30.7.19

lion-hearted


eine stadt. wahrscheinlich wie alle anderen, grau, unbarmherzig. schakale in den strassen, die einander an den bestienschreien ihrer seelen erkannten. ein chor bestialischer stimmen im kessel der stadt, beinah unerträglich laut im kessel der stadt, in den strassen, hinauf zu den grauen dächern, bis zur smog-grenze, zum grauen deckel, der die stadt schalldicht verschloss.


er rannte wie immer, ein feuerläufer, er musste schneller sein als die flammen, sie zischelten unter seinen schritten, eine perverse version des laufs über glühende kohlen, nur dass die glutnester diesmal ihre seelen waren. er rannte. so wie er es gewohnt war, und diesmal war er wieder schneller als die flammen, wie so oft in letzter zeit. bevor sie an ihm emporlecken konnten, verschwand er in einem dunstigen, nebligen durchgang, den sie einfach nicht erkennen konnten. die schakale zischten hinter der mauer aus ..nebel....licht...? sie suchten nach ihm, doch sie sahen ihn nicht mehr und wie schakale eben sind, liessen sie bald ab von seiner spur und vergassen, dass er jemals da gewesen war, mitten unter ihnen.

...ein kühler windhauch, der es noch nicht geschafft hatte, ihr feuer auszudämpfen. er hatte es wider willen angehaucht und zu neuer glut entfacht, er hatte...
den fehler begangen, in ihre glut zu hauchen, um zu sehen, was dann passierte
..."begegne dem feuer nur, wenn du es löschen kannst", kam ihm in den sinn.
"ansonsten meide es und warte."
er würde warten, geduldig und auch lange, wenn es sein musste.


hinter der nebligen mauer war es endlich still. er liess den blick zum horizont wandern und stand eine zeitlang stumm, wie im gebet versunken, stand und erblickte etwas unbeschreiblich schönes, das ihn zum lächeln brachte. eine hügelkette, die sanft, beinah toskanisch, unter dem weit offenen himmel lag. durch sein herz bohrte sich die lanze eines alten gottes, sehnsucht und liebe überkamen ihn, er musste die augen schliessen, zu schön war der anblick der welt, die makellos und rein vor ihm lag
doch im gegensatz zu früher weinte er nicht. und er kauerte nicht am boden und beweinte das schicksal der welt und sein eigenes, das dem der welt so ähnlich war. er öffnete seine augen und sah noch einmal genau hin, und schwor sich, dass er nicht zerbrechen würde, er nicht, niemals. er versprach sich selbst ein leben, wie er es sich erträumt hatte in den frühesten tagen seiner kindheit und die erfüllung seines traumes


so wanderte der goldäugige löwe durch die gärten, während hinter der mauer aus licht die schreie der schakale ungehört verhallten, unbemerkt von ihm und denjenigen, die waren wie er:



seid ohne furcht im
angesicht eurer feinde.
seid tapfer und aufrecht.
sprecht nur die wahrheit
auch wenn dies euren
eigenen tod bedeutet.
beschützt die wehrlosen
und tut kein unrecht.
dies ist euer eid.

KINGDOM OF HEAVEN


shine, 14.7.2005


metropolis - city of darkness



die ganze metropolis serie ist negativ. es geht um menschen, die wie maschinen ausgebeutet werden und eine graue existenz führen, um träumer, die verfolgt werden, um bücher, die verbrannt werden. metropolis wächst und wuchert. es führt kriege gegen andere stadtstaaten und gewinnt sie leider immer. es droht die welt zu verschlingen. es ist meine version des buches und ich denke es ist immer noch aktuell. solang es menschen gibt, ist dieses thema aktuell.

vielleicht mache ich mal ein set über träumer in metropolis. leute, die heimlich blumen am fensterbrett stehen haben oder ein windspiel aus sternen. ein mädchen, das geige spielt, anstatt zu arbeiten. ein blasses kid auf einer feuerleiter mit einem buch auf dem schoss. sowas in der art.



leider bin ich auf polyvore nicht mehr dazu gekommen. aber vielleicht versuche es anderswo...auf trendme oder urstyle. es wird wieder zeit für neue sets!

29.7.19



“Don’t you ever leave me. Don’t you ever go, man-”
Steve stopped, but Ghost heard the sudden hoarseness in his voice.
“No,” said Ghost. “It won’t be me who goes.”

Poppy z. Brite: Lost Souls




27.7.19

gestern im zug traf ich auf eine merkwürdige person

...die mir sofort lang und breit erzählte, dass sie eigentlich tot war. auch über ihre todesart redete sie gern und ausführlich. ich dachte bei mir, mein gott, es kann nicht angehen, dass jetzt schon die toten aus ihren löchern krabbeln und auf der welt herumgehen bzw. wie es in diesem unserem fall war, herumreisen. wir sassen zusammen in einem zugabteil, das äusserst schlecht durchlüftet war und ihr geruch - ich möchte nicht allzusehr ins detail gehen, aber sagen wir mal so: sie roch abgelegen - ihr geruch erfüllte bald das abteil bis in die letzte nische.

als ich das fenster öffnen wollte, musste ich bemerken, dass es derartig von rost bewachsen, ja befallen war, dass ich keine chanche hatte, das vermaledeite ding auch nur sagen wir mal einen inch zu bewegen. ich rüttelte an dem nutzlosen fenstergriff, bis mein secondhandmantel von dior - sie wissen, werte freundin, wie sehr ich secondhand-haute couture mag - bis besagter altrosafarbener mantel (der mit dem schwarzen spitzenkragen, mein lieblingsstück) über und über mit rost befleckt war, der sich in grossen flocken von der korrodierten metallschiene löste und schon überall im abteil verteilt war.

die kleine tote person, die es sich mir gegenüber bequem gemacht hatte, lachte inzwischen auf eindeutig hämische manier, ein unerzogenes kind, aber bildhübsch, also verzieh ich ihr die kleinen unartigkeiten und anstatt sie zu tadeln suchte ich in meiner handtasche lieber nach zuckerwerk, das ich für die lange reise in einem kleinen bonbon-laden im stadtzentrum von paris erstanden hatte. die kleine person wurde so zutraulich, dass sie sogar ihren sitzplatz wechselte und sich neben mir niederliess und nach einiger zeit spürte ich ihre kleine hand, die nach meiner griff. ihr geruch störte mich nicht mehr, ich war davon überzeugt, dass auch ich inzwischen schon genauso roch wie sie....

19.7.19

nachtrag zum tag, der nicht grad mein tag war...
anscheinend war er es doch. denn ich hab meine zwei freunde wieder. beide!
sie mögen mich noch immer genauso wie früher und ich bin so so so dankbar
ihre freundschaft war mein bestes geburtstagsgeschenk
(ich kling wie der überkitschige schnulzensänger, aber ich fühl es echt so)
ich depp
hätte ihnen durchaus ein bisschen vertrauen können.
dachte schon, sie wären sauer, weil ich sie belästige,
dabei waren sie froh darüber
falsch gedacht wie so oft
kein darkwebkiller for me :)

13.7.19

nicht grad mein tag

egal, was ich heute mache, es ist absolut für den a****, ob es kreativ ist oder kommunikationstechnisch. ich hab sogar versucht, uralte stillgelegte freundschaften wiederzubeleben, und das auf fb - hab messages geschrieben und werde wahrscheinlich auch nix zurückkriegen. aber heute war so ein dermassen seltsamer tag. alles mussste versucht werden, ob man sich chancen ausrechnet oder nicht. und manches ist nun mal chancenlos. wenigstens hab ich das versucht, was ich seit ewigen zeiten versuchen wollte und wozu ich keinen mut hatte. nur ist das so'ne sache mit dem mut - irgendwann ist er nämlich weg und man fühlt sich einfach nur dämlich.


ich werd mich nie wieder bei ihnen melden - es sind 2 leute gewesen (2 ex-brieffreunde) - also wenn nichts zurückkommt, dann werde ich alles löschen, auch die erinnerungen an die guten zeiten. und es waren manchmal sehr gute zeiten. heute ist der fiese erinnerungstag und man sollte an einem solchen tag einfach nur im bett bleiben. ach ja, geburtstag hab ich heute auch noch, happy birthday to me i guess

dieser tag ist wie ein eurocity, der in voller fahrt auf dich zudonnert


wahnsinn, aber ich hätte gern ihre gesichter gesehen,
als ich nach jahren wieder aufgetaucht bin :)
hoffentlich schicken sie mir keinen darkwebkiller
damit ich mich ja nie wieder melde


hatte irgendwie kultfaktor


10.7.19

brutalistisch urlauben


beton-tischtennisplatten-ambiente

heute in der kleinen zeitung kärnten & klagenfurt gefunden. ich mag es. es erinnert mich an meine kindheit. nicht, dass wir daheim einen tischtennistisch aus beton hatten, aber wir waren so ziemlich jedes jahr im sommer in jesolo und dort gab es die brutalen tischtennistische aus beton und dieses gewisse ambiente, das dir beinhart mitteilt, dass du gerade in einem zweckentfremdeten brutalismus-wohnblock deinen urlaub fristest.

passt gut zur freischwitz-schimmelkultur, die ich vor einiger zeit in einer zeitung (leider keine ahnung mehr, welche) gefunden habe. die schimmelkultur, die in brutalistischem ambiente auf betontischen urlaubt und frei von allen zwängen vor sich hinschwitzt.


9.7.19