14.10.19
es gibt dinge, die universell bekannt sein dürften. vielleicht sind sie grundprinzipien des universums - jeder sollte sie kennen und wie grundregeln befolgen, aber gerade wir menschen vergessen ununterbrochen, was wichtig ist und was wir zum überleben brauchen. zu diesen regeln gehört eine, die für mich gerade sehr wichtig ist. im kreativen bereich und auch im emotionellen. werde nie zu gross und rede nie zu laut. wer zu laut redet, beginnt mit der zeit, seine letzten geheimnisse so ziemlich jedem anzuvertrauen, ob es die leute nun wollen oder nicht. alles dinge, die es wert sind, dass man leise darüber redet, mit freunden, dem lieblingsplüschtier, aber nicht mit social media "freunden" und fremden, was dann eh meistens dasselbe ist. zu gross und zu laut werden aber fast alle, die ein gewisses alter überschreiten. als hätten sie plötzlich angst, durch diese tür zu gehen. in einen raum, wo keine menschenversammlung auf sie wartet, sondern manchmal einfach gar niemand.
13.10.19
das herz der dinge
sie hatte die alte kamera, die sie am dachboden gefunden hatte, tatsächlich bis hierher getragen. es war völlig unlogisch, was sie hier tat. normalerweise steckt man das ding in einen koffer oder in den rucksack, oder man verwendet überhaupt eine von diesen sündteuren kamerataschen, wie sie die touristen immer haben. aber nein, sie musste diese alte kamera tragen. von der wohnung weg runter zum traxi, dann am flughafen bis zum sicherheitscheck, wo die kamera wie ein relikt aus alter zeit zwischen den modernen handtaschen auf dem laufband entlangfuhr und auf der anderen seite von ihr schon erwartet wurde. und wieder hatte sie die kamera in die hand genommen und zum abflugschalter getragen und ins flugzeug hinein, und auch später, den ganzen marathon zu ihrem hotel, in die lobby und hinauf in ihr zimmer, hatte sie sie nicht aus der hand gegeben.
nun sass sie in ihrem hotelzimmer auf dem bett und schaute die kamera an. nahm einen schwarzweiss ilford aus der seitentasche ihres koffers, der in der silberfolie steckte, die die röntgenstrahlen des sicherheitschecks am flughafen abblockte und legte ihn vorsichtig ein. lächelte ein bisschen, legte die kamera neben das bett auf das nachtkästchen und begab sich dann bald selbst zur ruhe. vor dem einschlafen dachte sie noch kurz über die vermeintliche sinnlosigkeit ihres tuns nach. ihr vater wollte ihr vor ihrer reise eine digitalkamera kaufen, aber sie hatte dankend abgelehnt und gemeint, sie hätte ja schon eine kamera. was er mit leichtem kopfschütteln quittiert hatte, aber dann hatte er gelächelt wie immer, wenn sie solche dinge machte. aber wie willst du damit fotografieren, hatte er gesagt, die kamera funktioniert nicht mehr. wie eine alte uhr, deren herz aufgehört hat, zu schlagen.
als sie am frühen morgen nach einem schnellen frühstück und einem blick in die morgenzeitung das hotel verliess, hing die alte kamera an einem lederriemen um ihren hals. sie griff manchmal danach und hielt sie für einen kurzen augenblick fest. so ging sie die strassen entlang, warf manchmal einen blick in den stadtplan, den sie in ihrem rucksack mitgenommen hatte und kam nach einiger zeit am rand der stadt an. sie rastete einen moment im schatten einer gruppe von palmen, die die stadt wie einen wall aus frischem grün umgaben, lehnte sich an den stamm eines baumes und schloss die augen. wie von selbst fuhr ihre hand zu der alten kamera, sie umfasste sie vorsichtig und fühlte plötzlich, wie ein strom von erinnerungen, wie alte bilder in sepiafarben, dem uralten gegenstand entwich. sie wunderte sich kein bisschen. genau so hatte sie es sich vorgestellt. es war der richtige ort dafür.
sie sah die wüste, palmenhaine und menschen, die darunter lagerten, elegante männer und frauen in hotellobbies, an tischen sitzend, rauchend, sich angeregt unterhaltend, behandschuhte livrierte kellner, die auf silbernen tabletts getränke servierten, sie sah einen saal mit hohen fenstern, in dem kristalluster leuchteten, mit grossen spiegeln an den wänden und in den spiegeln sah sie paare tanzen, ein orchester auf einer bühne und eine sängerin vor einem antiken mikrophon, sie sah basare und händler, alte bücher, deren titel sie sogar lesen konnte, es waren alles bücher mit geheimnisvollem inhalt, die sie selbst gern besessen hätte. sie sah portraits von menschen, die in vielem unterschiedlich waren, denen aber immer eins gemeinsam war: sie hatten alle denselben ausdruck in den augen. interessante menschen, die sich gewiss nie mit der oberfläche der dinge zufriedengaben, sondern darunter sahen, zum herz der dinge, das, wie man weiss, niemals aufhört, zu schlagen. dann, ganz am schluss, blickte sie in ihr eigenes fragendes gesicht, das sich gerade über die kiste am dachboden beugte.
als sie die augen wieder öffnete, war der schatten der bäume um ein stück weitergewandert, die morgensonne schien ihr ins gesicht und liess die bilder, die sie gesehen hatte, zu schatten ausbleichen. wie ein sepiaschleier waren sie nun auf ihrer netzhaut gefangen und sie liess sie nicht wieder fort. mit der einen hand hielt sie immer noch die alte kamera umfasst.
sie lächelte. die wüste war für sie immer ein ort des lebens gewesen. wenn man unter die oberfläche der dinge blickt, dann ist es auch so. ein ort der stille, ein kraftvoller ort. nichts von den alten erinnerungen geht hier verloren. es gab nichts, was ablenken konnte, von der vergangenheit, vom jetzt. hier war alles ein ding.
begleitet von einem strom verblasster bilder, die im sonnenlicht wie feine schatten wirkten, betrat sie die wüste.
für imuhar
nun sass sie in ihrem hotelzimmer auf dem bett und schaute die kamera an. nahm einen schwarzweiss ilford aus der seitentasche ihres koffers, der in der silberfolie steckte, die die röntgenstrahlen des sicherheitschecks am flughafen abblockte und legte ihn vorsichtig ein. lächelte ein bisschen, legte die kamera neben das bett auf das nachtkästchen und begab sich dann bald selbst zur ruhe. vor dem einschlafen dachte sie noch kurz über die vermeintliche sinnlosigkeit ihres tuns nach. ihr vater wollte ihr vor ihrer reise eine digitalkamera kaufen, aber sie hatte dankend abgelehnt und gemeint, sie hätte ja schon eine kamera. was er mit leichtem kopfschütteln quittiert hatte, aber dann hatte er gelächelt wie immer, wenn sie solche dinge machte. aber wie willst du damit fotografieren, hatte er gesagt, die kamera funktioniert nicht mehr. wie eine alte uhr, deren herz aufgehört hat, zu schlagen.
als sie am frühen morgen nach einem schnellen frühstück und einem blick in die morgenzeitung das hotel verliess, hing die alte kamera an einem lederriemen um ihren hals. sie griff manchmal danach und hielt sie für einen kurzen augenblick fest. so ging sie die strassen entlang, warf manchmal einen blick in den stadtplan, den sie in ihrem rucksack mitgenommen hatte und kam nach einiger zeit am rand der stadt an. sie rastete einen moment im schatten einer gruppe von palmen, die die stadt wie einen wall aus frischem grün umgaben, lehnte sich an den stamm eines baumes und schloss die augen. wie von selbst fuhr ihre hand zu der alten kamera, sie umfasste sie vorsichtig und fühlte plötzlich, wie ein strom von erinnerungen, wie alte bilder in sepiafarben, dem uralten gegenstand entwich. sie wunderte sich kein bisschen. genau so hatte sie es sich vorgestellt. es war der richtige ort dafür.
sie sah die wüste, palmenhaine und menschen, die darunter lagerten, elegante männer und frauen in hotellobbies, an tischen sitzend, rauchend, sich angeregt unterhaltend, behandschuhte livrierte kellner, die auf silbernen tabletts getränke servierten, sie sah einen saal mit hohen fenstern, in dem kristalluster leuchteten, mit grossen spiegeln an den wänden und in den spiegeln sah sie paare tanzen, ein orchester auf einer bühne und eine sängerin vor einem antiken mikrophon, sie sah basare und händler, alte bücher, deren titel sie sogar lesen konnte, es waren alles bücher mit geheimnisvollem inhalt, die sie selbst gern besessen hätte. sie sah portraits von menschen, die in vielem unterschiedlich waren, denen aber immer eins gemeinsam war: sie hatten alle denselben ausdruck in den augen. interessante menschen, die sich gewiss nie mit der oberfläche der dinge zufriedengaben, sondern darunter sahen, zum herz der dinge, das, wie man weiss, niemals aufhört, zu schlagen. dann, ganz am schluss, blickte sie in ihr eigenes fragendes gesicht, das sich gerade über die kiste am dachboden beugte.
als sie die augen wieder öffnete, war der schatten der bäume um ein stück weitergewandert, die morgensonne schien ihr ins gesicht und liess die bilder, die sie gesehen hatte, zu schatten ausbleichen. wie ein sepiaschleier waren sie nun auf ihrer netzhaut gefangen und sie liess sie nicht wieder fort. mit der einen hand hielt sie immer noch die alte kamera umfasst.
sie lächelte. die wüste war für sie immer ein ort des lebens gewesen. wenn man unter die oberfläche der dinge blickt, dann ist es auch so. ein ort der stille, ein kraftvoller ort. nichts von den alten erinnerungen geht hier verloren. es gab nichts, was ablenken konnte, von der vergangenheit, vom jetzt. hier war alles ein ding.
begleitet von einem strom verblasster bilder, die im sonnenlicht wie feine schatten wirkten, betrat sie die wüste.
für imuhar
11.10.19
der traum, den ich heute kurz vorm aufwachen hatte, würde jeden traumanalytiker zum ausflippen bringen. es war eine wilde und bunte sache und ich bin froh, dass es nicht länger gedauert hat, sonst wäre es aus mit meinem restverstand. träume sind generell surrealer natur, aber ein potoo in knallbunt? jedenfalls - begonnen hat das ganze eher normal - ich hab davon geträumt, im bett zu liegen und zu schlafen. war auch im traum kurz vorm aufwachen, total groggy, und wollte einfach nicht die augen öffnen. aber es war dermassen laut. irgendwer oder irgendetwas klopfte ununterbrochen an mein fenster und machte noch zusätzlich viel lärm. es dauerte echt lang, bis ich ein auge öffnen konnte. ich hatte im traum vorhänge, die halb offen waren, also konnte ich nur etwas erkennen, das urschnell draussen hin und herflitzte, wie ein knallbunter schatten, der zwischendurch an mein fenster hämmerte. verdammt.
irgendwann schaffte ich es auch, mein zweites auge zu öffnen und mich langsam wie die ururalte frau, die ich bin, aus dem bett zu hieven. als ich die vorhänge beiseiteschob, sehr vorsichtig natürlich, sah ich mich einem riesengrossen papageiartigen vogel gegenüber, nur sah er vom gesicht her nicht papageiartig aus, sondern wie dieser wahnsinnskultvogel, der potoo. er war ein breitmaulvogel. das war kein schnäbelchen mehr. er brüllte, hämmerte an mein fenster und als ich das rabiate tierchen hereinbitten wollte, hatte es anscheinend genug von mir und meiner begriffstutzigkeit und machte sich davon.
hat mich nicht verwundert - im traum schockt einen gar nichts und das ganze war ja noch einigermassen harmlos, es gab kein blut, keinen splatter, nur ein surreales tier, das mir im real life gut gefallen würde. dann ging es im traum noch weiter. ich hab dann meine mails gecheckt und fand eine nachricht von meinem arbeitgeber. was lustig ist, weil ich heute frei habe und anscheinend keinen tag mehr ohne meine arbeit existieren kann. ich sollte doch bitte auf den zeitungsartikel über die papageienartigen vögel nicht vergessen, schrieb mir eine kollegin. 'lillian' würde ihn so dringend brauchen. und ich dachte im traum, wir schön es doch wäre, wenn ich statt dem artikel doch gleich einen von diesen tieren schicken könnte - war richtig sauer, dass ich mir das tier nicht gegriffen habe. andererseits - es war riesengross und brutal, sicher recht wehrhaft. sorry, lillian.:)
dann fügte die kollegin noch hinzu: be a pullip girl!
tja.
pullip ist ne puppenmarke, einigermassen teuer und ich besitze keine einzige, weil ich nämlich living dead dolls gesammelt habe, seit ich klar denken kann. weiss auch nicht... klingt so, als wäre die kollegin nicht zufrieden mit meiner dollsammlung. jetzt möchte ich ihr doch kurz und prägnant aufs auge hauen, aber sie ist ja fiktional, genauso wie lillian und leider auch der knallbunte potoo.
irgendwann schaffte ich es auch, mein zweites auge zu öffnen und mich langsam wie die ururalte frau, die ich bin, aus dem bett zu hieven. als ich die vorhänge beiseiteschob, sehr vorsichtig natürlich, sah ich mich einem riesengrossen papageiartigen vogel gegenüber, nur sah er vom gesicht her nicht papageiartig aus, sondern wie dieser wahnsinnskultvogel, der potoo. er war ein breitmaulvogel. das war kein schnäbelchen mehr. er brüllte, hämmerte an mein fenster und als ich das rabiate tierchen hereinbitten wollte, hatte es anscheinend genug von mir und meiner begriffstutzigkeit und machte sich davon.
hat mich nicht verwundert - im traum schockt einen gar nichts und das ganze war ja noch einigermassen harmlos, es gab kein blut, keinen splatter, nur ein surreales tier, das mir im real life gut gefallen würde. dann ging es im traum noch weiter. ich hab dann meine mails gecheckt und fand eine nachricht von meinem arbeitgeber. was lustig ist, weil ich heute frei habe und anscheinend keinen tag mehr ohne meine arbeit existieren kann. ich sollte doch bitte auf den zeitungsartikel über die papageienartigen vögel nicht vergessen, schrieb mir eine kollegin. 'lillian' würde ihn so dringend brauchen. und ich dachte im traum, wir schön es doch wäre, wenn ich statt dem artikel doch gleich einen von diesen tieren schicken könnte - war richtig sauer, dass ich mir das tier nicht gegriffen habe. andererseits - es war riesengross und brutal, sicher recht wehrhaft. sorry, lillian.:)
dann fügte die kollegin noch hinzu: be a pullip girl!
tja.
pullip ist ne puppenmarke, einigermassen teuer und ich besitze keine einzige, weil ich nämlich living dead dolls gesammelt habe, seit ich klar denken kann. weiss auch nicht... klingt so, als wäre die kollegin nicht zufrieden mit meiner dollsammlung. jetzt möchte ich ihr doch kurz und prägnant aufs auge hauen, aber sie ist ja fiktional, genauso wie lillian und leider auch der knallbunte potoo.
22.9.19
terror visions
der albino mit dem weissen iro und den vernarbten armen steht wieder am eingang und blickt kühl über die menge der tanzenden hinweg. das licht schmerzt. die emotionen der tanzenden ebenso. lauwarme gefühle, man nennt es wohl menschlich.
es fühlt sich klebrig an und er fühlt sich auf unglaublich obszöne art und weise besudelt. sein magen revoltiert, er hätte nicht übel lust, seinen ganzen mageninhalt über die lustige düstere partygesellschaft zu entleeren. er schliesst gelangweilt die augen, hört getuschel, etwas von wegen monster und abartig. interessante szene, wenn typen wie er keinen platz mehr haben.
er grinst in sich rein und lässt sich begaffen. ein albino, genau.
wahnsinn, was es nicht alles gibt.
und erst die klamotten. woher hat der die sachen? irgendwie schon stylish, aber..
der rest geht im gedröhne der bässe unter. charmant. er unterdrückt den impuls, zu lachen.
kennst du sicher nicht, darling, und wenn ja, dann spricht du den namen mit garantie falsch aus. hat irgendwie keinen sinn, dir was über mode zu erzählen.
für den fetzen müsstest du ein halbes jahr auf den strich gehen, schatz. scheisse, er hat es tatsächlich laut gesagt. ihr gesicht ist sehenswert. es ist irgendwie in sich zusammengefallen, wie ein ballon, dem die luft ausgegangen ist.
der dj legt endlich etwas nach seinem geschmack auf, terror visions von putrefy factor 7, und er begibt sich auf die tanzfläche, obwohl er eigentlich vorgehabt hatte, nicht zu tanzen.
nur zu beobachten, am rand zu stehen und ein bier zu trinken, dann wieder in der nacht zu verschwinden, aber irgendwas an diesem club gefällt ihm ganz gut. manches sieht man nicht
auf den ersten blick. hat'n gutes fundament, denkt er, nur manche leute sind halt scheisse,die kratzen grad mal den verputz von den wänden, aber ans fundament kommen die nicht ran.
niemals. unberührbar.
auch unsichtbar für die meisten. er sieht es aber. gar nicht übel, genauso wie der name des clubs.
your plastic home. er lächelt. schöner name. ne neonschrift, die ihn angezogen hat wie ne motte das licht.
er liebt neonlicht, obwohl es seine augen nicht vertragen.
er tanzt mit geschlossenen augen und möchte vergessen. vor allem sich selbst,
er ist am glücklichsten, wenn er tanzt und nur die musik spürt.
wenn er sich auflösen kann und nicht mehr da ist.
it’s a bitter road
and I walk on glass
but my precious load
forces me to pass
help me to protect
the fragile in my hand
from the ravens’ eyes
in the black birds’ land
all hope is not lost
all tears are not cried
all blood is not shed
in this haunted night
god, my wings turn black
the acid burns a hole
save the fading light
in my soul
in this dying sky
dawn’s taking control
save the fading light
in my soul
hear ravens calling me
closing every gate
my arms open wide
to embrace my fate
god, my wings turn black
the acid burns a hole
save the fading light
in my soul
in this dying sky
dawn’s taking control
save the fading light
in my soul
(save the fading light)
was ist echt? was illusionär? wer kann es mit sicherheit sagen???
es fühlt sich klebrig an und er fühlt sich auf unglaublich obszöne art und weise besudelt. sein magen revoltiert, er hätte nicht übel lust, seinen ganzen mageninhalt über die lustige düstere partygesellschaft zu entleeren. er schliesst gelangweilt die augen, hört getuschel, etwas von wegen monster und abartig. interessante szene, wenn typen wie er keinen platz mehr haben.
er grinst in sich rein und lässt sich begaffen. ein albino, genau.
wahnsinn, was es nicht alles gibt.
und erst die klamotten. woher hat der die sachen? irgendwie schon stylish, aber..
der rest geht im gedröhne der bässe unter. charmant. er unterdrückt den impuls, zu lachen.
kennst du sicher nicht, darling, und wenn ja, dann spricht du den namen mit garantie falsch aus. hat irgendwie keinen sinn, dir was über mode zu erzählen.
für den fetzen müsstest du ein halbes jahr auf den strich gehen, schatz. scheisse, er hat es tatsächlich laut gesagt. ihr gesicht ist sehenswert. es ist irgendwie in sich zusammengefallen, wie ein ballon, dem die luft ausgegangen ist.
der dj legt endlich etwas nach seinem geschmack auf, terror visions von putrefy factor 7, und er begibt sich auf die tanzfläche, obwohl er eigentlich vorgehabt hatte, nicht zu tanzen.
nur zu beobachten, am rand zu stehen und ein bier zu trinken, dann wieder in der nacht zu verschwinden, aber irgendwas an diesem club gefällt ihm ganz gut. manches sieht man nicht
auf den ersten blick. hat'n gutes fundament, denkt er, nur manche leute sind halt scheisse,die kratzen grad mal den verputz von den wänden, aber ans fundament kommen die nicht ran.
niemals. unberührbar.
auch unsichtbar für die meisten. er sieht es aber. gar nicht übel, genauso wie der name des clubs.
your plastic home. er lächelt. schöner name. ne neonschrift, die ihn angezogen hat wie ne motte das licht.
er liebt neonlicht, obwohl es seine augen nicht vertragen.
er tanzt mit geschlossenen augen und möchte vergessen. vor allem sich selbst,
er ist am glücklichsten, wenn er tanzt und nur die musik spürt.
wenn er sich auflösen kann und nicht mehr da ist.
it’s a bitter road
and I walk on glass
but my precious load
forces me to pass
help me to protect
the fragile in my hand
from the ravens’ eyes
in the black birds’ land
all hope is not lost
all tears are not cried
all blood is not shed
in this haunted night
god, my wings turn black
the acid burns a hole
save the fading light
in my soul
in this dying sky
dawn’s taking control
save the fading light
in my soul
hear ravens calling me
closing every gate
my arms open wide
to embrace my fate
god, my wings turn black
the acid burns a hole
save the fading light
in my soul
in this dying sky
dawn’s taking control
save the fading light
in my soul
(save the fading light)
was ist echt? was illusionär? wer kann es mit sicherheit sagen???
17.9.19
kyrie
ein cyberpunk mit mehr scarification als gesund ist und nem radioaktiv-zeichen hinten auf der jacke betritt den raum, schaut sich kurz um und steuert den rand der tanzfläche an, wo er sich ne zigarette von dem mädchen neben ihm schnorrt. er grinst, als er ihre perplexe miene sieht und verwickelt sie in ein längeres gespräch, in dessen verlauf er mit ihr ihre ganze zigarettenschachtel teilt.
als das mädchen bei dead can dance tanzen geht und ihn auf die tanzfläche ziehen will, lacht er kurz auf und entzieht sich sanft ihrem griff. er beobachtet sie mit einem lächeln, das frei von zynismus ist. in seinen augenwinkeln steht für nen kurzen bruchteil einer minute unfassbare traurigkeit.
i feel, you'll see, the night cold and dead
but watch out, we walk proud
together now until the end
in these times we walk that line
these frozen times
winter nights
look up to the sky, see the moonlit night
the winter night sends shivers up your spine
but it's deep inside your mind that's where you may find
inner demons and your desire
don't give up, don't give up
don't give up, don't you ever give up
if you find you've crossed that line
then it's time, a state of mind
believe in what you see
our sacrifice, reality
in these times you walk that line
these frozen times
winter nights
(iced earth)
als das mädchen bei dead can dance tanzen geht und ihn auf die tanzfläche ziehen will, lacht er kurz auf und entzieht sich sanft ihrem griff. er beobachtet sie mit einem lächeln, das frei von zynismus ist. in seinen augenwinkeln steht für nen kurzen bruchteil einer minute unfassbare traurigkeit.
i feel, you'll see, the night cold and dead
but watch out, we walk proud
together now until the end
in these times we walk that line
these frozen times
winter nights
look up to the sky, see the moonlit night
the winter night sends shivers up your spine
but it's deep inside your mind that's where you may find
inner demons and your desire
don't give up, don't give up
don't give up, don't you ever give up
if you find you've crossed that line
then it's time, a state of mind
believe in what you see
our sacrifice, reality
in these times you walk that line
these frozen times
winter nights
(iced earth)
13.9.19
disease
sie bemüht sich, einmal nicht die gedanken zu denken, die man normalerweise in einem club wie diesem vor sich hindenkt,
ohne wirklich mal auf die stopptaste zu drücken.
sie bemüht sich wirklich, den ewigen monolog zu unterbrechen, dieses ewige ach ich bin so einsam, ach ich bin so anders,
wir sind alle völlig allein, keiner ist am anderen interessiert, nur an sich selber, und sie stellt fest,
dass sie eigentlich ganz woanders ist und immer war.
wenn einmal dieser monolog völlig fehlt, dann stellt sie fest, dass sie wirklich nie richtig da
war, seelisch ganz weit fort.
und wenn es den anderen auch so geht, dann wäre das wohl der beste zustand, den es geben kann.
wenn man es sich eingesteht, gibt es kaum ein echtes gespräch zwischen menschen,
nur zufällige monologe, die aufeinandertreffen und in denen jeder nur von sich erzählt,
aber dem anderen nie wirklich hinter die geschlossenen lider blickt.
wir kreisen permanent um uns selbst. vielleicht hält uns das bei verstand.
und trotzdem träumen wir immer davon, zu den anderen kontakt herzustellen und mit
ihnen die nächte durchzureden. was würden wir in solchen nächten erfahren, von uns selber?
wir würden wir uns in den augen des gegenübers spiegeln? was würden wir sehen?
wie uns der andere wahrnimmt.
freundschaft wäre demnach die bestätigung des eigenen egos.
vielleicht kann man nur noch einzelgängern einigermassen
vertrauen. sie stehen zumindest zu ihrer art und tragen keine masken.
man sagt, der mensch wäre ein gesellschaftstier. aber nicht, weil er die gesellschaft der anderen so gern hat.
es geht um die erfüllung von bedürfnissen, mehr nicht.
sollte eigentlich deprimierend sein, aber irgendwie ist es auch auf eine undefinierbare art
und weise angenehm, sich diesen gedanken auszusetzen und nicht dabei draufzugehen.
sollte es noch etwas geben ausser dieser nackten wahrheit, dann muss es übernatürlich sein.
menschlich ist es sicher nicht. es gibt noch etwas. nur möchte sie gerade nicht darüber
nachdenken. einmal nicht leiden, ok?
einmal nicht diese art von flügel spüren, die sich mächtig und strahlend entfalten.
einmal nur ein ganz ganz niedriges menschentier sein.
mein herz ist fragil, siehst du das nicht?
ich hab mal einen mann kennengelernt, in einem club ähnlich wie diesem.
er hatte dieses shirt an, auf dem in blut das wort disease geschrieben war.
ich dachte eigentlich, es wäre sein eigenes blut,
doch wie er mir lachend erzählte, war es das blut eines anderen, mit dem er es geschrieben hatte.
ohne wirklich mal auf die stopptaste zu drücken.
sie bemüht sich wirklich, den ewigen monolog zu unterbrechen, dieses ewige ach ich bin so einsam, ach ich bin so anders,
wir sind alle völlig allein, keiner ist am anderen interessiert, nur an sich selber, und sie stellt fest,
dass sie eigentlich ganz woanders ist und immer war.
wenn einmal dieser monolog völlig fehlt, dann stellt sie fest, dass sie wirklich nie richtig da
war, seelisch ganz weit fort.
und wenn es den anderen auch so geht, dann wäre das wohl der beste zustand, den es geben kann.
wenn man es sich eingesteht, gibt es kaum ein echtes gespräch zwischen menschen,
nur zufällige monologe, die aufeinandertreffen und in denen jeder nur von sich erzählt,
aber dem anderen nie wirklich hinter die geschlossenen lider blickt.
wir kreisen permanent um uns selbst. vielleicht hält uns das bei verstand.
und trotzdem träumen wir immer davon, zu den anderen kontakt herzustellen und mit
ihnen die nächte durchzureden. was würden wir in solchen nächten erfahren, von uns selber?
wir würden wir uns in den augen des gegenübers spiegeln? was würden wir sehen?
wie uns der andere wahrnimmt.
freundschaft wäre demnach die bestätigung des eigenen egos.
vielleicht kann man nur noch einzelgängern einigermassen
vertrauen. sie stehen zumindest zu ihrer art und tragen keine masken.
man sagt, der mensch wäre ein gesellschaftstier. aber nicht, weil er die gesellschaft der anderen so gern hat.
es geht um die erfüllung von bedürfnissen, mehr nicht.
sollte eigentlich deprimierend sein, aber irgendwie ist es auch auf eine undefinierbare art
und weise angenehm, sich diesen gedanken auszusetzen und nicht dabei draufzugehen.
sollte es noch etwas geben ausser dieser nackten wahrheit, dann muss es übernatürlich sein.
menschlich ist es sicher nicht. es gibt noch etwas. nur möchte sie gerade nicht darüber
nachdenken. einmal nicht leiden, ok?
einmal nicht diese art von flügel spüren, die sich mächtig und strahlend entfalten.
einmal nur ein ganz ganz niedriges menschentier sein.
mein herz ist fragil, siehst du das nicht?
ich hab mal einen mann kennengelernt, in einem club ähnlich wie diesem.
er hatte dieses shirt an, auf dem in blut das wort disease geschrieben war.
ich dachte eigentlich, es wäre sein eigenes blut,
doch wie er mir lachend erzählte, war es das blut eines anderen, mit dem er es geschrieben hatte.
11.9.19
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