17.6.18

website-update

diesmal gibt's weird fiction - die kurzgeschichte "das verlassene haus", ein alptraumhafter und seltsamer text, und eine kleine vignette, nämlich vom "nachtvogel".

hier geht's lang

ich werde ab jetzt wieder mehr mit websites machen, vor allem meine homepage öfter updaten, ein guestbook einbauen … es gibt immer viel zu tun. ausserdem möchte ich meine alten website-entwürfe endlich mal in die tat umsetzen.

14.6.18

begraben unter einem berg von candy

*stopft einen berg halloween-candy ins handschuhfach, bemüht sich sichtlich, dasselbe wieder zu schliessen* man muss richtig andrücken, dann geht's zu. heute ist so ein perverser tag. richtig pervers, denn ich muss wieder anfangen, zu leben, konturen zu kriegen. es war vielleicht ein fehler, mit der bar gleich ins haus zu fallen, aber ich hab es kawazu damals erzählt und er war so erfreut darüber, also hab ich gleich viel mehr gemacht, als ich hätte machen sollen.
wenn du selbst nur noch ein schattenriss bist, wie soll das denn gehen. wie soll man z.b. überhaupt noch kreativ sein, wenn das hirn und herz fast kaum mehr so funktionieren wie füher? alles im reservemodus. scheisse das. aber ich glaube, ich hab hier eine gute möglichkeit, wieder zu kräften zu kommen.
nicht in der bar, nicht am tresen, wo ich mir sowieso nur einen kreativ-flash nach dem anderen geben muss, um neue cocktails zu kreieren. nee. heute nicht. eventuell schau ich heut selbst nur auf ein kleines getränk ins haus. später. wenn die nacht dunkler ist und der mond hoch am himmel steht. aber gerade jetzt fühl ich mich nur gut, wenn ich auf den highway rauffahre und lange oben rumkreuze. hab grad blue silver mit viel candy aufgeladen, kaffee ist auch mit dabei, 3 thermosflaschen kaffee sollten für's erste reichen. muss nur noch den guten alten blue ein bisschen aufmotzen. war ebenso wie ich viel zu lang in der garage.
*hängt einige amulette und rosenkränze auf den rückspiegel, schaut prüfend und nickt zufrieden* bist ein hübsches mädel, blue. nicht schlecht für nen alten rolls royce. ich glaube, wir 2 sind immer noch ein gutes Team. *setzt sich seine sollenbrille mit den schwarzen gläsern auf* es gibt nicht viele leute, die bei nacht mit schwarzen sonnenbrillen fahren, was sicher gut ist, wenn man bedenkt, wie absolut gar nix diese leutchen dann sehen würden. ich seh schon noch genug *lacht*
wir sollten aber mukke haben. jetzt ist die mukke unter dem halloween-candyzeugs vergraben, was verdammte scheisse ist, weil ich mich grad irgendwie nicht traue, das handschuhfach zu öffnen. vielleicht geht's auch ohne mukke für den anfang.

*5 minuten später am strassenrand: shine hat blue silver geparkt und wühlt sich fluchend durch einen berg candy...*

13.6.18




“My soul bleeds and the blood steadily, silently, disturbingly slowly, swallows me whole.” 

Fyodor Dostoevsky



12.6.18

der fluch





die kreatur steht mitten auf der tanzfläche. sie ist spindeldürr und überragt alle um mindestens eine kopflänge. in diesem nebligen lichtkreis steht sie nun und beginnt sich langsam zu bewegen. als würde sie sich erst an die bewegungen ihres körpers gewöhnen. ein zittern der finger, eine hand, die sich hebt. ein schritt zur seite, dann ein zweiter auf die andere seite. der kopf hängt nach vorne, der blick bohrt sich in den boden. einige tropfen einer unbekannten flüssigkeit fallen aus ihrem mund und sickern auch aus den augen. es könnte blut sein, wenn blut schwarz wäre. es ist wie teer. zähflüssiger, klammer teer, der aus dem inneren des wesens zu kommen scheint.

es hebt den blick und fixiert die lichtquelle an der decke. verzieht den mund zu einer grimasse. die ebenfalls mühsam wirkt. schwarze flüssigkeit strömt aus ihren augen, rinnt über die wangen. seine augen sind pupillenlos und opak. schwarz. es hebt langsam die geöffnete hand zur decke, wie um das licht zu fassen. sein mund öffnet sich. ein schwarzer wurm gleitet heraus und rutscht über sein kinn, fällt zu boden. seine geöffnete hand zittert und zuckt im lichtstrahl. das ganze wesen zittert.

wie schön, flüstert ein kind am rand der tanzfläche. wie wunderschön er ist. habt ihr gesehen? seht ihr ihn nicht? oder seht ihr etwas völlig anderes? habt ihr ihn nicht gern für das, was er ist? seid ihr blind oder tot? oder habt ihr ihn vergessen? dann verfluche ich euch, sagt das kind und wendet sich zur wand. ich will euch nicht mehr sehen. sein rücken zuckt krampfhaft, als wären da diese tränen, die nie geweint wurden und nun plötzlich herauswollen.


ich verfluche euch. sagt das kind.



9.6.18

Sopor Aeternus

Nebeltag

Banshee, Living Dead Doll
💀 💀 💀
The Banshee is an omen of death
Once you hear the scream upon her breath
She begins to wail if someone is about to die
Cover your ears and pray she passes you by

27.5.18

reflections

durch alle ritzen und bruchstücke der barriere, die meine seele umschliesst, dringen erinnerungen, wie nebel, so heimlich, fast schleichend und nebel ist auch, was ich als erste sehe. inmitten des nebels ein haus...aus holz...keine hütte, aber klein, nicht "heimelig" oder "gemütlich" nach meinen begriffen, eine art trainingslager mit dem haus als zentrum. der nebel kriecht durch die bretter der wände herein, es ist nasskalt und mitten im wald, ich fühle bäume, sie sind dunkel, aber ich fühle vor allem den nebel und die anwesenheit von personen im raum.
ich sitze auf einer langen holzbank, ähnlich einer pritsche und sehe durch das fenster hinaus in den nebel. der neben mir sitzt, trinkt kräutertee aus einer grossen, irdenen tasse. der geruch von tee liegt im raum. wir unterhalten uns und trinken tee, sehen hinaus. das gefühl, das ich habe, ist schwer zu beschreiben. geerdet vielleicht, mit der erde eins geworden, verwachsen, wurzelnd.
er sieht mich an, er ist ernst und vertieft, wägt seine worte genau ab, redet nicht zuviel, nicht zuwenig. er hat lange schwarze haare, mehr kann ich noch nicht erkennen. ich fühle seinen durchtrainierten körper und geist neben mir, dann schliesst sich die barriere wieder und wird zu einer mauer aus beton, an der ich mir meinen kopf blutig gestossen habe, immer wieder.

ich frage mich nicht mehr, was ich bin, und ich versuche auch nicht, die barriere mit gewalt zu durchbrechen - es geht nicht. ich bin meiner selbst sicher geworden, kein verzweifeltes kind mehr, das in einer ihm fremden welt nach idealen greift, die einfach nicht gegeben sind. alles ist in mir, eine ruhige kraft, die mir überlegenheit verleiht, mich unangreifbar macht. niemand kann dir ideale schenken oder eine welt, die für dich richtig ist. die welt ist so, wie du sie gestaltest.

es gibt 2 möglichkeiten: lass andere deine welt erschaffen und sei ein bettler
oder schaffe deine eigene welt und lebe als könig


belüge dich nicht. es gibt keine halben entscheidungen, es gibt kein: man kann doch alles zugleich haben. verdorbenheit oder reinheit. entweder oder. beides zusammen geht nicht. der wurm zerfrisst den apfel von innen heraus. man kann sich lange selbst belügen, doch irgendwann ist der apfel nur noch ein verrottendes stück abfall. dann mag man sich auf reinheit besinnen, doch es ist viel zu spät - wehre den anfängen. trainiere deinen geist. das ist kein spiel mehr.



anmerkung: das ist ein sehr alter text. die schriftfarbe auf dem block verblasst allmählich - ich fände es schade, den text für immer zu verlieren. darum soll er hier stehen. ich glaube, dass die denkansätze hier nicht so schlecht sind. im prinzip denke ich immer noch so wie damals. vielleicht nicht so radikal wie damals, aber vom prinzip her passt das schon ganz gut zu mir. :)

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