, das heisst fleur.
fleur ist neugierig geworden. die fremden gedanken stimulieren ihr archaisches gehirn, sie bleckt die zähne, sie schnappt nach ihnen und legt tausend eier in die wunden ihrer männlichen artgenossen, die sie ausbrüten, um neue pflanzentriebe zu gebären.
sie schnellen in die höhe, versuchen soma zu erfassen und ranken sich zischelnd an der wand empor.
fleur legt eier in schwärende wunden. die duftenden blüten über dem aquarium sind ausdruck ihrer zerstörerischen lebendigkeit. meistens hinter einem pflanzenschleier verborgen, tritt sie nur selten hervor. meist träumt fleur hinter ihrem vorhang aus giftigen gedankenpflanzen.
fleur stammt aus indien, und trägt das zeichen der kali auf der stirn wie eingebrannt. sie ist das lieblingstier der göttin kali, und fleur ist alt wie die welt.
sie ist die schönste und schlimmste von allen.

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archangel bar, café paradox


7.9.18

shine in the dark



wenn du was sagst horche ich auf das echo deiner worte
ich bin betrunken
ich suche in deinen augen und finde etwas uraltes
das immer für mich da war
vielleicht liebst du mich
vielleicht bist du nur zu kühl um es zu sagen
ich lächle in meinen wein und amüsiere mich
während der eisstrahl deiner augen mein herz durchbohrt
ich wär jetzt gern am friedhof mit dir
target: fixed




ich bin ein wenig betrunken, aber das ist es nicht...
vielleicht hör ich die schritte meiner freunde am kies der friedhöfe
gerade jetzt
ich wende mich um und lächle in ihre weissen gesichter
und sag: "wo wart ihr denn alle die ganze zeit?"
und juli antwortet: ich bin doch hier"
it's just a feeling i get sometimes
a feeling i get sometimes…




5.9.18

r.i.p. shine



"i'm deranged". bowies stimme lag noch immer wie ein nachhall im raum. shine wischte sich über die augen. grinste kurz und murmelte: "auf ein neues", und stand langsam auf. die anderen waren irgendwo auf der tanzfläche, sie hatte sie aus den augen verloren. so viel nebel, so viel licht. verwirrend. sie ging über die tanzfläche und es kam ihr vor, als würde sie einen einsamen pfad entlanggehen, inmitten der tanzenden, als wäre sie ganz allein. keiner berührte sie. ihr war es, als würde sie durch zuckende schattenrisse gehen, durch einen korridor von scherenschnitten und wehenden stoffetzen. sie schwebte mitten durch sie hindurch. bis der korridor sie zur eisentür nach draussen führte, durch sie hindurch, hinaus auf die strasse und weiter, bis sie auf einem kleinen, mondlichtübergossenen platz anhielt.

hier war sie noch nie gewesen. das dunkle rondeau des platzes glänzte metallisch im licht. ihr war ein wenig unwohl und sie atmete die kühle nachtluft tief in ihre lungen. ihre knie zitterten, als wäre sie weit gelaufen, dabei war sie nur die paar meter vom club hierhergegangen. wo war sie eigentlich? sie drehte sich einmal um ihre eigene achse, dann ein zweites mal. sie hatte die orientierung verloren. und sie wusste nicht mehr, wie lange sie wirklich gegangen war, bis sie hierher gelangt war. sie fühlte sich erschöpft,  aber eine merkwürdige euphorie war in ihr, vermischt mit einem leichten anflug von angst. dass sie nichts mehr wusste, machte ihr sorgen. dass sie keine ahnung hatte aus welcher richtung sie gekommen war. denn es gab mehrere strassen, die in den platz mündeten, viele dunkle ein- oder ausgänge, die lichtlosen höhlen glichen oder gähnenden mündern. es gab keine laternen in den strassen. nur der kleine park im zentrum des platzes war schwach beleuchtet. es war an der zeit, dass sie hierhergefunden hatte. das wusste sie genau, aber die bedeutung dieser erkenntnis war ihr verborgen. und sie ging in den park hinein, auf das bleiche licht zu, das zwischen den bäumen glänzte. sie ging auf das licht zu und weinte.

und genau das war das unlogische daran. shine konnte nämlich nicht weinen und als sie über diese tatsache nachdachte,  wachte sie auf. sie lag auf der seite, dem fenster zugewandt, und starrte direkt in den kältesten mond aller zeiten. eine korona aus bläulichem violett umgab ihn in mehreren ringen.
ein leichter windzug drang durch das geöffnete fenster neben ihrem bett und die knöchelchen und glasscherben des windspiels klapperten und klirrten leise. über nacht war schnee gefallen.....



ausschnitt aus 'spookland'




22.8.18




der wind war ein sadist, er hatte ihm zuerst ins herz geflüstert und ihn dann fortgetragen
der wind, der schon überall war
hatte ihn einfach unter den arm genommen und wie eine feder mit sich genommen
später hatte er ihn einfach über dem friedhof fallenlassen
und er hatte sich sofort in die erde gewühlt
war darin versunken und sog den kühlen atem der toten
tief in seine lungen bis er erstickte
wieder einmal



21.8.18

leben als gäbe es kein morgen


den ganzen abend geht schon der wind. weht flausen aus dem
kopf und falsche gedanken. weht die sehnsucht ins herz zurück.
es tut so unendlich weh, sagt sie lächelnd
ein windstoss bringt klappernde knochen und den geruch von erde
ein lächeln in zusammengekniffenen augen
jemand geht die strasse entlang
mit staubigen docs und einem schwarzen mantel
er ist nichts besonderes
glaubt er
doch für sie ist er alles
er trägt die trauer vor sich her wie ein banner
und das lächeln in seinen wasserblauen augen
birgt hoffnung für sie

nur 5 minuten leben
5 verdammte minuten
wären alles wert,
jeden schmerz der welt,
5 minuten leben und dann sterben
es wäre alles wert

er ist so leise
man kann ihn kaum hören
die welt ist zu laut
wenn er geht, nimmt er eure seele mit
er geht gerade die strasse hinunter
fühlt ihn
der wind lässt seinen mantel flattern
seine augen suchen euren blick
noch immer
der wind weht und vertreibt alles unnötige
übrig bleibt heimweh
er sieht euch an



er braucht jetzt was stärkeres als sein bier. das mädchen am fenster, als sie der einsamen gestalt nachblickte, war noch so stark in seiner erinnerung, er hätte weinen können. und wieder war es wie immer. sie wurde wahrscheinlich nicht gehört ihre stimme war zu leise, die stimme der gestalt im schwarzen mantel sowieso.
er kann ihre worte nicht vergessen

nur 5 minuten leben
5 verdammte minuten
wären alles wert,
jeden schmerz der welt,
5 minuten leben und dann sterben
es wäre alles wert

leben als gäbe es kein morgen, keine tage, die träge dahinschleichen, leben als wären diese verdammten 5 minuten deine letzten
vielleicht möcht ich heute noch auf den friedhof. ja, ganz sicher, aber es ist dunkel und kalt. sowas hat mich früher eigentlich nie abgehalten aber früher, da hatte ich ja nix zu verlieren, und heute … eigentlich genausowenig wie früher...warum macht mich das so fröhlich? ich könnte also ohne weiteres zum friedhof fahren und mich dort in ne alte gruft setzen, aber...hey..gute ausrede..ich hab ja keinen wein gekauft, und wein muss doch sein, am friedhof in einer eiskalten nacht, also lass ich es sein, obwohl mich irgendetwas gerade auffrisst. ist wohl der wind, der sadisitische wind, der mir gerade erzählt hat, dass ich tot bin hier drinnen in meiner wohnung, dass ich raus muss, etwas fühlen muss, riechen, hören, schmecken, nicht schlafengehen und morgen ins büro gehen...sondern mir am friedhof eine erkältung holen.


15.8.18

what is behind your eyes

weiss auch nicht, komisches gefühl...um freundschaft zu erleben, würde ich wohl selbst die am tiefsten verwurzelten lügen aufgeben. niemand kann mich wirklich mögen, wenn ich etwas vorspiele, was ich nicht wirklich bin. und man spielt immer, so sagt man, es sind lügen, die ganz tief in einem verborgen sind. erst, wenn jemand kommt, der ehrliche freundschaft will, beginnt man, so richtig zu zweifeln. man wird eigentlich immer ehrlicher. und es ist extrem beängstigend. diese lüge da drinnen ist wie eine droge. erst wenn man versucht, davon loszukommen, bemerkt man, dass es wie ein entzug ist.

und jetzt hab ich das gefühl, dass es genau das ist, was einem im spiegel entgegenblickt, wenn man lang hineinsieht. dass da irgendetwas heraussieht, was nicht du selbst sein kannst. etwas, das deine augen sonderbar aussehen lässt. dass sie so wirken, als würde jemand hämisch grinsen oder sich über dich herrlich amüsieren. erst wenn du durch einen anderen menschen gezwungen bist, die tief verwurzelte lüge zu erkennen, schaffst du es. was dann dahinter liegt, nach diesem schweren entzug, ist gesundheit und frieden.
ich brauch eigentlich keinen blog, ich brauch einen block zum kritzeln.

zieht sich schon durch mein ganzes leben, ich kritzle oft vor mich hin und wenn ich bewusst wahrnehme, was ich gekritzelt habe, ergibt sich manchmal ein ganzes bild. wenn ich glück habe. oder wenn ich pech habe. je nachdem. meistens ist es allerdings halb so wild.

heute ist feiertag und ein einigermassen seltsamer tag, es fühlt sich so an, als würden meine atome neu zusammengesetzt werden - es geht ja die geschichte herum, dass man alle 7 jahre völlig runderneuert wird. dass man dann also quasi ein neuer mensch ist. heute fühlt es sich so an, als wäre es wirklich wahr. es fühlt sich alles frisch an und das ist sehr beruhigend. die vergangenheit ist zwar vorhanden wie immer, aber einiges eben nicht mehr als bürde, sondern einfach nur als tatsache - ich hab dieses bzw. jenes gemacht und es ist mir im prinzip scheissegal. ich hab genug mit heute und der zukunft zu tun, aber die vergangenheit ist kein wichtiger teil von mir mehr - sie ist wie eine wunderkammer, in die man ab und zu späht. nicht allzu oft. man verpasst sonst das heute. was schade wäre. :) meine alten texte mag ich aber immer noch ganz gern. manches würde ich heute absolut anders machen, aber es ist interessant, wie ich damals gedacht habe. es ist absolut unentspannt. was mir heute nicht mehr entspricht. 

10.8.18

hundertmal verbrannt und noch immer elegant


seine zähne blitzten, als er lachte. es war halloween und die gesellschaft, in der er sich befand,
war vom allerbesten. alles leute, die dem tod näher standen als dem leben. er lachte oft in ihrer
gegenwart, es war so, als würde ihn alles an ihnen zum lächeln oder lachen reizen.
nicht, weil er sie so komisch fand. sie waren hinreissend, stellte er immer wieder aufs neue fest,
ihre sehnsucht nach dem endgültigen, ihre hingabe an die dunkelheit, ihre schönen gesichter, all
das und noch mehr fand er einfach überwältigend.

es war halloween in irgendeiner stadt, einer von vielen, die sie in den letzten jahren besucht hatten. jedes jahr eine andere stadt, jedes jahr ein anderes hotel, jedes jahr einen neuen club, der für sie reserviert war, jedes jahr ein, zwei neue gesichter. menschen, die sich ihnen angeschlossen hatten und die in folge für immer blieben.


samhain, flüsterte er. keiner kennt samhain wirklich. vielleicht die entschärfte version, die in die
alltagswelt der menschen zu passen scheint, doch das echte war wie immer verborgen geblieben, hatte sich versteckt hinter tausenden und abertausenden von schleiern. ein unattraktives fest. zu dunkel, zu krank in ihren augen, zu krank wie sie selbst, die sich hier in diesem raum versammelt hatten und gerade dabei waren, sich hinter die schleier zu begeben, einer nach dem anderen. er betrachtete ihre angespannten gesichter und lächelte ein wenig. die anspannung würde weichen und glück würde in den gesichtern stehen, sie würden lachen und vermeinen, zu fliegen. macht, murmelte er, es ist die macht, die menschen versagt bleiben sollte, zumindest würde es die kirche so sehen, kranke macht für kranke typen wie uns, die hinter schleier spähen, anstatt wie normale bürger schlafend in ihren betten zu liegen.


einer hatte es geschafft. ein junge mit einem schmalen gesicht und vielen piercings hatte es als erster geschafft, wegzutreten. wie geil, hörte man ihn noch und dann kippte er vornüber und landete direkt in den armen eines uralten vampirs, der ihn vorsichtig wie ein kind hielt und lächelnd sein gesicht in beiden händen hielt. der anblick wäre im grunde entsetzlich, wenn die zärtliche geste nicht gewesen wäre, das übermass an gefühl, das von der alten wesensheit ausging. der alte hätte den jungen zerdrücken können wie ein insekt. seine kraft war nicht nur mental. ein muskulöser körper und weisses haar mochte in der menschenwelt einen gegensatz darstellen, doch hier war es normal. der vampir hatte trotz seines offensichtlich beträchtlichen alters ein glattes, völlig faltenfreies gesicht. die augen allerdings sprachen eine andere sprache. augen wie asche und dahinter ein kühler glanz, asche auf einer stahlklinge, hundertmal verbrannt und noch immer elegant, hörte shine in seinem kopf.
der weisshaarige lachte kurz auf und prostete shine zu.


du scheinst in jedem leben zu brennen, auf die eine oder andere art, logisch, wenn du dir einen körper zulegst, doch sind wir nicht längst darüber erhaben … zumindest sollten wir es sein.
er grinste den weissen an und plazierte ihm ein freundliches "du könntest ihn auch mal loslassen" in seine gehirnwindungen
wie eine puppe, er ist eine puppe neben ihm und tanzt genauso wie der alte es will
freut sich auch noch darüber
himmelherrgott hoffentlich werden die endlich mal erwachsen
wie zerbrechlich sie noch sind. noch.
einige schritte hinter den schleier und sie verändern sich für immer.


er lachte amüsiert und wandte sich seinen engsten freunden zu, die mit ihm an einer nische sassen. das konstrukt ihrer zusammenkünfte, ein fragiles und dennoch konstantes netzwerk von treffen in virtuellem und realem raum, hatte sich als erfolgreich erwiesen. der zweck davon - ihre interessen zu wahren, ihre ziele weiter zu verfolgen, ihren horizont zu erweitern



hundertmal verbrannt und noch immer elegant
hundertmal verbrannt und noch immer elegant
hundertmal verbrannt und noch immer elegant
hundertmal verbrannt und noch immer elegant
hundertmal verbrannt und noch immer elegant
hundertmal verbrannt und noch immer elegant




[ich nehme an, dass dieser text von "aschenengel" war - ist lang her … ich war gerade dabei, vignetten und kurztexte zusammenzusammeln, um ein grosses ganzes daraus zu machen. ich hab dann damals spookland geschrieben und aschenengel verschoben. die stories überlappen sich aber - einige personen kommen in beiden stories vor, und auch im sogenannten real life. ich schmeiss das jetzt mal hierher... ich hänge an diesen textfetzen - es sind momente, die ich liebe, ich erinnere mich an gute mukke, kerzenlicht, viel zuviel kaffee, zigaretten und wein.. und nacht. solche texte schreibst du nie bei tag]

9.8.18

ding dong the bitch is dead

thanx tumblr crew for crushing da bug! wir waren nämlich alle SCHON EIN BISSCHEN ARG VERZWEIFELT UND jetzt ist alles wieder gut und wir können uns von den strapazen erholen und einfach nur das tun, was wir seit jahren, manche seit einem knappen jahrzehnt einfach so tun - täglich bloggen!. wie wir immer so schön sagen:

time to fucking blog *cracks knuckles*
(ancient tumblr proverb)


Doug (tumblr)  
                                                       
             Aug 8, 2:15 PM EDT
           
                                   Hello,
Just updating you to let you know that the issue with blog URLs and archives redirecting to the dashboard has been fixed!
Thanks again for your patience as our engineers worked on this, and please let us know if you continue to see any problems.

Doug
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