21.6.11
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sie seufzte tief und sah aus dem fenster hinunter in den innenhof, wünschte sich wieder einmal, sie wäre noch immer raucher und könnte es sich jetzt einfach auf dem fensterbrett gemütlich machen und hinunter in den innenhof schauen, in dem der frühe herbstnebel sich sammelte, über den abgestorbenen beeten. manchmal war das leben einfach, meistens sogar, doch an einigen tagen fühlte sie bitterkeit und wusste nicht einmal, woher sie stammte. nichts war poetisch in diesen tagen. und sie lebte für nichts. lag es daran, dass sie nicht mehr rauchte? war das gift daran schuld, dass sie fähig gewesen war, in den banalsten dingen einen zauber zu sehen, der den anderen meistens unentdeckt blieb? war es nur das gewesen, das gift? und alles was ihr blieb, die bitterkeit..war das ihre wirkliche natur? eine negative person. die sie nie werden wollte. manchmal wusste sie dass es nicht so war. sie wusste, dass sie jeden traum, den sie jemals hatte und der es wert war, tief in sich selbst vergraben hatte wie einen schatz. sie hatte auch eine karte dazu gezeichnet, eine echte schatzkarte. die sie jetzt eben nicht mehr finden konnte. aber sie würde sie wieder finden, nur heute noch nicht. irgendwann in der blauen stunde. vielleicht im nächsten jahr, oder vielleicht schon morgen.

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