11.5.13
dieses blog mag ja einigermassen hübsch sein, aber es ist tot. alles fühlt sich tot an. es steht hier nur drinnen, was ich bloggen kann. bloggen darf. könnte ja jemand zu viel lesen. jemand, der sich drüber lustig macht. leute, die mein zeug lesen, aber mich nicht leiden können, aus diversen und absolut verständlichen gründen. :)
ich hab nachgedacht. es wäre schade drum. mein blog existiert schon seit 2008 und feiert am 18. mai seinen geburtstag. ich hatte so geile urls im kopf, so wahnsinnig edle dinge, so schön das alles, aber nix für uns. mein blogchen und ich bleiben so, wie wir eben sind. was anderes passt nicht zu uns. ob ich nun will oder nicht. eigentlich will ich eh. ein thing next door hat (und ist) nicht jeder.

was noch erfreulich ist, ist die tatsache, dass es jetzt mit meiner diät endlich klappt und dass ich abgenommen habe. die grösse 36 ist in reichweite und dann bleib ich auch dabei. nie wieder dicker. aber auch nie wieder grösse 32 wie früher als jugendliche, als ich wirklich das limit überschritten hatte, und zwar um einiges. ich erinnere mich noch ganz gut daran. ich hab mich eigentlich ausschliesslich über mein gewicht definiert. im prinzip ist es jetzt noch genauso, aber es ist nicht mehr so wild. ich fühl mich wohler, wenn ich dünn bin. das ist alles. aber es ist nicht mehr so, dass ich mich 2 mal pro tag wiegen muss und kalorien zähle und in mein diätbuch scheibe. ich hab gar keins mehr und die waage hab ich weggeworfen. keine ahnung, wie viel ich genau wiege. grösse 38 wird jetzt langsam zu weit für mich. ganz langsam. ich hab diesen furchtbar langsamen metabolismus bekommen, seit ich nicht mehr rauche. ausserdem spielt sicher auch das alter eine rolle. vor 15 jahren ging abnehmen noch schneller.

ich freu mich schon auf die neuen klamotten. es fühlt sich so gut an. so sauber und frisch. einige der alten sachen, die noch gut aussehen und nicht so oft getragen wurden, werde ich zur altkleidersammlung bringen und den rest einfach wegschmeissen.

hab es damals gar nicht über's herz gebracht, die goth-klamotten wegzuschmeissen. die liegen noch immer am dachboden bei den eltern daheim. und die roben und schleier hängen dort oben von der decke, mit schutzhüllen aus plastik drüber. die besten sachen würden sicher einigermassen kohle einbringen, aber ich brauch momentan keine kohle. ich brauch die erinnerungen. und das gefühl. wie es ist, wenn man ein bodenlanges schwarzes kleid mit schwarzen federn am ausschnitt anfasst. es transportiert einen irgendwie in eine andere zeit. das einzige, was mich echt dran stört ist, dass es manchmal so weh tut. nicht oft, aber manchmal, wenn man an bestimmte events zurückdenkt, dann hält man es kaum aus vor sehnsucht. man möchte alles wiederhaben, ganz sicher. es würde doch gehen, zusammen mit dem job (den jobs)..klar, ich hab weniger zeit als damals, aber wenn das timing passt, dann geht doch alles...denkt man. nur ist leider zuviel kaputt gegangen. durch das ganze feeling zieht sich ein blutroter schnitt. irgendwann war es aus, und irgendwann bricht man auf und will ncht mehr zurückschauen. das ist immer dann so, wenn man etwas wahnsinnig liebt, und wenn einen ganz plötzlich etwas stört. wie schmeissfliegen im paradies. ein hundehaufen im spiegelsaal von versailles. ein eingeworfenes fenster in einer kirche. man sieht sich das eine zeitlang an. dann will man es reparieren. schafft man es und ist wieder zufrieden, kann man sicher sein, dass es am nächsten tag exakt gleich aussieht wie vorher. man versucht es noch ein paarmal zu reparieren und den vorherigen zustand wiederherzustellen, aber irgendwann kann man selbst nicht mehr und bevor man seelisch draufgeht, geht man lieber weit weg. das ganze bezieht sich auf eine szene, genauso wie es sich auf menschen beziehen könnte. das feeling ist gleich. wenn man liebt, dann liebt man.
ich würde mich aber immer noch als schwarz bezeichnen. als tiefschwarz sogar. nur zelebriere ich mein schwarz-sein inzwischen allein, das ist der unterschied.
ich bin normalerweise nicht traurig. nur wenn ich diese wunderschönen klamotten sehe, leicht über federn und perlen und feine stoffe streiche, das parfum rieche, das ich damals gern hatte und das noch immer im stoff hängt, dann treibt es mir oft die tränen in die augen. ich denke, so ergeht es sicher einigen. denen, die weggegangen sind. aber ich glaube, es geht uns immer noch besser als denen, die noch dabei sind und die bestimmte dinge nie verkraftet haben, es aber müssen. weil sie es ununterbrochen miterleben. würg. ich würd mich ja eher vorn zug schmeissen. öhrlich.

ich werd jetzt so gut wie alles in schwarz kaufen, wenn ich endlich grösse 36 habe. und es kann gut sein, dass sich einige totenköpfchen als stoff-applikationen oder als anhänger in meiner garderobe wiederfinden. nur leider ist das natürlich zu wenig, wie jeder weiss, der mal das vergnügen hatte, so richtig im goth outfit rumzuwandeln. wenn man mal die seele nach draussen gekehrt hat und aussen genau so ausgesehen hat wie innen, dann weiss man, dass es nie besser wird. es sei denn, man läuft nackt rum wie adam und eva. entweder im goth outfit oder nackt. dazwischen gibt es nix für uns.

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