5.11.26
herbstwind
der wind macht heute geräusche wie ein unheimliches grosses graues tier. der himmel bezieht sich rasch, silbrig, ein wechselspiel zwischen blau und eisgrau, dazwischen immer das glitzern. silbern. von unbeschreiblicher fast wahnwitziger schönheit.
das graue tier heult den rest des sommers an.
es hebt die tatzen und kratzt die späte sommerbläue vom himmel.
II
eine in schwarz gekleidete gestalt mit tief in die stirn gezogener kapuze sprüht gerade etwas auf eine hausmauer. vor ihr im gras liegen spraydosen und eine vielzahl kleinerer gegenstände.
ein bild...ist es ein bild? bei genauerem betrachten fällt auf, dass es irgendetwas anderes ist, aber es ist auch ein bild. ein code, eine versteckte nachricht, es ist schwer zu sagen.
die person in schwarz hantiert mit spraydosen in allen erdenklichen grössen sowie mit feinsten schablonen. zierlich und verwirrend nimmt etwas gestalt an, wie eine mathematische formel, die gerade erst erdacht, zum ersten mal geschrieben wird. einiges wird übermalt, anderes überschrieben, schicht um schicht wird das mauerwerk bedeckt mit etwas, das einer schillernden membran gleicht, dann materieller wird, wie um sich zu setzen, langsam mit der wand zu verschmelzen und die wand auf unbegreifliche weise zu zersetzen.
alles geschieht in völliger stille. ab und zu leises klackern, wenn die spraydosen geschüttelt werden, wie murmeln, die aneinander stossen. wenn das bild fertig ist, werden bestimmte dinge für immer anders sein. einige werden die botschaft lesen können, doch es werden wie immer wenige sein. sie werden ausreichen. die anderen existieren weiter, ohne dem bild beachtung zu schenken. vielleicht sehen sie auch nur das graue mauerwerk einer hausmauer.
III
ein kind lehnt sich lachend aus dem fenster. seine haare werden vom herbstwind zerzaust. es sieht den fremden mann unten an der hausmauer stehen. „willst du zu uns?“
eine seltsame freude liegt auf den zügen des kindes, das plötzlich greisenhaft alt erscheint, so als hätte es bereits in jungen jahren alles gesehen, was es zu sehen gilt. der mann betrachtet das greisenhafte kind, lächelt zu ihm herauf und winkt einen freundlichen gruß. dann zwinkert er ihm zu, als gälte es einem geheimen verbündeten ein zeichen zu senden. das kind zwinkert zurück und lacht. der mann stimmt in das fröhliche kinder-greisen-lachen ein.
eine windböe trägt die beiden stimmen über die hügel davon.
IV
„nimm mich mit“, sagt das kind
das geheime mal steht auf seiner stirn wie ein klarer stern
„bald“, sagt der mann. „bewahre du inzwischen das sternklare licht“
4.11.26
es wurde langsam zu kalt für die langen spaziergänge durch’s viertel. den schatten zuzusehen, wie sie sich hinter vorhängen bewegten, den versprengten spaziergängern ein, zwei sätze abzuringen und eventuell eine zigarette, die papierfetzen zu betrachten, wie sie vom wind bewegt über den asphalt der strasse tanzten.. immer noch war es herbst, die strasse glänzte dunkel vom regen, doch bald würde der winter kommen und die stadt für eine lange nacht in weiss hüllen, jede spur dreck verbergen, für ein paar perfekte stunden, in denen etwas uraltes in der luft lag. eine art magie, aber vielleicht war es mehr als das. der erste flockenfall des jahres.
er freute sich wie ein kind darauf und trotzdem war er traurig, dass der herbst zu ende gehen musste. ein teil eines puzzles, das jetzt nicht mehr in der schachtel bei den anderen lag, sondern fein und ordentlich schon einen teil des bildes ergab, das er gerade mühevoll zusammenbaute. und irgendwann würde auch das fertige bild verschwunden sein, nur würde er es nicht mehr merken. hoffte er. vielleicht würde etwas noch besseres auf ihn warten. vielleicht war es schon da, oder kündigte sich schon an, nur konnte er es nicht erkennen.
2.11.26
20.9.26
19.9.26
der soundtrack meines lebens
12.9.26
und wieder ist es soweit - zeit für ein website-update! gibt auch viele bunte schöne bilder!!!
in den letzten tagen habe ich wieder mal an meiner website gebastelt, was schon längst überfällig war.
dollhouse, internetcafé alpha centauri und auch dark city haben einiges an zuwachs bekommen. ich bin diesmal vor allem mit dem dollhouse zufrieden. die galerie wächst und irgendwann habe ich so viele seiten, dass ich eine thumbnails-tabelle machen muss. einstweilen geht es auch so, denke ich.
einige browser verlangen, dass man die diversen frames updated (jawoll, ich verwende immer noch und für immer frames!!!) man muss einfach mit der rechten maustaste reinklicken und frame updaten auswählen. dann wird der neue inhalt geladen. andere, z.b. duckduckgo, machen das inhalts-update schon automatisch.
hier ist der link zu meiner website
5.8.26
2.8.26
31.7.26
i'm so quiet right now - there's a faint glitter in the sky, like a glittering cloud or a star, everything's rather foggy and dreamy
but there's red glitter in the wind
it's blood and tiredness but it's glitter all the same
so it must be you
get high up into a clear blue sky
get higher up if you can
up there you find yourself again
i guess you've looked at the wrong place
your mirror is the sky, not the earth
30.7.26
little match girl
gedankensplitter, traumwelten, aufgespiesste schmetterlinge in botanischen schaukästen
puppenaugen, zahnräder, abgerissene arme und beine
spielendes mädchen zerfetzt alles in stücke
wütendes mädchen bleckst deine reisszähne und kaust an deinem fleisch
little match girl
zündest dein letztes streichholz an und tanzt über die gräber davon
29.7.26
grauschleier
25.7.26
7.6.26
4.6.26
der einsamste moment
er ist gerade gekommen. hat das gebäude von aussen lange betrachtet, gezögert…wollte weitergehen wie sonst auch immer - seine spaziergänge hatten ihn rein zufällig (natürlich…) immer wieder in diese gegend geführt. diesmal konnte er der verlockung nicht widerstehen. ein mondstrahl hatte das fenster erhellt und er musste hineinschauen. wie im traum nahm er den grossen schlüsselbund von seinem gürtel, wo der goldene jugendstilschlüssel zwischen den vielen anderen korrodierten dunklen schlüsseln blitzte. der mond liess ihn in seiner hand funkeln. und in dieses funkeln mischte sich das funkeln seiner augen, seiner tränen, seiner uralten träume. er zog eine taschenuhr heraus und las die zeit ab - der countdown bis zum nächsten mal, zur nächsten öffnung der bar. die uhr stand auf “nullpunkt” - der nullpunkt der zeit. er schloss die tür auf. viel früher, als er es eigentlich beabsichtigt hatte, aber wenn der countdown nun mal beendet war. :-)
nun lehnt er an der offenen tür, raucht langsam und blickt nachdenklich in den himmel. hinter ihm in der bar brennt kein licht. nur die anlage ist an. es ist ein besonderer moment, er ist völlig allein, noch nie war er so allein wie in diesem moment, mit sich selbst, mit der archangel bar, mit der welt. ein hauch von weissen blüten mischt sich in die nachtluft. er schliesst die augen und träumerisch, wie im schlaf, murmelt er worte in einer alten sprache, die er nur dann spricht, wenn er sich selbst gefunden hat.
3.6.26
dream demon
2.6.26
miss lilly baxter ist noch nicht wirklich munter
gibst du mir mal nen schwarzen kaffee? ohne alles, nur schwarz und vor allem kein zucker. ihre stimme klingt rauchig. sie zündet sich gleich wieder eine an und hustet in ein schwarzes stofftaschentuch mit violetten spitzen am rand. an ihr ist überhaupt alles schwarz und violett.
sie trägt einen schwarzen gehrock aus spitze, darunter eine violette korsage, leggings und kommandoboots, eine lange silberkette mit einem verschnörkelten kreuzanhänger und jede menge schwere silberringe. ihre violettgesträhnten aber ansonsten schwarzen haare gehen fast bis zum boden, ihre schläfen sind jedoch ausgeschoren und völlig glatt. sie ist sehr bleich geschminkt, bis auf die augen, die dick mit kajal umrandet sind. sie macht den eindruck, als wäre sie gerade eben aufgestanden und noch nicht ganz munter. der eindruck täuscht auch nicht. den kaffee hat sie absolut nötig.
und bring mir gleich noch ein glas rotwein, bitte. sie lächelt den barkeeper an.
nimm dir auch eins, wenn du magst, geht auf mich. sie beginnt in ihrer doktortasche zu kramen. findet das gesuchte und setzt sich eine sonnenbrille mit dunkelviolett getönten gläsern auf. dann blickt sie sich um und für einen augenblick sieht sie gar nicht mehr so verschlafen aus, sondern ziemlich hellwach.
sie bemüht sich, einmal nicht die gedanken zu denken, die man normalerweise in einem club wie diesem vor sich hindenkt, ohne wirklich mal auf die stopptaste zu drücken.
sie bemüht sich wirklich, den ewigen monolog zu unterbrechen, dieses ewige ach ich bin so einsam, ach ich bin so anders, wir sind alle völlig allein, keiner ist am anderen interessiert, nur an sich selber, und sie stellt fest, dass sie eigentlich ganz woanders ist und immer war. wenn einmal dieser monolog völlig fehlt, dann stellt sie fest, dass sie wirklich nie richtig da war, seelisch ganz weit fort.
und wenn es den anderen auch so geht, dann wäre das wohl der beste zustand, den es geben kann.
wenn man es sich eingesteht, gibt es kaum ein echtes gespräch zwischen menschen, nur zufällige monologe, die aufeinandertreffen und in denen jeder nur von sich erzählt, aber dem anderen nie wirklich hinter die geschlossenen lider blickt. wir kreisen permanent um uns selbst. vielleicht hält uns das bei verstand.
und trotzdem träumen wir immer davon, zu den anderen kontakt herzustellen und mit ihnen die nächte durchzureden. was würden wir in solchen nächten erfahren, von uns selber? wir würden wir uns in den augen des gegenübers spiegeln? was würden wir sehen? wie uns der andere wahrnimmt.
freundschaft wäre demnach die bestätigung des eigenen egos. vielleicht kann man nur noch einzelgängern einigermassen vertrauen. sie stehen zumindest zu ihrer art und tragen keine masken. man sagt, der mensch wäre ein gesellschaftstier. aber nicht, weil er die gesellschaft der anderen so gern hat. es geht um die erfüllung von bedürfnissen, mehr nicht.
sollte eigentlich deprimierend sein, aber irgendwie ist es auch auf eine undefinierbare art und weise angenehm, sich diesen gedanken auszusetzen und nicht dabei draufzugehen.
sollte es noch etwas geben ausser dieser nackten wahrheit, dann muss es übernatürlich sein. menschlich ist es sicher nicht. es gibt noch etwas. nur möchte sie gerade nicht darüber nachdenken. einmal nicht leiden, ok? einmal nicht diese art von flügel spüren, die sich mächtig und strahlend entfalten. einmal nur ein ganz ganz niedriges menschentier sein. mein herz ist fragil, siehst du das nicht?
ich hab mal einen mann kennengelernt, in einem club ähnlich wie diesem. er hatte dieses shirt an, auf dem in blut das wort disease geschrieben war. ich dachte eigentlich, es wäre sein eigenes blut, doch wie er mir lachend erzählte, war es das blut eines anderen, mit dem er es geschrieben hatte.
28.1.26
calico on ice















