6.9.10

erinnerungen an leipzig


ich hab vor kurzem wieder meine alten photos angeguckt und zwei gefunden, die ich gleich mal gescannt hab. die zwei bilder stammen vom wgt in leipzig und sie gehören zu der gattung bilder, die mir immer wieder ein grinsen entlocken.

wir sind hier aber sowas von nicht gestylt. zwar schon in schwarz, aber das war's dann auch schon. der grund für unsere ungestyltheit..fast wie gott uns schuf...liegt daran, dass wir gerade vor ein paar min. aus dem bett gekrochen sind. manfred sieht ausgeschlafener aus als ich, fällt mir auf. ich bin zerrauft und hab was grummeliges. aber ich bin verdammt gut drauf, weil ich den kaffee schon rieche.



wir waren damals in einer pension mit dem netten namen pfefferkiste. eine empfehlung meiner brieffreundin peggy, die damals auch zu uns stossen wollte, es aber nicht geschafft hat. leider, leider, sie hat nämlich wirklich etwas versäumt.
ja, wir zelten nicht! ich hab mir mal das zeltgelände in der nacht reingezogen, als uns zwei leute vom wgt eingeladen haben, mit ihnen zu feiern. mh..nicht wirklich mein fall. nett für ein, zwei stunden. aber dort pennen möcht ich echt nicht. ich bin kein snob, aber wenn ich müde bin, möcht ich einfach nur pennen und meine ruhe, und dort geht die sau ab. irgendwelche scherzkekse gibt's dort immer, die sich was nettes für die anderen mitzelter ausdenken. ich glaub, wenn ich mich nicht ausruhen kann, kann ich das festival vergessen, weil ich wie ein schlafwandler rumirre.
jedenfalls...die pfefferkiste...unten im erdgeschoss ein gasthaus, aber eins von der seltsamen sorte, mit ner jukebox, die ununterbrochen seemannslieder zum besten gab, mit urnetten menschen, die einen einfach nur schwarz sein liessen und selbst auch recht individuell und gut drauf waren. ein riesenbonuspunkt war die kaffeemaschine, die man uns ins zimmer stellte, weil wir nachtaktiven leutchen ja zu den ungewöhnlichsten zeiten unseren kaffee trinken wollten. und die weingläser, die man uns zur verfügung stellte, damit wir unseren wein standsgemäss trinken konnten. den wein, den wir woanders gekauft hatten, wohlgemerkt. der hammer war, dass die wirtin uns ihre eigenen kristallgläser geborgt hat, also keine gläser aus dem gasthaus, sondern was besseres. solche leute muss man bei uns in österreich suchen, und dann findet man sie höchstwahrscheinlich nicht...

beim frühstück gab's immer voll den nachschlag. der wirt meinte, wir sollten uns für den langen tag, der vor uns lag, total sattessen. ich war immer völlig baff. die leute sind so nett, und es ist nicht gestellt, sondern echt. ich vermiss die stimmung dort, nicht nur das wgt, sondern auch die netten menshen, die man abseits des festivals trifft.
mit den sogenannten normalos am augustusplatz zusammensitzen und zusammen feiern, schwarz und nicht schwarz, und einfach nur reden. hier kann man sich gar nicht vorstellen, wie schön das alles sein kann. einfach nur so sein können, wie man ist. einmal im jahr luft kriegen...ein bisschen wenig, oder? aber man ist ja dankbar für alles. obwohl man sich schon mehr davon wünschen würde.

4.9.10


tag. bzw. schönen guten abend. auch nicht. es ist wieder mal nacht. und ich wollte eigentlich gar nicht bloggen, doch wenn ich schon mal hier bin, kann ich euch gleich zutexten. es ist wie gesagt nacht, mir geht's endlich wieder gut ... hatte eine scheisswoche und bin nur froh, dass sie vorbei ist...ich war urlaubsvertretung für meine kollegin und sowas liebe ich ja.

strange. wenn ich nachdenke, was ich gemacht hab die letzte zeit (ausser arbeiten), fällt mir überhaupt nix interessantes ein. komisch, komisch. ok, ich hab photographiert. alles bilder, die ich eigentlich überhaupt gar nicht herzeigen wollte. weil ich sie ja löschen wollte. ist ja nur auf meinem weg zur arbeit gewesen. und immer wieder die öden häuser. und immer das ewige einerlei. ich hab mich dann doch aufgerafft, ein paar bilder mal herzuzeigen und es gab doch tatsächlich leute, die das, was ich da gesehen hab, für wirklich interessant hielten. es gefiel ihnen verdammt gut. und ich denk mir jetzt, dass es wohl ein fehler ist, den alltag bzw. das, was man da alles sehen und erleben kann, als so öde zu empfinden, dass man nicht mehr darüber bloggt.
jedenfalls..ich hab auf meinem weg zur arbeit ein hexenhaus entdeckt. und es trägt sogar die nummer 13.:) und irgendwie ist es schon sehr nett anzuschauen.


ich hab seit kurzem einen flickr account und versuche, dort wirklich oft aktiv zu sein, d.h. nicht nur bilder reinstellen, sondern auch die bilder von anderen zu checken und auch zu faven. mich erinnert flickr extrem an polyvore. es zahlt sich echt aus, den account für andere zu öffnen und sich mit den leuten zu unterhalten. feedback ist ja immer gut. positiv zu erwähnen wäre noch die flickr group grain is good, die nicht nur vom namen her besonders ist. die bilder bestechen nicht nur durch viel grain (ich liebe körnige bilder über alles), sondern man findet hier auch wirklich wunderschöne und zum teil auch recht unheimliche bilder. spooky. grain is spooky. leute, die auf irgendeine art sonderbar sind, fabrizieren körnige bilder.

ich hab morgen frei. eigentlich schon heute, weil heute ja schon samstag ist, aber für mich noch immer freitag. samstag beginnt erst in der früh. jedenfalls sieht es so aus, als hätte ich ein einigermassen entspanntes weekend vor mir, und ich hoffe doch sehr, dass ich es für andere dinge als arbeiten nützen kann. was gut wäre. hab vor einigen tagen im büro geheult ohne grund. ich war nicht traurig und mir hat keiner was getan. aber mir war einfach so kalt und ich war die letzte woche dauernd nur müde. ich hab mich von den kollegen so weggedreht, dass keiner was mitgekriegt hat. trotzdem war's mir unheimlich peinlich. nächstes mal geh ich zum heulen raus. aber ich hoffe natürlich, dass es kein nächstes mal geben wird. ich glaub, ich halte diesen jahreszeitenwechsel nicht so genial aus. von einem tag auf den anderen, völlig unvermittelt, und ohne übergangszeit. ich kann mich noch erinnern, dass es irgendwann mal sowas wie ne übergangszeit gegeben hat, im jahre schnee. damals gab es noch übergangsmode. übergangsmode war mode für die tage zwischen heiss und kalt. sozusagen.

[OT]mir fällt gerade der ausdruck staubmantel ein. ich hasse diesen ausdruck fast genauso wie die staubmäntel selbst. kennt ihr staubmäntel? die sind so übel. ich hatte mal einen an (der gehörte mom) und nach 5 min. tragen war schon der erste fleck drauf. das teil zieht flecken an. und ausserdem bleiben wasserflecken drauf, wenn es regnet. klar, das teil hält nur staub aus. sost würd's ja regenmantel heissen. der staubmantel ist wohl für staubige tage geeignet. oder wenn man sich in eine staubige ecke der wohnung begibt, um subversiverweise (huch...) dem antihausfrauentum zu fröhnen. staub enthält alle infos über unser leben, staub ist quasi leben. dennoch: huldige dem staub, doch meide den staubmantel!! [/OT]

hm. ok, das war wohl etwas off topic. MACHT NIX! ich hör grad lacrimosa mit lichtgestalt im kopfhörer. er fistelt grad ganz derbe...manchmal brauch ich sowas, warum auch immer. lichtgestalt, in deren schatten ich mich drehe - WOHOO! (das wohoo hab ich jetzt nicht erfunden, es kommt wirklich im lied vor. es hebt mich immer ein bisschen vom sessel, wenn er ohne vorwarnung wohoo brüllt.) lacrimosa im staubmantel wäre auch interessant. bzw. die tante, die mit ihm auftritt. die man immer irgendwie verhüllen will. tritt die überhaupt noch mit ihm auf?? gott, moi ist ja sowas von uninformiert.

ich zeig euch noch ein bild von meinem abendessen. ja, so weit bin ich schon. poste bilder von meinem essen hier rein. so weit kann's kommen. aber schön, oder? ich esse herzen (und dreiecke und kugeln).


und jetzt wünsch ich mir und euch, meinen geneigten lesern, ein langes weekend, mit mindestens 100 stunden pro tag. chillen wir einfach, so wie es uns gefällt...oh yeah...

11.8.10

mauern

wenn ich einfach nur nett sein will oder etwas in mir freilegen möchte, was von dieser unglaublich hohen barriere umgeben ist..vielleicht dieses etwas, das einfach nur glücklich in der natur vor sich hinleben möchte und niemandem etwas böses will, kommt so eine gigantische welle von schmerz auf mich zu, dass mir die luft wegbleibt. ich krümme mich vor schmerzen. und dann sehe ich mich nach schutz um, der nicht da ist. bis ich wieder diese mauern finde, hinter die ich mich flüchten kann. diese mauern, die man hasst, aber ohne die man unmöglich leben kann. aber es ist der reine selbstschutz. deshalb find ich manches an psychotherapie einigermassen mies. es scheint so, als würde man versuchen, mauern einzureissen und weiss oft nicht, das diese mauern kunstvoll im laufe des lebens aufgebaut wurden, um das wesen dahinter zu schützen. vielleicht sollte man diese mauern nicht so sehr hassen, sondern schätzen lernen. es war viel arbeit, sie zu errichten. sie niederzureissen würde auf lange sicht gesehen sicher noch mehr krank machen. niemand lebt schmerzfrei. der gescheite mensch sorgt vor und baut sich ein schloss mit dicken mauern. hauptsache ist, dass man dahinter genug platz hat.

5.8.10

have a nice day...

da ich fauler sack noch immer nicht dazu gekommen bin, den film abzugeben, kann ich diesmal nicht so wie geplant neue cornwall-bilder reinstellen. was schlecht ist. bin unzufrieden mit mir selbst.
neuigkeiten gibt es nicht allzu viele, dafür aber sind sie allesamt mies.

erstens - bei meinem dad ist diabetes diagnostiziert worden und er befindet sich gerade im krankenhaus. ist aber recht gut drauf und meint, es wäre eh das beste, weil man ja auch nicht mit ner unentdeckten krankheit leben möchte, die andere krankheiten zur folge hat. wie bluthochdruck, der wiederum den augendruck hochtreibt, was wiederum sehr übel ist, da dad den grünen star hat, der zwar unter kontrolle ist, aber trotzdem nicht zu unterschätzen ist. langer satz. jedenfalls kommt dad in 2 tagen wieder aus dem krankenhaus, und diabetes ist ja auch nicht wirklich so wahnwitzig schlimm, wenn man sich auskennt bzw. auch zum arzt geht.

zweitens - in der steiermark werden wahrscheinlich ab herbst exotische tiere verboten. was verdammt scheisse ist, da ich vorhatte, mir ein spinnentier zuzulegen. aber mal sehen, beschlossen ist noch nix (ich hab die info auch nur aus dem radio, in der zeitung stand nix drüber).

drittens - in der firma werden wir ab ende august 2 grosskunden weniger haben. was sehr, sehr übel für uns ist. von der konkurrenz abgeworben. und dagegen kann man nicht mal was sagen, weil wir genauso arbeiten. jedenfalls...neue kunden aquirieren, chefchen, weil wir sonst aus der scheisse nicht mehr rauskommen.

das war bisher mein tag. 3 super miese neuigkeiten. und trotzdem bin ich eigenartigerweise nicht mal so schlecht drauf. hat eh keinen sinn. einfach atmen und weitermachen...

31.7.10

metamorphosis of my television set at last full moon




endlich darf wieder der wahnsinn ausbrechen, und wie gut, dass der letzte vollmond noch nicht allzulang her ist... es soll ja menschen geben, die sich bei vollmond in werwölfe verwandeln. das hier ist mein fernseher...es ist immer lustig, wenn er mir auf seinen hühnerbeinchen hinterhertrippelt... solange das kabel reicht...wir haben verlängerungskabel...

4.7.10

godspeed, my friend

es ist erst einige tage her und es fühlt sich an, als wären es schon wochen.
die verbindung zu einem menschen ist abgerissen, ganz plötzlich, der mensch ist fort. man weiss nicht, wohin er gegangen ist, niemand weiss genaues. auf einmal war er weg.

wer war er?
für viele ein held, was er jedoch konstant ignorierte. vielleicht hätte er es akzeptieren sollen. die liebe, die man ihm entgegenbrachte, war echt. nun, da er gegangen war, versuchten alle, ihr gebrochenes herz durch unsinnige aktivitäten zu kurieren. einige suchten wie verlassene kinder alle orte ab, an denen er jemals gewesen war. sie hofften, ein zeichen seiner präsenz zu finden, doch jeder versuch endete in einer sackgasse. und mit jedem versuch wurde das innere frieren schmerzhafter, bis sie irgendwann realisierten, dass die welt durch den verlust eines solchen menschen nie wieder dieselbe sein würde. die welt wird kälter und kleiner. es ist so, als wäre zuerst dieses weite offene land gewesen, das danach von einem stacheldrahtzaun durchzogen wird. wieder mal den blick auf den weiten horizont versperrt, und man vermisst den freien blick in die weite mehr als alles andere.
die welt wird wieder neu definiert, alles verschiebt sich, alles ist im wandel. neue wunden. neue mauern. wieder mal etwas, womit man nicht gerechnet hätte. und womit man irgendwie klarkommen musste.
jeder auf seine art.

manche setzten sich in einen stillen winkel und betranken sich. dachten an ihn. versuchten, ihren schmerz durch trotz zu bekämpfen. doch es brachte nichts.
das schwarze loch, das in ihre seelen gerissen war, wurde dadurch nicht kleiner. jeden tag wuchs es, jeden tag erinnerte es sie daran, was sie verloren hatten. nicht nur einen mann, sondern ein ganzes universum.

einige, und zu denen gehöre auch ich, versuchen, den schmerz zu einem teil ihres universums zu machen und damit zu leben, ihn zu akzeptieren und zu ertragen. darüber zu schreiben, was im moment noch viel mehr weh tut, als die gefühle zu verdrängen oder zu betäuben. dieser schmerz ist rauh und wie eine offene wunde, aus der blut fliesst. doch ich will nicht, dass sich diese wunde entzündet und gift ausströmt. ich möchte den scharfen schmerz fühlen, der mir die tränen in die augen treibt. kein vergifteter gedanke darf hier gedacht werden. keine bitterkeit, keine vorwürfe. nichts von alldem hat hier platz. es passt nicht zu ihm, nicht zu uns.
der schmerz ist scharf und schneidend wie der herbstwind, der dir tränen in die augen treibt.
und wieder muss ich an ihn denken.
frische kalte luft, eine breite strasse, endlos. das gefühl der freiheit. was für ein mensch.

ein freiheitskämpfer, sagte vor einigen tagen einer zu mir, der es wissen musste.
wenn man einen solchen menschen verliert, verliert man einen teil seiner stärke.
wir sind alle stark, doch in manchen momenten dürfen wir einfach nur klein und traurig sein.

godspeed you, boon dock rod!

Graffiti - A short film about courage



thanx an mischka für's posten dieses genialen clips auf meiner myspace wall. wieder mal typisch mischka..so schön, dass es weh tut.