2.8.26

31.7.26

i'm so quiet right now - there's a faint glitter in the sky, like a glittering cloud or a star, everything's rather foggy and dreamy

but there's red glitter in the wind

it's blood and tiredness but it's glitter all the same

so it must be you

get high up into a clear blue sky

get higher up if you can

up there you find yourself again

i guess you've looked at the wrong place

your mirror is the sky, not the earth

30.7.26

little match girl

gedankensplitter, traumwelten, aufgespiesste schmetterlinge in botanischen schaukästen 

puppenaugen, zahnräder, abgerissene arme und beine 

spielendes mädchen zerfetzt alles in stücke 

wütendes mädchen bleckst deine reisszähne und kaust an deinem fleisch 

little match girl 

zündest dein letztes streichholz an und tanzt über die gräber davon

29.7.26

grauschleier


das haus ist weit draussen, kilometerweit von der nächsten ortschaft entfernt, umgeben von hohen zypressen und etwas niedrigeren obstbäumen, die sich über das weitläufige anwesen verteilen. bei nacht kann es einsam werden. sehr einsam. 

in einen südländischen frühling duckt sich etwas so grauenhaftes, dunkles, etwas, das die farben des frühlings auslöscht zu völliger farblosigkeit, nein, eher zu monochromen farben, wie bilder, die ein augenkranker sehen mag. jemand, der farben nicht mehr sehen, sich aber noch daran erinnern kann, und dessen erinnerung langsam verblasst. im zentrum des hauses herrscht blendendes kaltes weiss. in das haus kommen die toten, dort beginnt ihre langsame reise ins vergessen. 

die farben werden von metallischen tönen überzogen, sie wirken stumpf und abgestorben. unter der berührung der toten stirbt jedes blatt, wird von silbergrau überzogen, als wäre es von parasiten befallen, die dem blatt die lebensenergie entziehen, zuerst dem blatt, dann der pflanze. silberne blätter leuchten im mondlicht, staub tanzt in der luft, knisternde, raschelnde geräusche entstehen, wenn sich staubtrockene blätter einrollen.. ununterbrochen raschelt und knistert es, mondsüchtige, weisse triebe spriessen aus der erde wie finger. etwas weiter weg vom haus stehen schwarze zypressen und verkrüppelte olivenbäume, die ineinander verschlungen wachsen und eine mauer aus schwarzem wurzelwerk bilden, undurchdringlich, verkrüppelt, bei mondlicht eigentümlich gnom-ähnlich. 

ein breiter aufgang führt zum haus, eine freitreppe, dann ein grosses tor. hoch türmt es sich. die tür ist unversperrt oder der schlüssel steckt im blumentopf in der trockenen erde. man weiss es instinktiv, greift automatisch danach und zieht ihn an seinem reichverzierten griff aus der erde. ein grosser schlüssel, schwarz, aus eisen wie das tor. die fensterscheiben sind grau und stumpf, als wären sie von innen beschlagen oder mit oxydiertem metall beschichtet, das licht dringt gefiltert ein, auch das mondlicht erhält so eine eigene qualität, es gleicht grauem regen. es regnet oft. dann spriessen die mondsüchtigen, bleichen triebe unter den fenstern und ums haus. 

dort im mondlicht zu sitzen ist traurig und melancholisch, alles ist zu grau geworden. man wartet. während alle erinnerungen verblassen, alle farben langsam schwinden, der geist sich leert. im grauen regen, im zwielicht, man sitzt am fenster, nicht mehr wartend, man wüsste nicht, worauf. vielleicht wird man sich dann erheben und den korridor entlanggehen, der zum zentrum des hauses führt. während das haus und der seltsame garten sich selbst auflösen, die wände verblassen und durchscheinend werden...der korridor, durch den man vor kurzem noch gegangen ist, verschwindet wie ein verblassender traum 5 minuten nach dem aufwachen.

25.7.26

bad girls don't die...









 

resurrection sadie, living dead dolls


7.6.26

cute celestial horror ♥

 








rain ist wieder mal unterwegs mit ihrer gang 

4.6.26

der einsamste moment

er ist gerade gekommen. hat das gebäude von aussen lange betrachtet, gezögert…wollte weitergehen wie sonst auch immer - seine spaziergänge hatten ihn rein zufällig (natürlich…) immer wieder in diese gegend geführt. diesmal konnte er der verlockung nicht widerstehen. ein mondstrahl hatte das fenster erhellt und er musste hineinschauen. wie im traum nahm er den grossen schlüsselbund von seinem gürtel, wo der goldene jugendstilschlüssel zwischen den vielen anderen korrodierten dunklen schlüsseln blitzte. der mond liess ihn in seiner hand funkeln. und in dieses funkeln mischte sich das funkeln seiner augen, seiner tränen, seiner uralten träume. er zog eine taschenuhr heraus und las die zeit ab - der countdown bis zum nächsten mal, zur nächsten öffnung der bar. die uhr stand auf “nullpunkt” - der nullpunkt der zeit. er schloss die tür auf. viel früher, als er es eigentlich beabsichtigt hatte, aber wenn der countdown nun mal beendet war. :-)


nun lehnt er an der offenen tür, raucht langsam und blickt nachdenklich in den himmel. hinter ihm in der bar brennt kein licht. nur die anlage ist an. es ist ein besonderer moment, er ist völlig allein, noch nie war er so allein wie in diesem moment, mit sich selbst, mit der archangel bar, mit der welt. ein hauch von weissen blüten mischt sich in die nachtluft. er schliesst die augen und träumerisch, wie im schlaf, murmelt er worte in einer alten sprache, die er nur dann spricht, wenn er sich selbst gefunden hat.